Beiträge von Leine

    Hallo zusammen!
    Der April ist halb geschafft und vielleicht schieben wir (zumindest hier in Thürigen) ja diese Woche das letzte Mal Schnee, bevor es wieder in eine sonnige Mopedsaison geht! :D

    In den letzten Wochen und Monaten ist wie angekündigt wieder einiges passiert rund um die Familie unserer Simson-Kennlinienzündungen. Seit kurzem haben wir das neue DCDI+ nun auch offiziell im Shop zum Verkauf gelistet. DCDI+ bei ebay
    Danke an der Stelle nochmal für die Geduld aller Vorbesteller unter euch, die noch per Mail und Telefon gekauft haben und zum Teil auch mal eine Woche oder länger auf Ihr Gerät warten mussten. Mittlerweile haben wir die Fertigungsprozesse soweit optimiert, dass mittelfristig keine großen Lieferengpässe mehr auftreten werden.

    Ein paar kleine Anpassungen will ich euch natürlich nicht vorenthalten. Das wichtigste gleich zu Beginn: Die in einem meiner vorherigen Posts angekündigte Maximaldrehzahl von 12.500 U/min wurde nach mehreren Insistierungen hochambitionierter DCDI-Piloten nochmal auf 14.000 U/min angehoben. Erst ab da setzt die Zündung - unabhängig vom deaktivierten DZB - aus.

    Das bereits angesprochene quaderförmige Gehäuse ist nun zur Standardausführung geworden. Die Maße könnt Ihr der Zeichnung entnehmen. Um Euch die individuelle Befestigung am Fahrzeug zu erleichtern, haben wir dem ganzen aber noch drei fest eingegossene Stahl-Gewindeeinsätze verpasst. Bei der Befestigung sollten immer mindestens zwei der drei M6-Einsätze genutzt werden, damit das DCDI+ nicht unnötig schwingt. Und falls die Frage aufkommen sollte: Nein, die Gewindeeinsätze haben keine Masseverbindung zur Elektronik.
    Für alle Fahrzeuge mit Herzkasten gibt es optional außerdem eine feine Plug & Play -Lösung von uns. Diese besteht aus einem zweiteiligen, 3D-gedruckten Halter, mit dem sich das DCDI+ perfekt in das Gehäusemittelteil integrieren lässt. Das schöne an dem Halter ist, dass auch das "originale" Vape-Blech für den Spannungsregler und den Blinkgeber weiterhin an gewohnter Position im Herzkasten verbleiben kann. Das Blech wird dazu einfach 14mm höher am DCDI+ -Halter angeschraubt. Das Feedback zu dieser Befestigungsvariante war bei den bisherigen Kunden durchweg positiv. Solltet Ihr andere Ideen - sowohl für S51 und Co., als auch für Vogelserienmodelle - haben, dann lasst es mich wissen!


    Ein kleines Manko muss ich fairerweise noch im Bezug auf die ersten verwendeten (blauen) Displays einräumen. Diese sind bei einigen wenigen Kunden teilweise sporadisch "eingefroren" - man konnte also irgendwann Tasten drücken, ohne dass sich die Anzeige auf dem Display änderte. Nach dem Neustart ging es dann wieder und man konnte weiter programmieren. Grundsätzlich funktionierten diese Einzelfälle also schon, aber nervig war es trotzdem, daher gab´s von uns selbstverständlich umgehend und anstandslos Ersatz. Generell sei an der Stelle angemerkt, dass Ihr bei egal welchem technischem Problem mit einem Gerät von uns immer maximale Kulanz erwarten könnt. Sollte mal irgendetwas nicht funktionieren, gibt es ohne große Diskussionen Ersatz. Punkt. Wie sich herausgestellt hat, lag dieser Displayfehler übrigens an einer Verbindungsschwachstelle am integrierten Displaytreiber. Wir haben das Display daher kurzerhand durch ein anderes Fabrikat ausgetauscht, bei dem derlei Probleme nicht auftreten. Daher erstrahlt eure Programmieroberfläche jetzt nicht mehr blau, sondern weiß. Auf dem Bild lässt sich hoffentlich auch erkenen, dass die Labeloberfläche inklusive dem durchsichtigen Displayfenster nochmal optimiert wurde. Man darf bei solch einem Manufakturprodukt natürlich keine makellose perfekte Optik erwarten, aber unterm Stricht sieht das DCDI+ mittlerweile echt chic aus! :D

    Soweit erstmal zu den kleinen Neuerungen. Solltet Ihr Fragen haben, können wir diese gern wieder hier diskutieren.

    Bis dahin bleibt gesund!
    Johannes

    Ein gesundes neues Jahr wünsche ich Euch erstmal!
    Es freut mich, dass das DCDI+ weiterhin auf Interesse stößt und Ihr gleich einige Aspekte kritisch hinterfragt. Das haben wir bei der Entwicklung nicht anders gemacht. Also sprechen wir mal über die Art der Programmiermöglichkeit.

    Kurz vorweg: die hier beschriebenen Erläuterungen sind natürlich nur ein sehr kompakter Auszug aus dem Entwicklungsprozess des DCDI+ und lassen einige weniger interessante Detailaspekte außen vor. Grundsätzlich liegen der Erstellung all unserer Produkte stets mehr oder weniger strikte Konzeptleitfäden zugrunde. In der Regel werden die Ideen und Möglichkeiten in fortgeschrittenem Stadium aber immer in einer Bewertungsmatrix (ähnlich VDI-Richtlinie 2225) miteinander verglichen.
    Die Kriterien sind dabei in erster Linie natürlich technischer Natur. Allerdings spielen auch Dinge wie Material- und Entwicklungskosten, sowie die anzunehmende Entwicklungsdauer eine Rolle. Soviel vorweg: die Variante der direkten Programmierung hat, wie Ihr bereits im vorangegangenen Post gesehen habt, gewonnen. Trotzdem hier nochmal ein paar kurze Anmerkungen zu den Alternativen.

    Insgesamt haben wir vier verschiedene Konzepte bewertet:
    1. Kabelschnittstelle für den PC
    2. Mediumschnittstelle (USB-Stick, bzw. SD-Karte)
    3. Drahtlose Schnittstelle (Programmierung via. Mobilgerät)
    4. Direktschnittstelle mit Display und Tasten am DCDI

    Die ersten beiden Varianten sind sich in vielen Aspekten ähnlich. Die Drahtlose Version war zugegeben eine Luxus-Überlegung und soll auch nur kurz beleuchtet werden. Nachstehend liste ich einfach mal Vor- & Nachteile auf.

