Hallo Marvin,
Zitat:
@Franz - Knickung quasi in axialer Richtung (paralell zu Zapfen), nicht in Drehrichtung des Drehgelenk!
Zitat Küntscher S.145:
"Die Berechnung der Pleuelstange in Hinblick auf die ertragbare Knickspannung im Schaft ist nur ein wichtiges Auslegungskriterium"Knicken ist ein spontanes Versagen wenn die kritische Kraft Fk erreicht wird, das hat nicht wirklich was mit Biegung und ein Versagen wegen Überschreitung der materialverträglichen Spannung zu tun sondern ist ein Stabilitätsproblem. Zusätzliche Biegebeanspruchung oder Imperfektionen im Bauteil lassen das Bauteil eher auf Knicken versagen aber dennoch ist Knicken ein Versagensart die als Belastung eine axiale Druckkraft benötigt.
Die Art der Lagerung hat dabei ein wesentlichen Einfluß auf den Knicklängenbeiwert.
Somit ist in der Ebene parallel zu dem Hubzapfen die Knicklänge des Pleuels aufgrund der beidseiten Einspannung deutlich geringer als zur 90° versetzten Ebene parallel zur Bewegungsrichtung des Pleuels. Genau aus diesem Grund ist auch die Querschnittsgestaltung so, dass in letzterer Ebene das Pleuel das höhere Flächenträgheitsmoment im Querschnitt aufweißt weil das Pleuel hier in dieser Ebene ausknicken würde.
Sicher ist Knicken eine wichtiges Kriterium zur Bemessung aber den Belastungen die hier Auftreten, der Bauteilform und Abmessung eine zu vernachlässigende Größe !
Zitat:
Biegung tritt ebenfalls im Pleuel auf (Schwenken um OT) - zumindest ist so mein Stand der Dinge.Wo soll denn das Biegemoment herkommen wenn das Pleuel in dieser Richtung beidseitig gelenkig gelagert, also nicht eingespannt ist

Bestimme und zeichne doch mal spaßeshalber die Momentenlinie
Zitat:
Hingegen würde ich sagen sind Querschnittsveränderungen durch ungleichmäßigen Materialabtrag beim und keine sauber auslaufenden Radien an den Augen eher ein Problem was zu Schäden am Pleuel führen kann.
Eine Bohrung kann sauber platziert und dimensioniert werden.
[...]
Für die Knickfälle ist bspw. direkt die Querschnittsfläche maßgebend (idealisiert).
Der Querschnitt bleibt aber von seiner geometrischen Abmessung her zunächst erhalten (ist klar 1:1 hält der natürlich nicht mehr das was er vornweg mal ertragen konnte)
Für die Biegung bleiben auch die geom. Abmasse und Flächen die nicht zuletzt das Widerstandsmoment im Wesentlichen darstellen erhalten.Du kannst die Bohrungen dimensioniern wie Du willst, der Kerbspannungseffekt tritt dennoch auf. Er ist vereinfacht gesagt abhängig von dem Bohrungsdurchmesser in Bezug auf die Bauteilbreite und dem Abstand der Bohrung zu Außenseite. Eine mittige und kleine Bohrung führt zur kleineren Spannungsüberhöhung.
Aber hier geht es weniger um eine „geometriche Steifigkeit“ bezüglich Biegung (woher auch immer die kommen soll) sondern um ein möglichst großes axiales Tragheitsmoment.
Dennoch ist es für den Spannungsverlauf im Bauteil günstiger die Querschnittsfläche zu verringern als Bereich zu schaffen die eine deutlich höher Spannung aufweisen und somit potentielle Versagenspunkte bilden.
Richtig ist das der Kerbspannungeffekt auf bei rauhen Oberflächen (viel kleine Kerben) auftritt und somit eine möglichst glatte und kerbfreie Oberfläche widerstandsfähiger ist.
Zudem scheint sich ja in der Praxis auch kein gelochtes Pleuel zu finden weil das Pleuel (idealisiert gesehen) kein Biegeträger sondern eine Pendelstütze ist !
Gruß Franz
PS:
Ich habe mal grob überschlagen und komme mit den Annahmen von 50 bar Spitzendruck auf eine Druckkraft von 6.000 N beim 50ccm Motor und 12.000N für einen 105er.
PS2:
Danke bommels_k2 für die Bilder die schön die (roten) Spannungspitzen seitlich der Bohrungen des gelochten Pleuels zeigen. Interessant was es alles für schöne Programme gibt
