Der Sandguss ist das eine und vielleicht noch akzeptabel. Das krasse ‚Layering‘ durch den Druckprozess mit Grobsand geht gar nicht und fördert beim Ästheten tendenziell ganz klar den retroperistaltischen Vomitus. Meister Meutzer könnte auch feiner anbieten, aber es lohnt wohl den Aufwand nicht.
Was Feingussmeister Kollinger angeht - ich werd mich nicht hinstellen und ihn wg. vorab angekündigter Feinstmängel (die eben standardmäßig dort weg- bzw. nachprozessiert werden, falls man nicht gerade eben knausert oder vom Profi-Beschichter angeflunkert wird und dessen Ausführungen glaubt…) herausfordern bei den phätten Referenzen.
Den Tip gab mir einst ein wohlwollend freundlicher Tuner, hier ausm kommerziellen Simson-Bereich. Und es kann entgegen der hier sonst überdurchschnittlich ausgeprägten Gepflogenheit der Geheimniswahrung ruhig ans schwarze Brett, denn es ist einfach mal eine geniale Alternative:
Beiträge von Scharlachdorn
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Diese Einschlüsse kommen von deiner Gussauslegung. Wenn das dort solche Fehlstellen gibt, stimmt was mit deinem Steiger nicht, oder dort ist zu viel Material... auf jeden Fall lassen sich solche Fehler vermeiden. Das ganze mit der Beschichtung zu überkleistern halte ich für problematisch. Hoffentlich hälts.
Ja, Teufel! Der lausige Dilettant vermurxt die Gussauslegung und dann kriegt er noch nicht mal seinen verdammten Steiger in den Griff!? Gott, hätte ich doch bloß vorher gefragt. Denn das scheint gerade hier in der wohlwollend hilfsbereiten, mit Detailknow-how grundsätzlich nie sparsam um sich werfenden jungen Tuning-Szene das Mittel der Wahl, wenn man mal nicht mehr weiter weiss 😂.
Nein, quatsch. Ich verrate mal ein, zwei Geheimnisse. Ich hatte also einmalig einen 2T Zylinder hingemalt in CAD (und werde solch Zeit- und nachgeordnete Geldverbrennung wohl nicht wiederholen) und war durchaus recht froh, dass sich eine schwäbische Feingussfirma, die sonst Prototypen für Andreas Stihl oder Porsche fertigt, sich mit Einzelstücken eines Hobbybastlers überhaupt beschäftigen möchte. Diese Beschäftigung beinhaltete die „Durchsicht“ des Modells auf Abgussfähigkeit und dem ausdrücklichen Hinweis vorab, dass interne Feinstporen häufig auftreten und - von den großen Firmen stets beauftragt - durch hipen (teuer) zweifelsfrei beseitigt werden. Dazu sollte pauschal 0,2% zusätzlich zum Schwindaufschlag hochskaliert werden. Man gibt also dort lediglich ein CAD-Modell oder PLA 3D-Druckteil (ohne über jegliche Gusstechnik nachdenken zu müssen) ab und überlässt den Rest komplett dem Feingussmeister. Ich bin sicher, dass viele Herrschaften, die ähnliches vorhaben mit Kusshand auch diesen (komfortablen) Weg gehen würden, zumal Oberflächenqualitäten erreicht werden, wo der Papst von träumt und in diesem Falle paradoxerweise auch noch deutlich günstiger (ohne hipen auf Einzelteilbasis) als bei den Profis aus Großschirma. Denn mit diesen hätte ich gern zusammengearbeitet. Allerdings sieht die dort bestmöglich erreichbare Oberfläche einfach mal komplett Verdauungsrückstand aus, wenn man sichtseitig annähernd ein kokillengussartiges Erscheinungsbild wünscht. Sicher OK für geile Prototypen oder unter der Motorhaube, Ausschlusskriterium einst für mich, auch trotz offenbar (meist) völliger Feinstporenfreiheit ohne Zusatzprozessierung. -
Wahrscheinlich bekomme ich keine Antwort, aber fragen kostet ja nichts: Mich würde mal interessieren, wer diese Zylinder beschichtet. Hintergrund: mein Eigengusszyl. wurde (auch) nicht ge-hip-t (hot isostatic pressing) vor der Aushärtwärmebehandlung. Man sieht an den vielen Mikrolunkern oben, dass es hier nach dem Guss auch nicht passiert ist.
