Ich hab langsam keine Lust mehr und wem kann man es dann noch verdenken diesem Staat den Rücken zu kehren.
Der Ölpreis ist hoch, die Benzinpreise erreichen immer wieder neue Rekorde.
Dabei gibt es doch günstige Alternativen: nachwachsende Kraftstoffe wie Biodiesel und Bioethanol, die nicht nur umweltfreundlicher sind, sondern auch den Geldbeutel der Autofahrer schonen. Doch das Sparen mit dem Alternativsprit hat leider bald ein Ende, ab August will der Fiskus auch beim Biodiesel abkassieren.
Während die deutsche Autoindustrie Innovationen verschläft, droht Deutschland gleichzeitig durch die kommende Besteuerung bei den Biokraftstoffen anderweitig einen Vorsprung zu verspielen.
Dabei setzt mittlerweile selbst US-Präsident George W. Bush, Spross einer Öl-Dynastie und sonst beileibe kein Vorreiter in der Klimapolitik, auf die Energie aus dem Acker.
Bioethanol, der Ersatz für Superbenzin, wird aus Rüben und anderen Pflanzen gewonnen. Raps und Soja sind die Grundstoffe für Biodiesel.
Hierzulande ist das Potential für alternative Kraftstoffe groß; in der Produktion von Biodiesel sind die Deutschen weltweit führend.
Autofahrer können in Deutschland immerhin 1900 Tankstellen anfahren, um Biodiesel zu tanken. Besonders das strukturschwache Brandenburg setzt auf den alternativen Sprit, hier wird ein Viertel aller Biokraftstoffe in Deutschland hergestellt. Die Bioenergie im Land sichert mittlerweile rund 1000 Jobs, alle dreißig Kilometer gibt es eine Biodiesel-Tankstelle.
Wir haben heute bei fossilen Kraftstoffen eine 100-prozentige Importabhängigkeit, und zwar von fernliegenden Ländern, von Ländern außerhalb der europäischen Union. Und wenn wir unseren Blick nur auf die EU richten, inklusive der Assoziationsländern wie etwa der Ukraine, dann haben wir das Potential für über 60% Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen.
Doch dieses Ziel scheint in weite Ferne gerückt: Wegen der Steuer auf Biosprit ab August sehen viele Hersteller ihre Existenz in Gefahr. Nach Angaben des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie könnte die Hälfte des Marktes wegbrechen. Zum Schaden von Umwelt und Autofahrern, sagen Experten.
Die schwedischen Fahrzeuglenker haben es da besser:
Dort verfolgt die Regierung das ehrgeizige Ziel, sich als erstes Land der Welt bis 2020 zu 100% vom Erdöl unabhängig zu machen. Ulf Sävström vom Energieministerium Schwedens erläuterte: "Wir wollen weg vom Öl. Es ist sehr dringend, dass man von der Erdölabhängigkeit wegkommt. Die Erdölkommission der Regierung hat sich viele Gedanken darüber im Frühjahr gemacht und verschiedene Wege gefunden."
So werden durch Subventionen die Produktion von Autos, die mit Bioethanol fahren, angekurbelt.
Seit April sind schwedische Tankstellen per Gesetz dazu verpflichtet Bioethanol anzubieten.
Auf solche Regierungsinitiativen wartet der deutsche Autofahrer bisher vergeblich.
Weshalb gibt es keinen vernünftigen Wettbewerb an den Tankstellen ? Esso, Aral und Co. weigern sich wehement gegen den Vertrieb von Biokraftstoffen. Wer eine günstigere Biokraftstoffzapfsäule sucht, der muss Meilenweit fahren und spätestens dann lohnt sich eine Suche nicht mehr. Warum hadern konzernfreie Tankstellen damit, günstige Biokraftstoffe anzubieten und eine ernstzunehmende Alternative gegen die Großkonzerne zu bilden ? Warum duldet man immernoch Preisabsprachen der "Großen" ? Weil der deutsche Staat immer kräftig mitkassiert ! Es fehlt hierzulande der Wettbewerb und das in einer Marktwirtschaft ?! Weil ganz einfach die Preise an den Zapfsäulen nach unten gehen würden und die Gewinne ebenso. Dessen sind sich die Multis bewußt, scheuen neue Konkurenz und kennen ihre Macht. Tankstellenpächter großer Ketten wöllten gern Biokraftstoffe anbieten, erhalten aber keine Freigaben und bekommen direkte Verbote von ihren Mutterkonzernen.
Wer eine kaufmännische Ausbildung hat, der kennt diesen Spruch "Nicht immer ist der teuerste Preis auch der beste Preis".
Dieser Leitfaden ist den Herren in der Konzernspitze der Ölmultis wohl kaum mehr geläufig.
Man delegiert zuviel, hat keine Bindung zum Spiel, eben zum Tagesgeschäft. Einzig die Befriedigung der Aktionäre zählt noch und jeder will erfolgreicher sein als sein Vorstandskollege vom Golfplatz oder Lions Club.
Quelle: ZDF/Phoenix