    Vorteile Kabel- oder Mediumschnittstelle:

      Schnelles Eintragen neuer Zündkennlinien

      Lokales Abspeichern auf dem PC und Austausch mit anderen Nutzern

      Etwas dünneres Gehäuse (ca. 10mm in der Tiefe)


    Nachteile Kabelschnittstelle:

      Es wird zwingend ein PC benötigt

      Ein Programmierkabel mit USB-Adapter & ein vergussfähiger Steckplatz auf dem DCDI sind notwendig. Ein einfaches USB-Kabel ist bei den derzeit verwendeten Prozessoren leider nicht ohne weiteres möglich.

      Eine individuelle DCDI-Software für Windows muss unsererseits entwickelt werden. Potentielle Probleme finden sich hierbei vor allem in der Kompatibilität mit euren verschiedenen PCs. Sowohl, was die Ausführung der Software, als auch die Kommunikation zum DCDI via Treiber angeht. Ihr kennt wahrscheinlich alle dieses prickelnde Gefühl, wenn z.B. nach einem Windowsupdate Dinge nicht mehr funktionieren, die vorher nie Probleme gemacht haben… Dies alles treibt die Validierungsdauer einer solchen Entwicklung schnell in die Höhe. Zudem schlägt sich dieser anzunehmende Zeitaufwand natürlich auch in der Kalkulation des Verkaufspreises nieder.

      Und wichtig zum Schluss: Das DCDI kann nicht einfach ohne PC „während der Testfahrt“ programmiert werden


    Nachteile Mediumschnittstelle:

      Gleiches Thema wie bei der Kabelschnittstelle: PC erforderlich & nicht während der Testfahrt abseits der heimischen Rechentechnik programmierbar

      Die Kompatibilität ist insofern nicht ganz so kritisch, da das Treiberthema weniger ins Gewicht fällt

      Eine „Open-Source-Programmierung“ der Kurven via Excel o.Ä. erfordert einen definierten Plausibilitätsrahmen, in dem Kennlinienwerte eingegeben werden können. Die Prüfung der Werte muss bei der Übertragung dennoch im DCDI+ erfolgen. Der Aufwand, etwaigen kreativen Unfug des Nutzers rauszufiltern ist meiner Erfahrung nach meist deutlich größer als man denkt…

      Es gibt kein eindeutiges Feedback bei der Übertragung. Ohne Display kann man sich vielleicht auf das Blinken einer LED als Bestätigung oder Fehleranzeige einlassen. Sofern das DCDI die Kurven auf der SD-Karte mal nicht übernehmen will, kommt aber spätestens nach dem zweiten vergeblichen Versuch massiver Frust auf. An dieser Stelle wäre der zu erwartende Supportaufwand für uns als Hersteller deutlich größer anzunehmen.


    Vorteile drahtlose Schnittstelle:

      Programmierung & Auslesen über Smartphone (Android)

      Schnelles Eintragen der Kennlinienwerte


    Nachteile drahtlose Schnittstelle:

      Es wäre ein Smartphone mit Android erforderlich. Jaja, da blutet dem eingeschworenem Apple-Fan das Herz, ich weiß…

      Mögliche Kompatibilitätsprobleme bei Betriebssystemupdates des Mobilgeräts. Gegebenenfalls müsste dadurch auch das „DCDI-Betriebssystem“ aktualisiert werden

      Neukonzipierung des DCDI mit gänzlich anderer Prozessorfamilie erforderlich

      Extrem hoher Entwicklungsaufwand, was auch die Kalkulation zu Lasten eines akzeptablen Verkaufspreises beeinflusst


    Vorteile Direktschnittstelle:

      Vergleichsweise geringe Entwicklungskosten und überschaubare Entwicklungsdauer

      Geringste Hardwarekosten im Vergleich mit den anderen genannten Varianten

      Kein PC oder damit verbundene Kenntnisse erforderlich

      Keinerlei Kompatibilitätsprobleme

      Für absolut jedermann intuitiv bedienbar

      Überall programmierbar, egal ob am Schreibtisch, in der Werkstatt, oder bei einer kurzen Rast auf dem Rückweg von Zwickau


    Nachteile Direktschnittstelle:

      Erhöhter Tippaufwand beim Programmieren (dafür spart man sich aber den Aufwand der Installation diverser Software und Treiber auf dem PC)

      Höhere Bauform


    Fazit:
    Letztendlich dauert es wohl doch länger, den PC rauszuholen und Kabel oder Speichermedium anzuschließen, als direkt nach dem Einschalten der Zündung über die Menütasten seine Kennlinien anzupassen. Außerdem soll die Einstiegshürde in das Thema Zündkennlinien nicht noch durch zusätzlich vorausgesetzte PC-Kenntnisse o.Ä. unnötig angehoben werden. Dass das für Kollegen wie Keo oder SimonS93 kein Problem ist glaube ich sofort – da will ich niemandem zu nah treten.

    Abseits der technischen Aspekte ist es unserer Auffassung nach aber auch essentiell wichtig, die DCDI-Module weiterhin zu einem vertretbaren Preis anbieten zu können. Und in den fließen eben nicht nur die reinen Herstellungskosten, sondern auch die nicht zu vernachlässigenden Aufwendungen für Entwicklung und Support mit ein. Stellt man all diese oben genannten Punkte dem neuen DCDI+ gegenüber, so ergibt sich denke ich ein recht stimmiges Bild.

    Ich hoffe ich konnte euch den Aspekt der Programmiermöglichkeiten etwas erläutern und freue mich natürlich auf euer konstruktives Feedback.

    P.S.: Das DCDI-V ist mittlerweile wieder bei uns im Shop erhältlich. Das DCDI-S für originale Elektronikzündungen wird voraussichtlich in den kommenden zwei bis drei Wochen wieder verfügbar sein. Die Vorbestellungen für das DCDI+ ziehen sich wahrscheinlich noch bis in den Februar hinein - hier ist also leider noch etwas Geduld gefragt.


    Bis dahin bleibt gesund!
    Johannes

    Werte Zweitaktfreunde, es ist der vierte Advent, das Land ist im Lockdown und die Laune vieler Mitmenschen im Keller. Ich hoffe Ihr seid aber alle wohlauf und habt bei all dem gesellschaftlichen Frust noch nicht die Lust an der Mopedtüftelei verloren! Wir jedenfalls nicht… ;)

    Es gibt Neuigkeiten, über die sich der ein oder andere von Euch hoffentlich freuen wird. Zum einen ist das Update für das DCDI-V soweit durch und zum anderen hat die DCDI-Familie potenten Zuwachs bekommen:
    das DCDI+.

    Bevor ich zu den technischen Details komme, möchte ich aber noch einmal „Danke“ sagen an alle bisherigen DCDI-Kunden und natürlich auch ganz besonders an die höchst engagierten Testpiloten der letzten Monate, deren Feedback mit in das Update des neuen DCDI eingeflossen ist. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir das auch in Zukunft so konstruktiv weiterführen können!

