• Re: Weltwirtschaftskrise reloaded ???

    Zitat von Giek

    Karl Heinz deine Ausage möchte ich gerne mal aufgreifen.

    Es war paradroid ;)

    Zitat von Giek

    Es fängt doch schon in den Kindergärten an, wo Kinden das zusammen sein in der Gruppe bzw. anderes Gesellschaftliches Grundwissen erwerben.


    Da fängt das Problem an: Kindergartenplatz. Mit der Reduktion dieser fehlt doch schon einigen kindern soziale Kompetenz. Diejenigen Kinder, die dann zu Haus bei Mutti (die vielleicht auch noch arbeiten geht) allein aufwachsen, verbringen ihre Kindheit vor der Glotze. Medienmanipulation kann beginnen....

    Zitat von Giek

    Folgend der Eintritt in die Schule, in der Statussymbole wie Jamba und das neueste Handy ect. mehr an Gewichtung finden, als es jemals zuvor der Fall war, gepaart mit dem Leistungsdruck und den Verbundenen Zwängen.

    Woher kommen denn die "Statussymbole ?
    Also ich hab in der Schule noch keine Plakate oder Werbespots gesichtet. Alles Urkrankheit der Flimmerkiste.
    Ach und Leistungsdruck ? Negativ. Was bekommt man denn für seine Leistung ? Beziehungsweise was bekommt man nicht ? Weder in der Grundschule haben Klassenkameraden (oder ich) Hausarrest für besonders schlechte Noten bekommen, noch wurde jemand später das Vehikel aus selbigen Gründen am Gymnasium versagt.
    Andersrum gabs aber auch nur geringen Bonus für dauerhaft gute Leistungen.
    La dolce Vita, die Schule war/ist doch für viele nur ein Pflichtbesuch, damit man nicht den kompletten Tag mit Freunden rumgammelt oder Unsinn anstellt.

    Zitat von Giek

    Die jungen Geister, sprich die Kinder sind wie ich denke einfach mit diesen ganzen Dingen überfordert. Das eigentlich Anliegen der Einrichtung Schule, sprich das lernen und das sich selbst entdecken tritt völlig in den Hintergrund.

    Seh ich leider überhaupt nicht so.
    Dank dieser neuartigen Pseudoerziehungsmethoden werden/bleiben Kinder unterfordert . Diese Unterforderung verläuft sich dann in Desinteresse und Leistungsversagen.
    Erwiesenermaßen ist Stress in gesunder Dosis leistungsfördernd und Gesund. Man erlebt neue Situation, muss sie überblicken und Lösungen finden.
    Jedoch werden die neuen Sprösslinge heute viel zu sehr in Watte gepackt.
    Das ist nicht nur in der Schule so. Das beginnt schon zu Hause.
    Hier und da mal eine Backpfeife oder eine kleine Tracht Prügel hat noch keinem geschadet. Wer Mist verzapft hat, sollte auch zur Rechenschaft gezogen. Allein mit Appel an den Verstand funktioniert das eben nicht.
    Aber was lernen die Kinder heutzutage ? Wie man sowas beim Jungendamt meldet...

  • Re: Bildung vs. Staat

    ...das mit den Lehrern ist so eine Sache... ein Ding das mir so im Laufe der Zeit aufgefallen sind...

    früher: gefühlt kam es einem so vor als hätten manche Lehrer nicht gerade viel Plan von dem was sie den Leuten vermitteln sollen

    heute: !Bewußtsein! das das so ist, denn wenn ich mich umschau unter den ehemaligen Mitschülern, welche von denen haben die Lehrerlaufbahn eingeschlagen? - richtig die Auswendiglerner & welche mit latenter Störung ;) , nur ganz wenige von denen, vor denen man schon früher den "Hut gezogen hat" haben die Lehrerlaufbahn eingeschlagen

