Zylinderrollenlager, Bruch am Bord

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Re: Zylinderrollenlager, Bruch am Bord

#11 Beitrag von Hoebra » 31 Mär 2021, 14:56

Das ist auch mein aktueller Ansatz, Primärseite wird wohl 6204 werden.

lasernst
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Re: Zylinderrollenlager, Bruch am Bord

#12 Beitrag von lasernst » 31 Mär 2021, 16:47

Warum wurde beidseitig Zylinderlager genommen 🧐

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Re: Zylinderrollenlager, Bruch am Bord

#13 Beitrag von minimax0_8 » 31 Mär 2021, 22:15

Meiner Meinung nach wäre es sinnvoll die Zylinderrollen auf der kraftabgebenden Seite der Welle einzubauen.

flymo
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Re: Zylinderrollenlager, Bruch am Bord

#14 Beitrag von flymo » 01 Apr 2021, 10:03

Bei Wellen mit Biegewechselbeanspruchungen sind Zylinderrollenlager generell fehl am Platze. Die dynamische Tragzahl des Lagers bricht bei der geringsten Auslenkung eklatant zusammen, denn aus der ursprünglichen Linenberührung der Rollen wird dann eine Punktberührung. Ein Zylinderrollenlager lässt daher keinerlei Schräglauf zu, will man die Tragzahl auf dem Papier auch tatsächlich nutzen, ein Rillenkugellager ist mit 5´- 10´ zulässigem Winkelfehler etwas unempfindlicher.

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Re: Zylinderrollenlager, Bruch am Bord

#15 Beitrag von DMT Racing » 01 Apr 2021, 17:40

Einige 4 Takt Einzylinder aus dem Hause KTM und co sind ebenfalls beidseitig mit Rollenlagern ausgestattet. Diese funktionieren mit 0,2mm Axialspiel relativ gut und dauerhaft.

Solltest du einseitig 6204 nutzen, empfiehlt es sich, das Lager einzuspannen.

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Re: Zylinderrollenlager, Bruch am Bord

#16 Beitrag von Mopedbastler » 01 Apr 2021, 18:22

DMT Racing hat geschrieben:Einige 4 Takt Einzylinder aus dem Hause KTM und co sind ebenfalls beidseitig mit Rollenlagern ausgestattet. Diese funktionieren mit 0,2mm Axialspiel relativ gut und dauerhaft.

Solltest du einseitig 6204 nutzen, empfiehlt es sich, das Lager einzuspannen.
Ich hab schon paar mal gehört das die SMC und SMCR 690er Motoren Probleme mit ausplatzenden Lagerinnenringen haben, die kommt ebenfalls von der Durchbiegung der Kurbelwelle.

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Re: Zylinderrollenlager, Bruch am Bord

#17 Beitrag von schleifer » 01 Apr 2021, 19:40

Nabend,
JW meint dazu, dass die Kurbelwelle in Sportmotoren mit 2 Zylinderrollenlagern auf mindestens 0,7 mm Spiel ausdistanziert werden sollte. Aufgrund der Wärmeausdehnung und der Durchbiegung der Welle bei Belastung soll das Spiel so groß gewählt werden. Das fahren viele schon lange in ihren Crossmopeds. Ich selber habe 2 Motoren problemlos so laufen. Wenn man das zusammen baut und die Welle da so umherklappern sieht (C3), gruselt es einen. Aber meinen MX60 kannste auch in unserem Spargelsand ausquetschen und das Motörchen macht das klaglos mit. Zu wenig Spiel wird da bestimmt eher zum Problem, wenn die Rollen bei Durchbiegung ankanten.
Kugellager primärseitig und Zylinderrollenlager limaseitig wird aber auch in "richtigen" MX-Motoren so verbaut. Dann Aufgrund der unterschiedlichen Toleranzen auch als C4 Kugellager und C3 Zylinderrollenlager.
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Re: Zylinderrollenlager, Bruch am Bord

#18 Beitrag von xHansx » 01 Apr 2021, 19:47

Macht man das Rollenlager limaseitig nur wegen der vereinfachten De-/Moniertbarkeit des Gehäuses?
Weil die Belastung ist doch an dieser Stelle geringer als primärseitig, wo dann nur ein Kugellager sitzt.

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Re: Zylinderrollenlager, Bruch am Bord

#19 Beitrag von schleifer » 01 Apr 2021, 20:02

Das wollte ich auch wissen und habe mich umgehört.
Aufgrund der größeren rotierenden Masse (evtl.
mit Unwucht) limaseitig soll die Belastung dort viel größer sein als erwartet. Einen Literaturverweis oder anderen Beweis zu dieser Info habe ich aber nicht.
Bei der Montage ist es natürlich äußerst praktisch.

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Re: Zylinderrollenlager, Bruch am Bord

#20 Beitrag von flymo » 03 Apr 2021, 02:32

Der Leistungsfluß beginnt am Hubzapfen und läuft zum linken Wellenstumpf, dort wird am Ritzel eineTangentialkraft (Rückdrehmoment) im Winkel von 20° zur Eingriffseben erzeugt, welche über die Lager in das Gehäuse eingeleitet wird. Die Krafteinleitung in beide KW-Lager ist dabei um 180° versetzt. Die höchste Belastung muss hierbei das linke KW-Lager aufnehmen, einmal durch den langen freien Wellenstumpf (Hebelkraft) und zusätzlich durch die Kraft aus dem Kurbeltrieb im Arbeitstakt, welche so ziemlich in die gleiche Richtung wirkt. Das rechte Lager hat daher die geringere Belastung, weil es am weitesten vom Ritzel entfernt ist und die Tangentialkraft mit 180° der Kurbelkraft entgegen wirkt.

Es ist daher anzustreben, die Lagerstelle unmittelbar am Ritzel zu positionieren, am M50 Motor hat man das konstruktiv so gelöst, jedoch die Umstellung auf Gemischschmierung und ZIehkeilgetriebe ließ die Länge des freien Wellenstumpfes bei dem M500 enorm anwachsen.

Die Unwucht welche ein schlecht gewuchteter Rotor (Lima) erzeugt, ist nur ein Bruchteil von dem was die resultierenden Massenkräfte einer 1-Zylinder Kurbelwelle darstellt, welche über beide Lager abgetragen wird.

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