    So, nun aber mal zu den technischen Aspekten des überarbeiteten: DCDI-V3 für Vape-Zündungen
    Wir hatten ja bereits in früheren Beiträgen schon darüber philosophiert, dass das induktive Gebersignal der Vape ein sehr launischer Zeitgenosse ist (selbst das Signal der originalen Simsonzündung ist da „pflegeleichter“). Dabei hat es sich als technisch höchst anspruchsvoll herausgestellt, das Signal vom Kickstart bis zur Höchstdrehzahl immer eindeutig auszuwerten und für eine adäquate Zündzeitpunktberechnung aufzuarbeiten. Beim zuletzt angebotenen DCDI-V2 haben wir zugunsten der Maximaldrehzahl die Hardware auf eine höhere Einsatzdrehzahl ausgelegt. Allerdings gab es Kunden, die infolgedessen über ein etwas schlechteres Start- & Standgasverhalten berichtet haben. Dieser Effekt wurde beim DCDI-V3 grundlegend optimiert. Die Einsatzdrehzahl befindet sich jetzt (abhängig vom Zustand des induktiven Gebers und der Magnetisierung des Polrads) im Bereich von 550…650 U/min. Zum Vergleich: Die Einsatzdrehzahl einer Vape A70S-3 mit Z71-Zündmodul liegt bei ca. 270 U/min. Das sieht auf den ersten Blick natürlich nach einem deutlichen Unterschied aus. Betrachtet man aber die Tatsache, dass die Kickstartdrehzahl (abhängig von Statur und Laune des Fahrers) zwischen 950 U/min und 1700 U/liegt, fällt dieser Unterschied zwischen Vape und DCDI in der Einsatzdrehzahl aber nicht wirklich ins Gewicht. Der Punkt „Verhalten bei niedrigen Drehzahlen“ ist damit also abgehakt.

    Zum Thema Maximaldrehzahlen: Wir haben das DCDI-V3 mit seiner neuen Hard- und Software auf unserem Zündungsprüfstand bis 15.000 U/min betrieben – teilweise sogar noch darüber hinaus. Allerdings sei erwähnt, dass dieser Prüfstand elektrisch betrieben und explizit für die DCDI-Entwicklung konzipierte wurde. In einem echten Motor würde ich derlei Experimente mit einer Vapezündung niemandem empfehlen.
    Die Verkaufsvariante wird voraussichtlich jedoch „nur“ bis 12.500 U/min freigegeben sein. Darüber setzt die Zündung aus, bis die Drehzahl wieder unter 12.500 Umdrehungen fällt. Sollte dies einigen von Euch ein großer Dorn im Auge sein, dann lasst uns sachlich darüber diskutieren. Meiner Ansicht nach sollte aber jeder der seinen Motor in Drehzahlbereiche oberhalb von 12.500 U/min treiben will nicht mehr zur Vape, sondern zu einer der etablierten Innenrotorzündungen greifen.

    Eine technisch nicht relevante, aber dennoch erwähnenswerte Sache hat sich noch am Gehäuse getan. Dieses wird beim DCDI-V3 ca. 5mm höher sein, als noch beim DCDI-V2. Die Breite und Tiefe des Moduls bleiben aber identisch, wodurch es weiterhin in der originalen Halterung des Elektronikbausteins befestigt werden kann.

    Vermutlich haben die meisten von Euch beim Überfliegen der obigen DCDI+ -Ankündigung eh gleich nach unten gescrollt. Um Eure Neugier entsprechend zu befriedigen gibt es jetzt also ein paar Eckdaten zu Funktionsumfang, Parametern und dem aktuellen Entwicklungsstand.


    Das DCDI+ arbeitet zündungstechnisch im Grunde exakt genauso wie das DCDI-V3. Mit einem kleinen aber feinen Unterschied: es ist vom Benutzer frei programmierbar.

    Wir haben sehr lange hin und her überlegt, wie wir das Konzept eines individualisierbaren DCDI umsetzen. Die meisten (uns bekannten) adaptiven Zündungen besitzen in der Regel eine Kabelschnittstelle und werden extern über einen PC mit Spezialsoftware oder einen Handheldadapter programmiert. Allerdings decken sich Kabelsalat, Windowssoftware oder gar irgendwelche Adapter auf Uralt-Schnittstellen nicht mit unseren ursprünglichen Zielen, vor deren Hintergrund das DCDI entwickelt wurde. Es soll weiterhin einfach und vor allem durch jedermann intuitiv nutzbar sein.
    Das Ergebnis dieses Entwicklungsprozesses seht Ihr im oberen Bild. Die gesamte Programmierung findet über fünf Bedientasten und die grafische Menüführung über ein OLED-Display statt. Die Auswahl der jeweiligen Zündkennlinie erfolgt wie gewohnt über einen DIP-Schalter. Da die Kurven individuell gestaltbar sind, hält das DCDI+ jedoch nur 8 Zündkurven (3 DIP-Schalter = 8 binäre Schalterkonfigurationen) bereit. Die Verkabelung am Fahrzeug funktioniert genauso wie beim „normalen“ DCDI. Lediglich die Reihenfolge der Flachsteckzungen ist umgekehrt. Außerdem sind natürlich auch wieder die grüne Status-LED und die rote Zündindikator-LED mit an Bord.


    Die Tasten haben intuitive Belegungen. Die Menüsteuerung wird aber in der späteren Bedienungsanleitung nochmal explizit erklärt. Eine schematische Übersicht des Menüaufbaus seht Ihr in dem zweiten Bild. Untermenüs, Seitenwechsel oder irgendwelche versteckten Funktionen soll es nicht geben. Es lässt sich während der Programmierung übrigens quer durch alle acht Zündkurven und auch quer durch alle zugehörigen Stützstellen springen. Eine chronologische Abarbeitung ist nicht notwendig. Hat man seine gewünschten Werte eingetragen, hält man für kurze Zeit den Select-Button gedrückt und speichert so die Parameter.
    Die Erklärung der beiden Werte für Basisvorzündung [BA] und Driftkompensation [SC] erkläre ich bei Bedarf gern nochmal in einem weiteren Beitrag – dieser hier ist ja schon etwas länger geworden als üblich.

    Das auf dem ersten Bild dargestellte Gehäuse, in dem sich das DCDI+ befindet, ist übrigens noch nicht das finale. Es passt vom Lochabstand der seitlichen Halter zwar genau auf die originalen Haltepunkte des S51-Herzkastens, allerdings ist das Gehäuse etwas zu hoch für den Seitendeckel. Zudem ist in S51 und Co. (mit Vape-Umbau) an dieser Stelle auch das Halteblech für den Blinkgeber und den Spannungsregler befestigt. Die Unterbringung im Fahrzeug ist für die Serie also noch nicht komplett geklärt. Alternativ gibt es noch ein einfaches quaderförmiges Gehäuse, welches in den unteren Raum der rechten Herzkastenseite passt (LxBxH = 84 x 73 x 40 zuzüglich 10mm für die Flachsteckkontakte). Solltet Ihr ein paar zündende Ideen für die Unterbringung haben, dann können wir das hier ja gern mal gemeinsam durchgehen.
    Ein weiterer Punkt, der noch nicht perfekt ist, sind die durchsichtigen Displayfenster. Die bisher verwendete transparente Toplayerfolie besitzt leider eine etwas raue Struktur. Das ist natürlich meckern auf hohem Niveau und stellt keine technische Beeinträchtigung dar. Dennoch wird das noch optimiert.