    Aber nun gut, eigentlich besser wäre es wenn man ein Programm ins Leben ruft, bei dem Leute aus dem Alltag Anreiz hätten Lehrerrollen in Teilzeit zu übernehmen. Klar müßten diese irgendwo eine pädagogische Ausbildung erhalten...
    Vorstellen könnt ich mir das dann so: neben Mathe, gibts angewandte Mathematik in Zusammenhang mit Informatikern, an. Physik vielleicht mit MBlern, an. Chemie mit Chemikern, an. Biologie mit nem Arzt/ Biologen oder so ähnlich ... oder besser als so ne Art Projektfächer!?
    Und das ganze dann von mir aus so gestaltet, das es bis zur 10 eher "handwerklastig" ist und die Abijahre halt eher "wissenschaftlicher".
    Aber die Abileuts solln halt das handwerkliche auch mit durchlaufen!

    Einfach damit man schon früh auf Tuchfühlung mit den Anwendern geht.

    Ich mein 14 - 21 Tage Praktikum während der Schulzeit sind doch echt nen Witz?!

    [Edit: wären? - während! ich geh jetzt ins Bett]

  • Re: Bildung vs. Staat

    Das wäre wirklich was feines, wenn gestandene Leute aus den Fachbereichen den Unterricht ergänzen würden. Nur leider wird das unbezahlbar. Denn wer wird das schon umsonst machen ? Wird sich ja für die Fachschaft nicht nur auf 1-2 Besuche im Jahr einstellen.

    Vielmehr würde sich erstmal mehr Lehrpersonal rentieren. Um dauerhaft die Klassengröße unter 20 Leuten zu halten.
    Ich hatte in der Oberstufe das Gefühl, dass in den Kursen mit 10-15 Leuten der Stoff viel besser vermittelt werden konnte. Und scheint ja irgendwo auch logisch, wenn die Lehrer den Überblick besser behalten können.

    Aber du hast Recht: Die ganzen Pauker und Auswendig-Lerner werden Lehrer. Der Hefter wird da Gesetz. Widerspruch ungültig. Besonders viele aus meiner Klassenstufe haben diesen Weg gewählt.
    Nagut, ich will nicht lästern. Bin selbst kein Paradebeispiel :oops: :D

  • Re: Bildung vs. Staat

    Ich finde, dass das soziale Umfeld eine sehr große Rolle spielt, aber auch die unterschiedliche Intelligenz der jeweiligen Individuen.
    Chancengleichheit besteht in Deutschland theoretisch schon, jeder kann aufs Gymnasium wenn er die jeweiligen Vorraussetzungen dafür hat, es wird doch kein Unterschied gemacht aus welcher Schicht man kommt. Im Studium sieht das schon anderst aus (? siehe Studiengebühren), aber auch das ist kein Ding der Unmöglichkeit wenn man aus ärmeren Verhältnissen stammt. (BaFög, Jobben, Kredit etc.)

    Mit der Beeinflussung in der Schule, das ist so eine Sache. Ich denke an einer staatlichen Schule wird die neutralität größtenteils gegeben sein, kann es aber schlecht beurteilen, da ich eine Privatschule besuche. An meiner Schule ist die Situation diese:
    Wir werden ganz klar in die politisch rechte Richtung erzogen. In unserer Cafeteria wird zum Beispiel die FAZ ausgelegt, welche wohl kaum für ihre links orientierte Einstellung bekannt ist.
    Unser Geschichtsunterricht dürfte auch etwas anderst ablaufen als an staatlichen Schulen, uns wurde sogar beigebracht, dass Hitler die Macht fast legal erworben hat.

    Zitat

    Leerhuelle:
    Geschichtsunterricht 12. Klasse (oder 11., weiß es nicht mehr genau, auf jeden Fall Oberstufe) : Ich hab mal die These angebracht, Hitlers Machtergreifung war doch nur eine einfache Machtübernahme, da er so ziemlich im demokratischen Rahmen Reichskanzler wurde....da brannte die Luft.

