Erlebnisbericht und technischer Hinweis
Hallo Zusammen,
Ich musste die komplette Grundplatte vom S51e tauschen da sich eine Spule gelöst hatte und alles kaputt geschlagen hat -- vielen Dank an den Vorbesitzer!
Ich bestelle eine neu Plitz Grundplatte weil sie alte auch schon von dieser Firma war allerdings mit DDR Spulen.
Nun ging der Ärger los. Da Moped lief kurz an danach ging nix mehr.
Alles getestet, Spulenwiderstände Massekontakte alles i.o.
Ich bestelle ein neues Steuerteil (auch Plitz), ich nahm an es wäre besser wenn alles aus einer Hand kommt.
Gleiche Spiel. Moped geht kurz an danach nix.
Wenn man das Schwungrad mit dem Akkuschrauber drehte sah man kleine Zündfünkchen solange die Drehzahl nicht zu hoch war.
Andre Zündspule probiert - keine Änderung.
Danach 2. Steuerteil gekauft mit gleichem Verlauf.
Dann hatte ich einen netten Kontakt mit einem ebay-er. Er erzählte mir, dass häufig die Plits Ladespulen die Probleme verursachen und ich eine andere probieren soll. Auch sagte er, dass fast immer die Gleichrichterdiode hinter der Ladespule durch Überspannung zerstört wird.
Ich sägte dann ein Plitz Steuerteil auf und legte die Leiterplatte frei. Mein Multimeter sagte zwar, dass die Gleichrichterdiode okay sei, allerdings funktionierte das Steuerteil erst nach Tausch der 1N4007 wieder. Wenn ich nun meine Schwungscheibe mit dem Akkuschrauber drehte, dann konnte man hinter dem Gleichrichter bis zu 350V sehen und dass bei moderaten Drehzahlen.
Ich bestelle bei ebay eine neue Ladespule. Diese sah genauso wie die von Plitz aus mit dem Unterschied das offensichtlich weniger Windungen drauf waren. Die Spule war sichtlich schlanker und hatte nur 575Ohm. Die alte hatte 620 Ohm.
Weiterhin ist mir noch etwas wichtiges aufgefallen was hier im Forum offensichtlich noch nicht so bekannt zu sein scheint. Die Ladespule hat eine Dämpfungsspule. Diese liegt unter der eigentlichen Ladespule und wird rechts und links angelötet. In meinem Falle war auf der einen Seite eine kalte Lötstelle und die Dämpfungsspule hat nicht funktioniert (Die Dämpfungsspule muss kurzgeschlossen sein).
Mit neuer Spule sehe ich hinter der Gleichrichterdiode weniger als 200V ohne Anschluss der Steuerspule sowie betrieb mit Akkuschrauber und bei Laufenden Motor im Mittel 100 ... 150V.
So nun der Technische Hinweis:
Solltet Ihr ähnliche Probleme mit der Zündung haben, dann checkt ob die Dämpfungsspule gut angelötet ist. Das kann der Laie leider nur visuell machen. Mit dem Ohmmeter sieht man keinen Unterschied.
Im Bild sieht man den Fehler am roten Pfeil. Ich konnte den Draht mit dem Fingernagel von der Lötstelle lösen. Er ist auch nicht so einfach wieder anzulöten. Durch das massive Eisen geht viel wärme weg und man nimmt entweder einen 350W Lötkolben oder heizt die Spule auf 120C vor und verwendet einen Lötkolben >60W.