    Wie Ihr es von unseren Sets gewohnt seid, ist selbstverständlich auch wieder eine sehr detaillierte, bebilderte Montage- und Bedienungsanleitung angedacht.
    Da die Frage nach den voraussichtlichen Kosten sowieso eine Eurer ersten sein wird, hier schonmal eine kleine Preisindikation. Das DCDI+ wird voraussichtlich ca. 220,- Euro kosten. Das Set beinhaltet dann das DCDI-Modul im vergossenen Kunststoffgehäuse, sämtliches Montagematerial, den Adapterkabelbaum, die vorkonfektionerte Zündspule mit Halteblech, den DZB-Deaktivierungstaster und die entsprechende Montageanleitung. Die ersten Einheiten werde ich eventuell exklusiv über das Forum und nicht über unseren Shop vergeben. Interessenten können sich gern per Nachricht bei mir melden.
    Ich hoffe, ich habe eure Aufmerksamkeit nicht über die Maßen mit diesem ellenlangen Beitrag strapaziert. Wer sich von dem neuen Projekt angesprochen fühlt, ist nun herzlich eingeladen in großer Runde mit darüber zu diskutieren.

    Bleibt gesund Leute!
    Johannes

    Hallo zusammen!

    Kurz vorweg: 12 Stunden hat die letzte Charge gebraucht, bis sie ausverkauft war - Ihr seid alle verrückt... :lol:


    OK, ich komm am besten gleich zur Sache. Das DCDI-V (für Vape-Zündungen) ist nun offiziell im Verkauf und bringt wie angekündigt ein Paar Änderungen im Vergleich zum DCDI-S (für originale Simson-Zündungen) mit sich. Auf diese will ich kurz eingehen und anschließend noch die wichtigsten von euch gestellten Fragen beantworten.

    1. Startverhalten
    Wie einigen von euch schon aufgefallen ist, springt der Motor mit DCDI i.d.R. nicht beim ersten, sondern erst beim zweiten Tritt an. Aber: "It´s not a bug, it´s a feature!" Aufgrund eurer vielen Nachfragen, ob man das DCDI-V auch mit anderen Zündsystemen verwenden kann, gab es noch ein paar Optimierungen. Konkret bedeutet dies, dass das DCDI nach dem Einschalten der Zündung die ersten erkannten Signale auswertet, verarbeitet und sich quasi selbst auf die Zündung anlernt. Also: Zündung einschalten und ganz moderat zweimal nacheinander den Kickstarter betätigen. ;)

    2. Befestigung
    Die Montageanleitung zeigt den Einbau des DCDI-V an einer S51. Dort ist im rechten Bereich des Gehäusemittelteils unter Anderem der Vape-Spannungsregler verbaut. Um diesen nicht versetzen zu müssen, liegt jedem DCDI-V-Set ein Halteblech inkl. Schrauben zur Klemmung bei. Für eure Vorschläge zur noch einfacheren Unterbringung des DCDI bin ich natürlich jederzeit offen!

    3. Zündspule
    Das DCDI-V kann nicht mit dem originalen Vape-Zündmodul betrieben werden. Stattdessen beinhaltet das Set eine eigene Zündspule inkl. Befestigungsmaterial. Montiert wird die Spule bei der S51 unter dem Tank. Sie besitzt außerdem ein Doppelmassekabel, welches sowohl direkt am DCDI, als auch gleichzeitig an Motor/-Gehäusemasse angeschlossen werden kann.

    4. Kabelbaum
    Für die Montage des DCDI-V muss kein vorhandenes Kabel abgeknippst oder umgekrimpt werden. Stattdessen ist das Set für eine einfache Plug&Play-Montage ausgelegt. Dies beinhaltet sowohl einen Adapterkabelbaum vom Vape-Zündungsstecker, als auch weitere Leitungen (14 & 2). Der Taster für die Deaktivierung des Drehzahlbegrenzers ist identisch zum DCDI-S-Set. Die originale Vape-Zündspule kann darüber hinaus weiterhin im Gehäusemittelteil verbaut bleiben und für "gesetzeskonforme" Fahrten anstelle des DCDI angeschlossen werden... 8-)


    Zu euren meistgestellten Fragen:

    1. Kann man das DCDI auch ohne Batterie verwenden?
    Ganz einfach beantwortet: Nein. Auch wenn das Grundprinzip einer CDI ohne Batterie auskäme, so kann der Microprozessor der die Zündverstellung managed nicht auf eine konstante Spannungsversorgung verzichten. Schließt man eine Welchselspannung an, besteht absolute Wahrscheinlichkeit, das DCDI zu zerstören. Sofern das Thema "Gewicht" bei eurem Fahrzeug eine vorrangige Rolle spielt und ihr dementsprechend keinen Regler und keine Batterie verbaut habt, ist das DCDI nichts für euren täglichen Einsatz. Punkt.
    Jetzt kommt aber trotzdem noch eine kleine Aufweichung des "klaren Neins": Ich hab das DCDI selbst schon mit einem kleinen 9V-Block gefahren... :lol: Da der Stromverbrauch des DCDI so gering ist, kommt man selbst mit einer sehr kleinen Batterie einige Zeit aus. Nähere Werte zu entsprechenden Laufzeiten kann und möchte ich allerdings nicht geben. Wenn Ihr diesen Weg wählt, müsst Ihr selbst ein paar Versuche machen, wie lange die Minibatterie durchält und ob Ihr es bis zur Zielflagge schafft. Fakt ist: Ein 888-Minuten-Rennen à la Wiesner würde ich mit DCDI ohne Batterie und Laderegler nicht bestreiten wollen... ;)

    2. Fremd-Zündungen
    Unter "Fremd-Zündungen" definiere ich erstmal alle Zündsysteme jenseits der aktuellen (Simson-) Vape. Grundsätzlich ist das DCDI aber sowohl von der Eingangselektronik her, als auch seitens Software auf maximale Flexibilität getrimmt. Und bevor jetzt wieder einige wiederholt bemerken, dass Powerdynamo, etc. doch das gleiche Gebersystem verwenden: meldet euch bei mir per mail und wir finden einen unkomplizierten Weg um euer Zündsystem einfach mal mit einem DCDI auszuprobieren. ;)
    Generell würde ich vorsichtig behaupten, jede Hochspannungs-Zündung (400...800V Primärspannung) die ein induktives Pickupsignal liefert, welches dem der Vape qualitativ und quantitativ ähnelt hat gute Chancen, mit einem DCDI betrieben werden zu können. Die einzige Einschränkung besteht gegebenenfalls darin, dass die dynamische Driftkompensation nicht zu 100% passt und selbst bei eingestellter statischer Zündkurve, eine leichte Verschiebung des ZZP mit steigender Drehzahl auftritt.