    So viel dazu.
    Unser momentaner GK Lehrer ist bekennender CDU-Hardliner unser letztjähriger Religions-, Biologie- und Chemielehrer ein etwas höhergestelltes Mitglied der CDL.
    Unsere Schule hat in unserer Stadt nicht den besten Ruf (bei den anderen Schulen) was ich eindeutig als Neid deute.
    In unserer Region haben Abgänger unserer Schule viel bessere Chancen auf einen Ausbildungsplatz etc. als Schüler der staatlichen Schulen und wir sind wesentlich besser ausgestattet. Kleinere Klassen, mehr Fachräume, viele Gerätschaften, 2 Sporthallen, 2 Sportplätze und so weiter.
    Ich bin froh auf dieser Schule zu sein...

    Schwalbe KR51/2 E Bj.80

    Zitat

    caps-lock taste... ist das die mit der man das licht umschaltet,fren/abblend

  • Re: Bildung vs. Staat

    Erklärt doch statt die Schuld hin und her zu schieben lieber mal, warum 80% aller Studienabgänger Akademikerkinder sind?

    Aus Erfahrung weiss ich, das Arbeiterkinder nicht "dümmer" sind. Wenigstens nicht 80% "dümmer". Warum also?

    Nun, ein Schulkamerad von mir, kein Elternteil Lehrer oder Akademiker sagte nach dem Abi:

    "Ich mach' ne Ausbildung bei Siemens, meine Eltern haben's halt nicht so dicke, und da kriege ich gleich Geld".

    Natürlich hätte er Bafög bekommen, im Grunde wäre er abgesichert gewesen. Aber er hatte einfach nicht den 6000DM+ Background, den ich und meine anderen Lehrersohn-Kumpels hatten, nicht diese unabdingbare Sicherheit, dass klappt schon mit Papas Geld.

    (Ich habe übrigens trotzdem dann 50% meines Studiums aus eigener Kraft finanziert, aber das gelingt auch nicht jedem - es gehört Glück oder viel Kraft dazu, nebenher so viel zu verdienen).

    Was die Leute abhält, ist also das Geld, und die fehlende Sicherheit. Der Bildungszugang ist stark abhängig davon, wie viel Geld und Sicherheit vorhanden ist.

    Und was machen die ********** in der Regierung? Führen Studiengebühren ein. Geil. Noch ein Argument für jene, die es nicht so dicke haben, besser mal *nicht* zu studieren.

    Warum kann uns das gesellschaftlich nicht egal sein?

    Ein befreundeter Sonderschullehrer (pardon, die heisst inzwischen Förderschule) erzählte dazu mal vor einem Jahr:

    "weisste, damals in den 80ern, da konnten wir 95% unser Kinder, also eigentlich immer den ganzen Jahrgang, in der Wirtschaft unterbringen. Klar, kein Superjob, aber die hatten alle Arbeit wenn sie fertig waren. Heute - keinen einzigen mehr. Null. Nada. Die wandern direkt ins Hartz IV".

    Wir brauchen mehr Bildung, sonst brechen uns die Löhne weg. Deswegen müssen wir aus JEDEM einzelnen das beste rausholen, was drinsteckt. Und das muss kein Student sein, das kann auch ein verdammt guter Autoschlosser sein, oder so.

    Aber das Leute hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben, weil den Eltern oder der Gesellschaft das Entwicklungspotential fehlt, das kann sich die Gesellschaft im ganzen nicht leisten.

    Und da ist unser komisches Schulsystem nach dem Motto "du kannst nix", und der Sortierung "Gymnasium? Quatsch, Papa war auch auf der Realschule" mit allen Variationen - inklusive übrigens unseres Ex-Bundeskanzlers und zweiten-Bildungsweglers - in Zusammenhang mit einer eklatanten Veränderung der Gesellschaft in den letzten 100 Jahren und einer komplett veränderten wirtschaftlichen Gesamtsituation wirklich nicht das beste, was wir uns antun können.