Ich dachte damals -> ist auch gar nicht nötig und die Beschichtung hält vielleicht sogar besser durch eine Art „Einrasteffekt“, genauso wie das Öl. Pustekuchen. Aufgrund der Mirkolunker musste mein Zyl. ein zweites Mal beschichtet werden, was dann zwar letztlich auch qualitativ i.O. war, aber eben recht teuer insgesamt und ärgerlich. Zumal Versuch 2. Revaltec France fast die doppelte Summe aufruft im Vergleich zu Mitbewerb.
Edit möchte gern noch zeigen was sie genau meint:Beschichtung Nummer 1, ausgeführt via namhaft, selbstbewußtem Anbieter aus Bruchsal (die Gründe für den Ausfall sind inzwischen besser verstanden, aber ohne hipen nicht abstellbar):
Beschichtung Nummer zwei mit Ätzung vorab (nicht perfekt, brauchbar):
Sah nach dem Bohren exakt aus wie weiter oben - daher die Frage. Professionelle Anbieter werden diese Fragestellung kennen. Ich weiß, dass es hier mehr um Werbung und dem Aufzeigen von Technologie und Fähigkeiten geht. Dennoch meine Frage auch als Hinweis für jene Mitmenschen, denen dieser Arbeitsschritt am Rohling auch noch bevorsteht. -
Fragen von markenfremden Interessenten sind natürlich grundsätzlich erstmal suspekt 😅.
…auf jeden Fall ist die von Dir beschriebene Auslegung nach heutigem Verständnis wahrscheinlich recht unüblich. Auch wenn sich die Herrschaften damals in Japan sicher was konkret dabei gedacht haben.
Wenn man sich den berühmten RSA Zylinder vom Herrn Thiel und Co. ansieht, dann scheint für den dortigen Auslegungszweck für die A-Strömer irgendwas um 20 Grad und für die B-Strömer etwas flacher gen Kolbenboden das Optimum gewesen zu sein. (genau andersrum hat man auch schon gemessen, d.h. nach hinten zu ansteigend) Der Stützströmer jedenfalls etwa gen Kopfmitte - wie häufig.
Ein wissenschaftliche Untersuchung des Winkeleinflusses vs. Anwendungszweck hat sicher schon mal - trotz des enormen Auswands - der eine, oder andere betrieben, aber ob sich pauschal „was“ draus ableiten lässt… Gut aufbereitet wäre es sicher für jedermann im Zweittaktgeschäft interessant.
Flacher fräsen sollte jedenfalls eher möglich sein, als andersrum 😉 -
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Ja, Schande über mich, aber ich nutze hierfür 2 sehr preisgünstige Spannfutter aus China.
"Problem" hierbei ist, dass die Preis/Leistung enorm gut ist. (Leider)
Sei´s drum.
Gruß Vincent3 von 100 Herrschaften mag vielleicht auffallen, dass da irgendwo kein stolzes RÖHM prangt.
2 von 100 Herrschaften fühlen sich noch latent unwohl, weil 90% ihrer Alltags-Utensilien in China gefertigt worden sind.
Ich würde kaum was aus der Hobbybude rausbekommen, wenn unsere asiatischen Mitmenschen nicht halbwegs erschwingliches Hightechwerkzeug auf ihren Werkbänken herstellten. -
Funktioniert das auch auf Aluminium ?
Gute Frage. Nie probiert. Bei Stahl ist das bisschen wie primitives Mikroschweißen. Die dünne Elektrode lässt auch Federn mit der Zeit, die dann wohl beim Gegenpart minimalst auffüttern.
Eine brauchbare Verbindung kann es bei Alu demnach eigentlich schon vom Werkstoff her nicht geben. -
Die Firma hatte auf Grund dessen die Lagersitze mit einem Elektrostift bearbeitet und dadurch den Sitz minimal vergrößert , so das die Lager wieder einen festen Sitz hatten .
Hab ich auch schon so gemacht um alte Wellen zu retten. Insbesondere, wenn es nichts kosten darf, oder Aufchromung nicht möglich ist. Geht am besten per Aufspannung auf Drehbank bei möglichst unter 60 rpm. Danach etwas glätten, Voilà. Pfusch und hält dennoch erstaunlich gut.
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Sind es bei der bj wirklich auf jeder Seite Bleche für die Lager?