    3. Maßgeschneiderte Programmierung
    Einige von euch sind mit der Frage an mich herangetreten, ob sie auch individuell festgelegte Begrenzungsdrehzahlen oder eigene Zündkurven im DCDI hinterlegt bekommen können. Grundsätzlich hatte ich das ja bereits angekündigt. Sobald die Fertigung des "Standard"-DCDI-V reibungslos läuft und ihr mir mal ein oder zwei Wochen nicht gleich alles aus der Hand reißt, versuche ich das Thema Custom-DCDI direkt im Shop mit aufzunehmen. Aufgrund des höheren Aufwands wird es - wie Ihr aber sicher verstehen könnt - einen kleinen Preiszuschlag von schätzungsweise 30€ dafür geben müssen.


    So, ich hoffe ich konnte eure Fragen damit angemessen beantworten und freue mich natürlich auf euer konstruktives Feedback!

    Bis dahin
    Johannes

    Okay, an dieser Stelle will ich mich doch mal etwas früher als geplant zu Wort melden...

    Erstmal Danke für euer immenses Interesse am neuen Vape-DCDI! Ich fühle mich geschmeichelt :wub: Was die letzten Tage und Wochen an Nachfrage reinkam hätte ich echt niemals erwartet. Trotzdem würde ich (zumindest für die nächsten vier Wochen) alle Besitzer eines Fernmeldeapparats bitten, von weiteren Nachfrageanrufen abzusehen. Bislang waren quasi alle hergestellten DCDI schon vorbestellt. Die paar auf ebay waren die ersten "frei verkäuflichen"....allerdings waren diese nun auch nach nur wenigen Stunden wieder ausverkauft :lol: Die nächsten Chargen sind aber schon vorbereitet und werden auch zeitnah im Shop landen. Zugegebener Weise ist aber auch von dieser Charge schon über die Hälfte "vor-vergriffen".

    Ich bin grundsätzlich ein Fan hoher Sorgfalt. Und das bezieht sich nicht nur auf Entwicklung, Herstellung und Produktvalidierung, sondern eben auch auf die Informationsweitergabe hier im Forum. Meine Rate an halbseidenen Zweizeilern versuche ich eher gering zu halten. Stattdessen würde ich euch auch weiterhin gern alle Neuigkeiten in ausführlicheren Posts bereitstellen - ich denke da haben alle Mitlesenden mehr von. Also: lasst mir nochmal ein paar Tage Zeit bitte ;)

    Den Link zum DCDI-V findet ihr wie immer unten in meiner Signatur.


    Viele Grüße
    Johannes


    IMG_20200502_104911.jpgFeedback zur Produktanleitung: Auf der hinteren Seite habt ihr die Dip Schalterstellung beschrieben und abgebildet ( Binärcode). Was ich nicht schön finde,das die Abbildung die Reihenfolge 6 5 4 3 2 1 abbildet,auf dem Modul beginnen die Dip Schlagerreihenfolge bei 1 2 3 4 5 6. Ist das gewollt so? Warum habt ihr das nicht 1:1 abgebildet? Ist halt Spiegelverkehrt und könnte zu Problemen führen.

    Die Schalterreihenfolge in der Anleitung ist extra so gewählt, damit die Reihenfolge identisch zur Einbaulage ist. Auf deinem Bild hast du das DCDI von hinten fotografiert. ;)


    Sehr gute Neuigkeiten.

    Wie sehen denn die derzeitigen Zündkurven aus?

    Die vorprogrammierten Zündkurven sind im Bild auf Seite 1 des Threads aufgeführt. Wunschkurven können in der Custom-Version des DCDI gern berücksichtigt werden.



    Die Powerdynamo hat doch das selbe Zündsystem wie die Vape, sollte also auch bei dieser mit dem Vape Modul funktionieren.

    Ja das mag sein. Allerdings hat unsere Erfahrung gezeigt, dass jedes Zündsystem mit speziellen Eigenheiten aufwartet, die es bei der Umsetzung eines verlässlichen Kennlinienmoduls zu beachten gilt. Aus dem Grund würde ich immer erst ausgiebige Test machen, bevor das DCDI offiziell auch für Powerdynamo angeboten werden kann.


    Wie sieht es bei der Powerdynamo- Zündung aus ? Ist Eure Zündspule für die Vape auch dort verwendbar ?

    Rennopa:
    Bislang haben wir noch keine Powerdynamo-Zündung auf dem Prüfstand gehabt. Zugegeben liegt derzeit die Priorität aufgrund der hohen Nachfrage auch klar bei Vape-Zündanlagen. Wenn die Serie dort läuft ist die Powerdynamo aber vielleicht eines der nächsten Projekte. Grundsätzlich sollte das DCDI (rein von der Hardware) auch damit funktionieren. Es müssen aber trotzdem mit jedem Zündungstyp zunächst Prüfstansversuche, Oszilloskopien, etc. vorgenommen werden, bevor die Signalverarbeitung der Software explizit auf den entsprechenden Zündungstyp wie die Powerdynamo angepasst werden kann.

    Sofern sich in Richtung Powerdynamo etwas regt, kann ich dich aber gern explizit kontaktieren. ;)

    So, es gibt mal wieder ein Update. Für die ungeduldigen unter euch das wichtigste gleich vorweg:
    Die ersten (Vor-) Serienteile der Vape-Version sind aufgebaut, vergossen und alle positiv auf dem Prüfstand getestet! :cheers:

    Welche Änderungen gibt es zur bisherigen Verkaufsversion?
    Wie in meinem letzten Post schon angekündigt gibt es ein paar Weiterentwicklungen und Verbesserungen für die neue DCDI-Version. Dazu zählt folgendes:

      Entfall des Einstellpotentiometers durch die Verwendung einer neuen Eingangssignalaufbereitung

      Serielle Programmierschnittstelle (vorerst aber nicht durch euch, sonder nur durch uns nutzbar)

      Status-LED (grün), welche signalisiert, wenn das DCDI mit der notwendigen Eingangsspannung versorgt ist

      Indikator-LED (rot), welche bei jedem Zündvorgang einmal blinkt

    Über die ersten beiden Punkte habe ich euch ja schon im letzten Beitrag aufgeklärt. Warum jetzt noch die LEDs? Ganz einfach: wenn ein DCDI bei uns auf dem Prüfstand oder in einem Testfahrzeug läuft, kann ich stets sicher sein, dass alles damit in Ordnung ist. Für euch als Nutzer war die erste Version allerdings eine Blackbox, bei der man (wie beim originalen Elektronikbaustein) schnell mutmaßen konnte, dass etwas damit nicht stimmt, wenn nicht sofort nach dem Einbau ein Funke kommt. So hatten wir in den letzten Wochen zwei Piloten, die ein "defektes" DCDI melden wollten. Lösung des ganzen: Die Batterie war nicht richtig angeschlossen. Um derlei Fehlalarme künftig zu umgehen gibt es also die grüne Status-LED. Leuchtet sie, hat das DCDI eine ausreichende Versorgungsspannung. Dies gilt im übrigen auch, wenn die Batterie nach langer Standzeit schon etwas schwach auf der Brust ist, da das DCDI bereits ab 3V Eingangsspannung arbeitet.