    Wer genau wissen will, warum das Zeug veraltet ist - schaut mal nach, wann das dreigliedrige Schulsystem "erfunden" wurde.

    Aber sei's drum, ich bin ja "raus" aus den Mühlen.

    Simson-Fotos - Stino fährt ne Schwalbe von Hamburg bis Kapstadt; getuned nur bis zum nächsten Prüfstand - Dakar hin oder her, die Simson... wurde doch verkauft, aber nur in der Familie ;)

  • Re: Bildung vs. Staat

    Zitat von KarlHeinz


    da habe ich zwei seiten gefunden von einer art wanderausstellung die man sich an die schule holen kann.
    darin heist es: was ist geld? wie kann man damit handeln? jetzt: WIE WIRD ES HERGESTELLT?
    ...
    das war im osten schon so das in mathe die planerfüllung berechnet wurde und das ist jetzt genauso wenn eine aufgabenstellung lautet auszurechnen wieviel prozent arbeitskosten gespart werden wenn ein betrieb seine produktion ins ausland verlegt.

    Und das sind nun Beispiele wie das System seine Kinder indoktriniert ? Na ja. Ich finde das ein wenig dünn.
    Mathe ist znächst einmal eine Grundlagenwissenschaft. Damit kann man Atombomben bauen oder den Weizenbedarf Äthiopiens berechnen, der Mathematik ist das gleich, sie ist unpolitisch.

    Dieses, und auch dass die Kinder z.B. mit Geldkreisläufen spielen dürfen, ist einfach nur eine Vorbereitung auf die Realität. Das Schulsystem lehrt das Zurechtkommen in der Realität - insofern stützt es natürlich den Status Quo der Realität. So gesehen hast Du recht.

    Fraglich allerdings ob es wirklich hilfreich wäre wenn wir die Kinder in der Schule auf eine utopische Gesellschaft vorbereiten würden - auf eine zwar bessere, aber eben doch utopische Gesellschaft. Ich meine: Nein, das wäre wenig hilfreich.

    Zitat von KarlHeinz


    grundsätzlich ist doch die leistungsbereitschaft völlig auf dem nullpunkt angelangt.

    Sehe ich nicht so. Teile der Bevölkerung mitsamt ihren Kindern haben eine Leistungsbereitschaft die über jene früherer Generationen weit hinaus geht. Leider haben wir auch einen entgegengesetzten Teil auf den Deine Aussage zutrifft - und um den geht es hier. Es ist nicht alles schlecht, und es sind nicht alle faul.

    Zitat von LGW


    Wir brauchen mehr Bildung, sonst brechen uns die Löhne weg. Deswegen müssen wir aus JEDEM einzelnen das beste rausholen, was drinsteckt. Und das muss kein Student sein, das kann auch ein verdammt guter Autoschlosser sein, oder so.

    Womit Du vielleicht den Kern des Problems triffst. Warum sollte ich ein verdammt guter Autoschlosser werden wollen, wenn ich auch als solcher kaum in der Lage bin mal eine Familie zu ernähren ? Warum sollte ein Hauptschüler außerordentlichen Ehrgeiz entwickeln wenn ihm alle erzählen dass er als Hauptschüler ohnehin in Hartz IV endet ?

    In unserer Gesellschaft darf, schaut man sich Medien und Meinungsmode so an, nur noch stolz auf sich sein, wer Porsche fährt, drei Models zu Geliebten hat und seine Aktiengewinne mit Schampus feiert. Cool und reich sein ist geil, fleissig und normal sein, das ist spiessig.

    Bewundert und angestrebt wird nicht mehr "Können" - sondern das vermeintliche Ergebnis von Können: Geld. Also halten die Kids irgendwelche Pappnasen wie Bushido, 50Cent, Dieter Bohlen oder Heidi Klum für wichtige Menschen, obwohl vollkommen substanzlos. Ihren Papa, der sich etwa als verdammt guter Autoschlosser abrackert halten sie für einen weniger wichtigen Menschen.