Tatsächlich hast Du Recht und eine Erinnerungslücke aufgetan. Links kann gar kein Blech sein, weil dort auf dem Wellenstumpf das Lager ‘hinter’ dem fest verpressten Steuerritzel sitzt. Hat man letzteres allerdings runter kann man das Lager wiederum ohne größere Kraft entfernen. Die ganz Welle wird dann am Aussenring saugend in den Stahlgehäusering geschoben. Jedenfalls machte es immer wieder Spaß - und diese Erinnerung ist nicht verblasst - völlig kraftfrei (bis auf klebende Dichtungen) diese Motoren zerlegen und zusammenbauen zu können.
Kawasaki Estrella エストレヤ RSx360 (1996) Cafe Racer vs. home made engine parts
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Kurzer Tellerrandausflug, der mir selbst bisweilen verwunderlich ist / war, denn ich kenne es im Grunde von allen anderen Motoren anders: bei meinem Kawa Single BJ360 respektive BJ250 sind werksseitig beide Wellenstümpfe mit ‘saugend’ sitzenden Kurbelwellenlagern 6306 versehen. Die Aussenringe sitzen ebenso saugend in eingegossenen Stahlringen und werden von je einer geschraubten Platte gesichert. Das ganze badet im gefilteren Öl. Die Motoren halten ohne Weiteres über 50.000 km, einzelne mit neuem Zylindersatz an 100.000 km und nie ist bislang an den besagten Kurbelwellenstellen je ein Problem bekannt geworden bei mehreren zehntausend gebauten Einheiten. Ich selbst habe ein gutes Dutzend Triebwerke dieser Art entsprechend ohne messbare KW-Probleme in den Fingern gehabt.
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Ist ja auch nicht leicht und präzise zu beantworten. Die Positionierfähigkeit des gezeigt Stummels hängt u.a. auch von Ring- und Zylinderverschleißzustand ab. Optimal sieht es nicht aus (besonders für den Fall eines zu weichen Pins) kann aber ebensogut ewig halten.
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Aha. Dann sollte der Verzapfer dieser genialen Lösung doch wenigstens einen strömungsgünstigen Mittelpfosten in seine Brücke setzen.
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Ich halte mich ja bevorzugt komplett raus, aber wenn ich solchen konstruktiven Unsinn sehe wie oben im Foto muss ich meine 20 cent auch einwerfen.
Falls die gezeigte Tasche ausschließlich der Gewichtsersparnis (und keiner speziellen Strömerfunktion folgt) dienlich sein soll, kann man sie doch nicht in Hauptachse des Kraftflusses setzen und dann auch noch komplett durchstechen UND breiter als der Bolzen? Komplett irre. Viel mehr als unten gezeigt sollte man da nicht rausholen und am besten auch nicht so tief.
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Über einen (abzufertigenden) Dorn würde ich das auch machen. Ich dachte schon es gibt Kollegen, die sich auf die relativ rechtwinklige Lage der kupplungsseitigen Gehäuseseite als native Spannfläche verlassen (was für die Spindelei der Bohrung wohl meist reicht).
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Ein Frage bitte an die Auswinkelmeister: wie stellt der geneigte Praktiker den exakten Bezug zur Lagergasse her bzw. misst diesen einfach ein?
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Wo wird das in der Praxis so umgesetzt? Hast du da Beispiele, würde mich Mal interessieren.
Es ist nicht der richtige Thread + ich bin im Markenumfeld wenig aktiv - dennoch weil’s gerade passt: Ich hab mich von Meister Slancars Softwareauslegung inspirieren lassen und das “Konzept” für meinen tschechischen Bauernmotorumbau auch so aufgegriffen. Schon aus Gründen der “Stützpfeilersymmetrie”. (übrigens zwecks Kanalbaukürze und Winkeln nebst weltweit patentiertem Leitapparat im Doppelportsektor 😂). Ob’s funktionert, weiß Gott der Herr, bzw. werden wir sehen.