    Um noch einen drauf zu setzen gibt es die zweite, rote LED. Diese leuchtet parallel zu jedem ausgelösten Zündfunken für einige Millisekunden auf. Blinkt sie, wurde also ein diskretes Signal vom induktiven Geber der Grundplatte erfasst, verarbeitet und ein Zündimpuls ausgegeben. Auf diese Weise lässt sich im Übrigen auch wunderschön testen, ab welcher Kickstart-"Intensität" ein Funke generiert wird. Mit der neuen Signaleingangselektronik funktionierte dies auf mehreren Vape- und auch auf originalen Simson-Zündungen bereits bei leichtester händischer Betätigung des Kickstarters - natürlich ist dies unter anderem abhängig vom Magnetisierungsgrad eurers Polrades, dem induktiven Geber, eurem verbauten Zylinder und der vorhandenen Kompression.

    Ist das DCDI nun also sowohl mit Vape, als auch mit originalen Elektronikzündungen verwendbar?
    Jein. Die Harware ist vollkommen identisch. Die Software allerdings nicht ganz, da das Pickup-Signal der Vape-Zündung anders kompensiert/linearisiert werden muss, als das der Simson-Zündung. Verwendet man ein DCDI-S (welches für originale Zündungen ausgelegt ist) an einer Vape-Zündung (oder umgekehrt), so kann man mit dem Stroskop bei statischer DCDI-Kennlinie (z.B. 21° v.OT) einen Drift mit zunehmender Drehzahl erkennen. Dieser Drift ist in den DCDI-V (explizit für die Vape) softwaretechnisch über entsprechende dynamische Offsets korregiert.


    So, genug geplaudert über technische Details. Jetzt seid Ihr gefragt:
    Da die Herstellung der neuen Version gerade erst anläuft, wird es wohl noch ein oder zwei Wochen dauern, bis die neuen Versionen in ausreichendem Lagerbestand vorliegen und bei uns im Shop offiziell erhältlich sind. Ich habe allerdings noch fünf Vorserien-DCDI-V, die auf ihren Einsatz warten! Sofern sich unter euch ein paar eifrige Tester mit gesteigertem Interesse am DCDI-V befinden, meldet euch bei mir! ;)


    Beste Grüße und bis zum nächsten Update
    Johannes

    So, bald ist Ostern und es gab immer noch keine Neuigkeiten zum DCDI - damit räumen wir jetzt gleich mal auf...

    Thema 1: Vape-Version

    Ich hatte vor einigen Wochen ja schon einmal erwähnt, dass die Zündwinkel-Manipulation der Vape-"Zündspule" (Z71) etwas aufwändiger umzusetzen ist, als bei der originalen Simson-Elektronikzündung. Aus diesem Grund haben wir auf dem Prüfstand zahllose Tests mit der Vape (A70S3) und verschiedenen (Fremd-) Zündspulen unternommen. Ziel hierbei war, eine Zündspule zu finden, die im Interesse aller zukünftigen DCDI-Piloten drei zentrale Forderungen erfüllt:

      Saubere & zuverlässige Funktion

      Kompakte Bauweise

      Preislich vertretbar

    Eine solche Spule ist nun gefunden und die Testergebnisse sind auch in hohen Drehzahlbereichen durchweg überzeugend. An der DCDI-Vape-Front wird es also bald serienreife Ergebnisse für euch geben :)
    Hier mal ein kleines Beweisvideo, welches schön zeigt, wie stabil sich der (berechnete!) Zündwinkel jetzt auch bei Drehzahlen oberhalb der 10.000U/min verhält.
    https://www.youtube.com/watch?v=6yIGZsPuFW4

    Preis-Teaser:
    Die ersten Anfragen zum voraussichtlichen Verkaufspreis sind schon bei uns eingetrudelt, daher lasse ich mich mal zu einer Vorhersage hinreißen:
    Ich gehe (nach aktuellem kalkulatorischen und technischen Stand!) davon aus, dass wir die Vape-Version für ca. 100€ inkl. aller benötigter Peripherie (Adapterkabel für Vape-Kabelbaum, Zündspule, Zündkabel, etc.) anbieten können.


    Thema 2: Weitere Features & Verbesserungen

    Ein Punkt wie Ihn nur echte Spezialisten fordern können, kam von Keo bezüglich der freien Programmiermöglichkeit. Das haben wir nach einigem hin und her aufgenommen und in Form einer seriellen Programmierschnittstelle in die Elektronik integriert.
    Vorteil 1: Die geplante Custom-Version mit kundenspezifischen Kennlinien kann schon vor der Programmierung vollständig aufgebaut und vergossen werden - das verkürzt natürlich die Wartezeit für euch als Kunden.
    Vorteil 2: Sollten sich die Anforderungen an das gewünschte Kennlinien-Ensemble mal ändern, ließen sich relativ schnell neue Kurven aufspielen.
    Nachteil: Auf mich wartet nun ein ziemlicher Arbeitsaufwand, um euch unser eigens entworfenes Programmiermodul mechanisch, elektrisch und softwaretechnisch in eine intuitiv bedienbare Form zu bringen. Bedeutet also, dass man (in zeitlich noch nicht final definierter Zukunft) als Kennlinien-Enthusiast optional auch noch ein kleines Handbediengerät erwerben kann. Damit ließen sich die Kurven dann individuell, ohne PC und wenn nötig auch auf dem Weg vom Bäcker zur Tanke umprogrammieren. ;)

    Ein weiterer Punkt der sich ändern wird, ist der Signaleingang des DCDI. In der aktuellen Variante DCDI-S1 kann man diesen noch (ähnlich wie beim originalen Steuerteil) über ein mehrgängiges Potentiometer einstellen. Das nächste Update wird stattdessen eine etwas aufwendigere Eingangselektronik haben, bei der eine Abstimmung auf die jeweilige Zündung nicht mehr notwendig ist. Jetzt kommts: Unsere aktuellen Prototypen sind hinsichtlich Elektronik und Software so ausgelegt, dass sie 1-zu-1 sowohl mit der Vape, als auch mit der originalen Simsonzündung arbeiten können. Bei Vape bedarf es nur eines zusätzlichen Adapterkabels und der im ersten Punkt bereits erwähnten Zündspule. Hoffen wir mal, dass die finale Serienumsetzung so kommen kann! :D


    Thema 3: Die Sache mit den Signalen...