    Unter dieser Prämisse muss man sich nicht wundern, wenn Kids, die keine Chance haben "wichtig und anerkannt" nach derartig absurden Maßstäben zu werden, einfach gar nichts tun. Verdammt guter Autoschlosser ? *schulterzuckend - das ist doch eh uncool, da mach ich eher nix.

    Ein gutes Schulsystem ist wichtig, aber Schule kann grundsätzlich nur bildungswilligen Kindern etwas beibringen.
    Natürlich machen wir hier viele Fehler, einige wurden angesprochen. Studiengebühren sind geradezu grotesk, wenn man weiss wie wichtig Bildung für den Standort Deutschland ist. Auch das 3-gliedrige Schulsystem ist grotesk, ebenso wie die scharfe Trennung zwischen Kindergarten und Schule, weiss man alles, schon lange eigentlich.

    Ich denke aber dass das nicht den Kern des Problems trifft. Viel schlimmer ist, dass für weite Teile der Bevölkerung das was sie realistisch erreichen können nicht mehr erstrebenswert scheint. Die Geringschätzung verdammt guter Autoschlosser führt dazu dass sich immer weniger Leute Mühe geben, das zu werden.

    Ehrgeiz wird durch Anerkennung geweckt. Kinder welche immer nur erzählt bekommen dass sie eh doof sind ( weil keine Gymnasiasten und damit später keine Porschefahrer ) und das was sie erreichen können ( Metzgergeselle oder Frisöse ) nichts wert ist - woher sollten die Ehrgeiz nehmen ? Dann doch lieber Spass haben und Party machen.

    Deswegen finde ich auch Mopedschrauben so gut. Mein Sohn (11 Jahre) fragt mich immer ganz ungläubig warum ich mir nicht einfach ein neues Moped kaufe oder ein geiles Motorrad, ich verdiene doch gut. Und ich antworte ihm: Weil es mehr Spass macht etwas selbst zu können als etwas zu kaufen. Nicht der Gegenwert in Geld ist der Wert einer Sache - sondern die Mühe und Liebe die drinsteckt. Das ist die Message.

    Die Gesellschaft ( also wir) muss Kids & Jugendlichen klarmachen, dass es wertvoll ist, mit Mühe und Liebe zur Sache seinen Autoschlosser, Metzger, Bäcker oder sonstwas zu machen. Dass es geil ist (!) etwas zu Können und nicht geil, etwas zu besitzen. Dass Ahtung und Respekt verdient wer etwas KANN und nicht wer etwas besitzt.

    Chancengleichheit auf Geld wird es nie geben, aber Chancengleichheit darauf, ETWAS zu können und mit Herzblut zu machen, muss es geben. Daran hängt die Zukunft unserer Gesellschaft.

    Uff. Bissl arg philosophisch für die Uhrzeit *lacht

    GG

    S50 Bj76 - Caferacer
    OS 80G - 5Gang mit langem 1.

  • Re: Bildung vs. Staat

    Zitat von Marvin

    ...
    Aber die Abileuts solln halt das handwerkliche auch mit durchlaufen!
    [Edit: wären? - während! ich geh jetzt ins Bett]

    Wie oft ich in der Zeit am Gymnasium schon eine Handwerkliche Ausbildung vermisst habe! Früher in Werken immer 1 oder 2 und nu?
    Kunst^^ man kann kunst nicht unterrichten, es sei denn es geht um malen oder sowas.