Übrigens, wo wir gerad beisammen sind, hat jemand Ahnung?: Mein Beschichter sagt die Stege bei einem dreiteiligen Auslass werden nicht hinterschliffen. Zitat: “Das würde gehen”. Ich liebe ja solche Aussagen. Beim Zweitteiler dagegen wird die lange Leiste sehr wohl (nur) innerhalb der Schichtstärke von um 0,1 mm etwas zurückgesetzt. Mir erscheint das nun wertetechnisch etwas mager, bei den ausgeführten Hinterschleifungen an Gussbuchsenzyl. (anderscht ginge es wohl nicht…) Aber grundsätzlich: hat jemand sich kommerzielle oder markenfremde Nikasilprodukte diesbezüglich mal genauer angesehen? Ich würde das auch beim Dreiteiler gern hinterschliffen wissen (am besten ohne Schichtstärkeverlust) Sollte ja nicht schaden etwas Vorbeugung. -
Wie lang und unförmlich sollen die Kanäle denn dann werden? Das ist definitiv nicht sinnvoll.
Hier mal ein recht extremes (reglementgetriebenes) Design von DI Martin Slancar (classic-tech.at). Es hätten nach einigen Iterationen wohl immerhin 17 Pferdchen aus 50 cc angelegen, bei gut fahrbarem Drehmoment. Trotz, oder wegen der Ärmelkanaltunnel…
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Nachdem u.a. nu!s diverse Freds hier, auch für mein Eigenzyl.projekt in Details ein Ideengeber waren und ich heute wg. der Einbauspiele wieder schweißgebadet vom Mittagsschlaf aufgewacht bin, möchte ich den Fred nochmal kurz zu kapern erlauben, um ein paar weitere Aspekte bzw. Indizien (es besteht nämlich keineswegs Klarheit!) zum Thema Schmiedekolben und deren vermeintlichen Erfordernissen darzubieten.
Und zwar hab ich wie in vielen solcher unruhigen Stunden mal wieder die alten Unterlagen gesichtet und Widersprüchliches festgestellt. Wössner sagt verbal ich solle für mein „Luftkühler“ (mit in etwa Trabbibohrung) min. 0,09 mm Einbauspiel vorsehen.
Mal das alte Buch aus KX-Zeiten aufgeschlagen von 95 (löscht wenn es nicht gestattet sei) und gelesen:
Man erkennt: 95er KX250 mit Gusskolben D 66,4 will ein EBS: ca. 0,05 mm - 0,07 mm. Wössner Katalog gibt für selbige KX mit Schmiedekolben ein EBS von nominalen 0,06 mm (also exakt obigem Mittelwert) vor. Etwas paradox.
{ Übrigens, rechnet bitte selbst nach, die Herrschaften aus Kobe gestatten der 250er ein Grenzlaufspiel von 0,27 mm und der 125er sogar astronomische -fast- drei Zehnteln. Ich weiß auch 30 Jahre später noch nicht, ob die damals krasses Zeug geraucht hatten, oder es schlicht ein Fehler war / ist. }Jedenfalls ist meine Erkenntnis soweit: Herstellungsart bzw. Materialvergütung des Werkstoffes sollte keinen Einfluss auf das erforderliche Einbauspiel haben, was sich mit eigenen Erfahrung des Wahl-Kolbens deckt.
Bevor ich nun demnächst wieder in ewigen Altherrenforen, oder sonstwo verschwinde hier noch eine kurzer Einblick, worum es überhaupt geht, ob der vielen schlaflosen Nächte und Nachmittage:
CZ350-Biest (den KX Zyl. hab ich tatsächlich erst Monate später in die Finger…. oder man möge gern denken was man will)
Erster und einziger Abguss V23
PS: diverse hochrangige Chefkonstrukteure und Ladungswechselrechner haben mir schon mehrfach leidenschaftlich bestätigt, wie bescheiden die Doppelportlösung doch sei, wo ich dann gern gebetsmühlenartig wiederhole: jene gehören, genauso wie der Stehbolzenabstand von nur 70 x 70 zum selbstgesetzten Reglement und gehen mir nicht mehr außer Haus.
Gruß
SD -
Die Einbauspiele der Schmiedekolben in den Größen ist halt wegen der Wärmeausdehnung so.
Ja Hallo.
Ja, so sagt man. Dem widerspricht die größere Konizität von 4T-Schmiedekolben (gleiche Bohrung und Hersteller) bei deutlich kleinerem Einbauspiel. Ebenso widerspricht dem jener Schmiedekolben von Klaus Wahl, der seit 2 Jahren in eben jener Membran-Tschechin mit einst 5,5 Hundertsteln unauffällig läuft.
Vielleicht kann Koll. nu! ja das Geheimnis lüften welches Spiel er am Nikasil-Twin nebst „Fertigkolben“ zu fahren gedenkt.