    Für diejenigen unter euch, die sich nicht nur für das fertige Produkt, sondern auch die Technik dahinter interessieren, habe ich mal ein (hoffentlich selbsterklärendes) Oszillogramm von einem Versuchs-DCDI angehangen. Wie Heiko es so schön schrieb "[...] weil das Primärsignal (was es zu isolieren gilt) der Vape nicht wirklich schön ist." Das kann man sich hier gern mal genauer ansehen. Wohlbemerkt habe ich hier schon eine Sequenz bei Leerlaufdrehzahl ausgewählt. Steigt die Drehzahl, wird die Sache mit der Signalaufbereitung noch um ein oder zwei Level...interessanter ;)


    Zum Schluss nochmal ein ehrliches Dankeschön an euch und eure vielen konstruktiven Kommentare!
    Und ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn Ihr hier weiterhin eure Ideen und Vorschläge mit einbringt!

    Beste Grüße und bis bald
    Johannes

    Es ist der erste März und es ist immer noch keine Vape-Version verfügbar - es wird wohl doch noch etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen als ursprünglich geplant. :sorry:

    Die Prüfstandsversuche mit der Vape waren bislang vielversprechend, allerdings birgt die originale Vape-Zündspule (die ja nicht nur eine Zündspule, sondern ein ganzes Zündmodul inkl. Zündkondensator, etc. darstellt) in hohen Drehzahlen Probleme. Wir experimentieren derzeit mit alternativen Spulen.

    Für die ganz ungeduldigen: Das DCDI-S funktioniert an einer Vape auch, wenn man eine original Simson-Zündspule verwendet - diese liefert nur leider eine etwas geringere Zündenergie.


    Ich fahŕe ohne Batterie...funktioniert das Teil trotzdem?
    Weil in der Beschreibung auf eine funktionierende Batterie hingewiesen wird...

    Leider nein. Das DCDI benötigt zwingend eine Spannungsversorgung. Ob 6V oder 12V spielt dabei keine Rolle. Betreibt man das Fahrzeug zwar mit Ladeanlage aber ohne Batterie, können transiente Spannungen im dreistelligen Bereich auftreten, die auf kurz oder lang sämtliche Elektronik zerstören.


    Gibt es für den ambitionierten Endkunde evtl auch eine selbst programmierbare DCDI?

    Für die Erprobung auf dem Prüfstand haben wir ein paar Versuchs-DCDI mit USB-Anschluss aufgebaut. Allerdings gibt es dazu keine kundenorientierte Software-Schnittstelle - sprich alle Änderunen werden direkt über C++ implementiert. Es steht auf unserer Ideenliste zwar ein autarkes Programmiergerät für die DCDI, jedoch hat dies derzeit keine Priorität im Entwicklungsfahrplan.
    :sorry:



    Gibt es denn schon ein ca Zeitfenster wann das ganze für die Vape serienreif ist?

    Im Projektplan sind Ende diesen Jahres Feldversuche mit Vorserienmodulen für die Vape angedacht. Die Erfahrung bei Entwicklung der DCDI-S-Variante hat jedoch gezeigt, dass jede Zündung noch mit speziellen Tücken aufwartet, die sowohl beim Thema Hardware, als auch bei der Software unter Umständen enorm Zeit fressen können. Aus diesem Grund können wir leider noch keinen festen Termin für den Serienanlauf angeben. Sobald es in dieser Angelegenheit Neuigkeiten gibt, werden wir euch natürlich auf dem Laufenden halten. ;)


    Ist die Box Spritzwasser geschützt ? Die Idee ist gut. Aber für die alte E Zündung dieses zu bauen sehe ich nicht so Sinnvoll. Das DDRZeug ist schon min 30Jahre alt. Zuviele alte Fehlerquellen. Für Vape, was glaube den größeren Markt darstellt ist es Sinnvoller. Preis ist i.o.
    Drehzahlbereich der jetzt abgedeckt wird, ist meines Erachtens eher nicht so optimal, da da meist Syteme verbaut sind die eh schon viel Band erzeugen...
    Der Focus sollte auf den Sportlichen Vape-nutzer gelegt werden.

    Die gesamte Elektronik ist in Epoxidharz vergossen - somit ist sie sowohl vor Erschütterungen, als auch vor Feuchtigkeit vollständig geschützt.
    Das Thema Vape-Variante hatte ich ja bereits angedeutet - wird kommen. ;)

    Danke erstmal allen für das positive Feedback! :D

    Zitat

    Naja, nun mach dir mal die Arbeit mit ner Ignitech.
    Da landest du rein mit den Prüfstandläufen schon über der Summe, die hier für das Steuergerät und die Zeit um eine der fertigen Kurven zu wählen, fällig wird.
    Und hast graue Haare am Ende.

    Für Motoren wo man solch eine Zündung noch fahren kann, ist das doch ne schöne Sache und super schnell umzustellen.


    Ich denke aus dem Auftaktpost geht schon hervor, dass wir das DCDI nicht als Substitut für die Ignitech entworfen haben. Vielmehr ging es von Anfang an darum, das Thema Kennlinienzündung einer breiteren Masse im Simson-Segment zugänglich zu machen. Daher haben wir uns bei der Entwicklung an diverse Voraussetzungen gehalten:

      Die Zündanlage sollte nicht komplett ausgetauscht werden müssen

      Die Umrüstung & Programmierung sollte ohne Expertenwissen möglich sein

      Es musste preislich auch für den kleineren Geldbeutel attraktiv sein

    Nach eigener Einschätzung haben wir diese Punte denke ich ganz gut umgesetzt. Dazu kommt, dass durch die hohe Anzahl verfügbarer Kennlinien für quasi jedes Fahrzeug-Setup die passende Kurve dabei ist. In der Übersichtstabelle kann man die verschiedenen Abstufungen nach Zündwinkel & Drehzahlbereich erkennen. Dadurch, dass man für die Umstellung der Kennlinien keinerlei Interface, PC oder ähnliches benötigt, kann man in wenigen als einer Minute die Zündkurve wechseln, egal ob in der Werkstatt oder unterwegs.

    Die Frage, ob das DCDI-S für ein Fahrzeug geeignet ist, muss natürlich jeder individuell für sich beantworten. Generelle Beschränkungen hinsichtlich Hubraum, Leistung oder Drehmoment sehe ich an der Stelle nicht. Als begrenzender Faktor tritt lediglich die originale Zündung auf, die eben nicht endlos hoch gedreht werden möchte. Ansonsten kann eine dynamische Zündkennlinie sowohl beim 50er-Stino, wie auch beim 85er-Sportzylinder die Drehmomentcharakteristik verbessern.