  • Re: Bildung vs. Staat

    Okay, ich möchte jetzt hier auch mal was dazu sagen.
    Ich geh momentan selbst aufs Gymnasium, 12. Klasse in Thüringen.
    Und ich hasse das "deutsche" Bildungssystem. Was ist das denn, wenn jedes Bundesland macht, was es will? Insofern besteht da meiner Meinung nach nicht mehr die Chancengleichheit, die sich einige wünschen.
    Ich meine, ich persönlich finde es gut, dass ich mein Abitur in 12 Jahren machen kann. Aber für viele, denen das Lernen schwerer fällt als mir, ist es schon hart. Warum haben andere Schüler ein ganzes Jahr mehr Zeit für ihr Abitur?
    Ein ähnliches Problem sehe ich in der Wahl der Leistungsfächer. Kunst und Sport als Leistungsfach? Kann wohlgemerkt gut sein - falls ich mal in diese Richtung studieren möchte. Doch wo bleibt dabei die Allgemeinbildung? In Thüringen muss man als erstes Leistungsfach entweder Deutsch oder Mathe, als zweites eine Sprache, Naturwissenschaft oder eben Geschichte. Halt Fächer in denen man etwas lernt, was einen persönlich auch weiter bringt.
    Bei und ist es mittlerweile auch so geregelt, dass jeder Gymnasiast am Ende der zehnten Klasse eine Prüfung, die sogenannte "Besondere Leistungsfeststellung", kurz BLF, schreibt. Diese ist vergleichbar mit dem Realschulabschluss, meiner Meinung nach sogar eher höherwertig als dieser. Nicht umsonst machen Schüler der Realschule die zehnte Klasse auf dem Gymnasium nochmal, wenn sie ihr Abitur machen wollen. Warum wird dann aber die BLF in vielen anderen Bundesländern nicht als Abschluss anerkannt? Wenn ich jetzt mein Abitur nicht schaffen würde und mich dann beispielsweise in Niedersachsen bewerben würde, würde ich dies quasi mit meinem Hauptschulabschluss tun.
    Weiterhin gibt es in einigen Bundesländern auch kein Zentralabitur. Die Aufgaben in der Prüfung werden vom eigenen Lehrer gestellt. Es besteht keinerlei Druck den Lehrplan erfüllen zu müssen, weder für die Leher noch für die Schüler. Wenn eben mal Stunden ausfallen - egal. Wen kümmerts denn?
    Wenn man das dann mal vergleicht und bedenkt, dass diese Arten von Abitur alle gleichwertig sind.. Mir sträuben sich die Haare.
    Alles sehr fragwürdig meines Erachtens nach.

    Ich: Gestern hat er mich schon gefragt, ob ich meine so durch den TÜV gekriegt hab.. wtf?
    Stonee: Alter Schwede
    Stonee: Du bist son Magnet für dumme Leute oder? :D

  • Re: Bildung vs. Staat

    Vieles was ihr schreibt ist genau das:

    Zitat

    Eltern und die gesellschaftlichen Gewürze (Staat/ Trend-Mode/ Moral) prägen die Kinder.
    Und diese Eltern waren ja auch einst Kinder.

    Ein Informatiker würde diesen Zusammenhang in einer Rekursion verbruzzeln

    ...nur das halt so`n Infotype voll ausrasten würde, weils keine Abbruchbedingung gibt :D :help:

    So nun aber mal etappenweise

    Zitat


    Chancengleichheit besteht in Deutschland theoretisch schon, jeder kann aufs Gymnasium wenn er die jeweiligen Vorraussetzungen dafür hat, es wird doch kein Unterschied gemacht aus welcher Schicht man kommt. Im Studium sieht das schon anderst aus (? siehe Studiengebühren), aber auch das ist kein Ding der Unmöglichkeit wenn man aus ärmeren Verhältnissen stammt. (BaFög, Jobben, Kredit etc.)

    +

    Zitat

    Natürlich hätte er Bafög bekommen, im Grunde wäre er abgesichert gewesen. Aber er hatte einfach nicht den 6000DM+ Background, den ich und meine anderen Lehrersohn-Kumpels hatten, nicht diese unabdingbare Sicherheit, dass klappt schon mit Papas Geld.