    Hallo werte Simson-Gemeinde!

    Ich möchte euch heute gern eine kleine Neuheit vorstellen, die nach gut zwei Jahren Entwicklung nun endlich den Serienstatus erlangt hat. Konkret geht es um unsere variable Plug&Play-Kennlinienzündung für originale Simson Elektronikzündungen.https://www.ebay.de/itm/163842993114

    Eines kurz vorweg: Dieser Beitrag soll dazu dienen, das DCDI-Modul denjenigen vorzustellen, die sich bereits mit dem Thema Kennlinienzündung beschäftigen, oder es zukünftig vorhaben. Es würde mich daher sehr freuen, in diesem Thread viele anregende Kommentare zu diesem Thema anzusammeln und eine konstruktive Diskussion mit all den Zündungsspezis unter euch zu führen. Überflüssige Kommentare à la "Kauf dir ne Vape" und "früher sind sie auch ohne sowas zurecht gekommen" sparen wir uns im Sinne der Übersichtlichkeit einfach... :)


    Also, was soll "DCDI" überhaupt heißen? DCDI steht für "Digital Capacitor Discharging Ignition" - zu deutsch "digitale Kondensatorentladungszündung".
    Im Grunde arbeitet im DCDI eine ähnliche Schaltung wie wir sie seit Jahrzehnten in unseren Steuerteilen nutzen. Herzstücke sind (mal abgesehen von peripheren Widerständen und Dioden) ein Kondensator zum "Ansammeln" der Zündspannung und ein Thyristor zum Entladen und Zünden. Bei laufendem Motor wird die in der Primärspule induzierte Spannung gleichgerichtet und läd den Kondensator auf. Der induktive Geber auf der Grundplatte liefert einen kurzen Spannungsimpuls, dieser schaltet den Thyristor durch, worüber ein Strom vom Kondensator zur Primärwicklung der Zündspule fließt. Zack, Zündfunke! Eine einfache und i.d.R. zuverlässige Sache. Ein Manko hat diese Form der Zündung jedoch: Der Zündzeitpunkt ist, bedingt durch den fest eingebauten Geber, in jedem Betriebszustand gleich. Richtig eingestellt, ist das prinzipiell auch keine schlechte Sache - die Enthusiasten unter Euch wissen aber: es geht besser.

    Hier kommt das DCDI ins Spiel. Dessen Aufgabe ist es nämlich, den Zündzeitpunkt / Zündwinkel über das gesamte Drehzahlband hinweg zu berechnen und entsprechend einer ausgewählten Kennlinie anzupassen. Auf diese Weise kann jedem Drehzahlbereich der optimale Zündwinkel zugeordnet werden. (Was wir im Zweitaktbereich unter "optimalem Zündwinkel" verstehen, darüber findet ihr hier im Forum ausreichend Beiträge, in denen engagierte Fachmänner mit denen diskutieren, die es noch werden wollen... ;) ) Prinzipiell ist das DCDI auch keine neue Erfindung. Viele moderne Zweitaktmotoren arbeiten mit einer Kennlinienzündung. Neuere Viertakter gibt es quasi gar nicht mehr ohne. Auch im Simson-Segment findet man kennlinienbasierte Zündungen wie z.B. die Ignitech. Diese bietet als waschechte Rennzündung auch einige attraktive Funktionen, allerdings ist ein vollständiger Zündungsumbau notwendig und sie muss individuell vom Anwender programmiert werden. Über die Kosten wollen wir an dieser Stelle nicht sprechen.

    Ziel bei Entwicklungsstart des DCDI war daher eine Kennlinienlösung zu schaffen, die von Jedermann ohne großen technischen Aufwand nachgerüstet werden kann und keine Programmierung durch den Nutzer erfordert. Das Ergebnis ist ein kompaktes Modul mit nahezu identischen Abmaßen des originalen Steuerteils. Auf diese Weise lässt es sich mühelos an gleicher Stelle im Gehäusemittelteil montieren und anschließen.

    Aber genug Gerede. Hier einmal die wichtigsten Fakten und Funktionen des DCDI-S:

      Das DCDI ermöglicht eine digitale Kennlinienzündung in der Simson

      Es funktioniert mit allen originalen Elektronikzündungen (6V & 12V)

      Über 6 DIP-Schalter kann man zwischen bis zu 64 statischen und dynamischen Kennlinien wählen (siehe Bild)

      Auch die statische originale Simson-"Kennlinie" ist verfügbar

      Über zwei weitere DIP-Schalter können 4 verschiedene Begrenzungsdrehzahlen ausgewählt werden (aktuell 11.000 / 7.500 / 6.400 / 5.330 U/min)

      Der Drehzahlbegrenzer kann über einen Taster beim Start deaktiviert werden


    Jetzt gibt es verständlicherweise sicher auch Zweifler unter Euch, die meinen aus einer originalen Elektronikzündung kann man keine Rennzündung machen. Und prinzipiell habt Ihr damit auch völlig recht. Die originalen Polräder sind vergleichsweise schwer und mögen Drehzahlen im fünfstelligen Bereich auf Dauer erfahrungsgemäß nicht so sehr. Wer also vor hat, eine Drehzahlorgel aufzubauen, der greift sowieso mindestens zur Vape. Was man aber mit einer Kennlinie auf der Originalzündung erreichen kann, ist eine "Verbreiterung des nutzbaren Drehzahlbands". Bedeutet also, das Drehmoment steigt etwas früher an und fällt etwas später ab. Je nach montiertem Zylinder und Auspuff merkt man eine solche Verbesserung auch schon deutlich beim Durchsprinten der Gänge auf der heimischen Teststrecke.

    Wem kann ich also unser DCDI empfehlen? An erster Stelle natürlich denjenigen unter Euch, die aus ihrem einzylindrigen Aggregat noch die letzten Prozente an Leistungsreserve herauskitzeln wollen, ohne gleich hunderte Euro in einen kompletten Umbau der Zündung zu investieren. Außerdem bietet der integrierte Drehzahlbegrenzer mit Abschaltmöglichkeit einigen von euch vielleicht auch einen gewissen Charme für "besondere Situationen"... ;)


    Soviel erstmal zu der "kurzen" Vorstellung. Sofern die Thematik auf ausreichend interessierte trifft, können wir hier gern auch noch ein bisschen tiefer ins Detail gehen. Ich freue mich über eure Kommentare und Fragen!

    Und ein kleiner Teaser noch zum Schluss: Wir entwickeln und erproben derzeit auch schon eine DCDI-Variante für die Vape, also: stay tuned! 8)


    Update 2019-10-06:
    - Seite-1: Anpassung der Zündkurven "Tuning" & "Advanced 4-26"

    Update 2020-04-27:
    - Seite-6: Vorstellung neue Vape-Version sowie neue Features