    Das was der Erste nedd versteht, weil er es vielleicht nicht kennt:
    Für all das - mit Bafög und Jobben ein Studium hinzubekommen - brauch man ersteinmal eine gewisse Grundsicherung bzw. den Halt in seiner persönlichen Lebensituation (bspw. Eltern).
    Denn jemand der das nicht hat, für den sind ganz andere Probleme real, als sich mit Zuschüssen gradso durch den Alltag zu schlängeln. Denn wolln wir mal ehrlich sein, allein mit Bafög wird es schwer... schau dir allein mal die Lebenshaltungskosten an & wieviel dann noch für etwas Komfort überbleibt
    Und wer bitte möchte in jungen Jahren gleich mal 10k Schulden anhäufen?


    Zitat

    Bewundert und angestrebt wird nicht mehr "Können" - sondern das vermeintliche Ergebnis von Können: Geld. Also halten die Kids irgendwelche Pappnasen wie Bushido, 50Cent, Dieter Bohlen oder Heidi Klum für wichtige Menschen, obwohl vollkommen substanzlos. Ihren Papa, der sich etwa als verdammt guter Autoschlosser abrackert halten sie für einen weniger wichtigen Menschen.


    ->100% Treffer! :cheers:

    Es ist schon merkwürdig, was solche Leute für einen Einfluß haben und wodurch?! - völlig strange, man hat 0 von diesen sogenannten Promis - im Gegenteil, indem man sie noch anhimmelt wächst ihr Status nochmehr und der eigene fällt noch tiefer - also dringend zu vermeiden!

    Zitat

    Und ich hasse das "deutsche" Bildungssystem. Was ist das denn, wenn jedes Bundesland macht, was es will?


    ...das ist ein schwieriges Thema - der Kerninhalt ist sozusagen, das man durch diese förderalistische System versuchen wollte eine Art Konkurrenzkampf unter den Ländern anzustreben. Aber "hassen" brauchst du`s nicht.

    Zitat

    Wie oft ich in der Zeit am Gymnasium schon eine Handwerkliche Ausbildung vermisst habe! Früher in Werken immer 1 oder 2 und nu?
    Kunst^^ man kann kunst nicht unterrichten, es sei denn es geht um malen oder sowas.

    Die Förderung oder Schulung der handwerklichen Dinge ist nichtmal mein Kernanliegen!
    Mein Anliegen ist es, das manche Leute es begreifen lernen das handwerkliche, körperliche Arbeit einen Wert hat!
    Viele checken das gar nicht, weil eben schon das Problem besteht das Papi nen Manager und diesen "Wert" nicht mit auf den Weg geben kann, das Problem was daraus entsteht -> sitzt meistens in den Führungsetagen...

    Und Kunst, sicher kann man Kunst erlernen... ich mein viele große Künstler waren zunächst Meisterschüler und sind daraus erwachsen... (es ist im Prinzip auch ein Handwerk, nur sind Werkzeuge und Methoden anders)

    (

    Zitat

    Nagut, ich will nicht lästern. Bin selbst kein Paradebeispiel :oops: :D

    - bist wohl auch`n Lehrer ;) )

  • Re: Bildung vs. Staat

    Ich habe diesen Thread mal kurz überflogen und denke das ihr "beim Hausbau mit dem Dach anfangt".

    Bildung beginnt im Kindergarten. Im Osten mag es ja noch freie Plätze geben. Hier ist man heilfroh
    wenn man überhaupt einen bekommt. Und kostenlos ist das hier auch nicht.

    Chancengleichheit beginnt aber nicht erst in der 1.,4. oder 10 Klasse, sondern in der Früherziehung.

    Da muss angesetzt werden.

    KR51/2 kein Funke
    S 51 kein Motor

    Welche Chance hatte Bill Gates eigentlich, der reichste Mann der Welt zu werden?

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