Moped hängt schlecht am Gas

  • Nachdem ich meinen 85er wirklich traumhaft gut hingebracht habe, ist mir aufgefallen, dass die Abstimmung von meinem Alltagsmoped nicht ganz so der Hit war.

    Bzw. war sie wohl mal gut. Allerdings ging jetzt im Laufe der Zeit das Schwimmernadelventil kaputt. Und seitdem das getauscht ist, läuft zwar der Vergaser nicht mehr ständig über, aber ansonsten ist etwas der Wurm drin.

    Das Moped hängt einfach nicht so gut am Gas. Zwischengas nimmt es teilweise gar nicht oder nur sehr sehr zögerlich an. Das Problem tritt hauptsächlich auf, wenn ich bergab fahre und das Moped einfach nur rollen lasse. Irgendwann bin ich dann mal unten angekommen. Und da geht's dann nur noch sehr zögerlich vom Fleck. Allgemein neigt der Motor zum überfetten. So ganz verstehen tu ich es nicht. Hab eigentlich alles wieder so eingestellt, wie es vorher war.

    Ist das neue Nadelventil vielleicht auch nicht so ganz ok? Oder sonst etwas?
    Vielleicht hattet ihr schon mal das Problem und ggf. Lösungsansätze.

  • Ich bin dahinter gekommen, was das Problem war - hoffe ich!

    Den Schwimmer hatte ich nach einem festen Wert mit dem Messschieber eingestellt. Nach dem Einbau des neuen Nadelventils hat der Wert nicht mehr gepasst und es stand (etwas) zu viel Benzin in der Vergaserwanne.

    Again what learned... :rolleyes:

    Vielen Dank für eure Hilfe! :thumbup: ;)

  • Wenn ich was am Schwimmernadelventil mache, checke ich nachher immer den Schwimmerstand ;) Geht schnell und spart lästiges wieder ab und anbauen

  • Natürlich hab ich den Schwimmerstand direkt nach dem Einbau kontrolliert.

    Halt mit dem Messschieber... Hab mir nur das Maß für den geschlossenen Schwimmerstand gemerkt. Auf mehr hab ich blöderweise nicht geschaut. War auch schon ewig her, dass das eingestellt hab.
    Mit dem neuen Nadelventil hatte ich damit dann nicht dasselbe Benzinniveau in der Vergaserwanne wie vorher. Und das mag der Motor nicht so gerne. Der braucht einen relativ niedrigen Schwimmerstand.

  • Das Kraftstoffniveau (im geschlossenen Vergaser) ist eig. das Optimum was man erreichen sollte! Kann man aber nur mit richtigen Prüfeinrichtungen ermitteln.
    Wie "Nordseeschwalbe" schon erwähnt hat.
    Das Schwimmerscharnier/Schwimmerscharnierhebel hat eine Übersetzung von 1:2,5. Schon das Verändern (der Dicke) des Dichtringes, unter dem Schwimmernadelventil um 0,5 mm, bewirkt eine Veränderung des Niveaus um 1,25 mm.
    Nun ist es auch noch wichtig zu wissen, welchen Vergaser man verbaut hat! Bei den 16N 3 Vergasern liegt das Kraftstoffniveau (gemessen von Schwimmergehäuse-Oberkannte) bei 8 mm.
    Bei den 16N 1-5 u. 16N 1-6 Vergasern (SR 4-2/1, SR 4-4, KR51/1K u. S) liegt das Niveau bei 7 mm (also höher)!
    Ab 16N 1-8 Vergaser liegt das Niveau bei 8 mm (also tiefer)!
    Die Vergaseroberteile der 16N 1-5 u. -6 sind "nur" äußerlich identisch. Die Nadeldüse mit ihren Korrekturluftbohrungen arbeitet über einen veränderten Unterdruck. Die zusätzlichen Lufteintritsöffnungen an der Lufteintrittsöffnung des Vergasers sind verändert.

    mfG jason

  • Zitat von jason1;2843028

    Nun ist es auch noch wichtig zu wissen, welchen Vergaser man verbaut hat! Bei den 16N 3 Vergasern liegt das Kraftstoffniveau (gemessen von Schwimmergehäuse-Oberkannte) bei 8 mm.

    Auch da gibt's Unterschiede: bis 16N3-2 7 mm, darüber 8 mm

    R.I.P. Flori

  • Der blöde Schwimmerstand... ganz ehrlich! Die letzten Wochen hatte ich wieder so ein bisschen meine Lehrstunden bzgl. Versagereinstellung.

    Warum und wieso ich überhaupt angefangen habe, am Schwimmer herumzubiegen, weiß ich grad nicht mehr. Eigentlich ist's ja absolut hirnrissig, weil man den selben Effekt ggf. auch durch Umhängen der Teillastnadel erreichen kann.

    Wieso das Moped vorher einigermaßen gut gelaufen ist, kann ich mir auch nicht so ganz erklären. Das Nadelventil hatte wohl schon länger einen Treffer weg.

    Wie ihr schon schreibt. Der Schwimmerstand hat Auswirkungen auf alle Lastbereiche.
    Ich denke in Zukunft werde ich von einem festen Niveau ausgehend den Vergaser probieren abzustimmen.

    Die Probleme mit der Gasannahme, ich trau es mich kaum zu schreiben, lagen teilweise auch an einem schlecht eingestellten Leerlaufgemisch. :-x
    Aber auch nur zum Teil... Über das Thema könnte man echt Bücher schreiben. ;)

    Unlustigerweise ist das alles erst zutage getreten, als ich das alte Nadelventil getauscht hatte.

  • @Prof. Dr.willy-goergen
    Du hast es ja schon selbst fast auf den Punkt gebracht. Das "Schwimmernadelventil" Warum hast du es denn getauscht? Sicherlich weil es nicht mehr völlig geschlossen hat.
    Diese Dichtung/Dichtring unter dem SNV ist ausschlaggebend! Wenn du durch Austausch eines anderen Dichtrings die "originale" Dicke (dieses Dichtringes) verändert hast, hast du auch das Kraftstoffniveau verändert!!
    Durch die Höhenlage der Teillastnadel veränderst du "nicht" das Kraftstoffniveau! Die Position/Lage der Teillastnadel ist nur für die Gemischanreicherung (fetter o. magerer) zuständig.
    Das richtige Kraftstoffniveau ist eine Grundvoraussetzung für eine exakte Vergasereinstellung! Wenn die Zündung stimmt u. der Auspuff frei ist kann man erst am warmen Motor den Vergaser richtig einstellen.

    jason

  • Jason: Das leuchtet mir alles ein, was du geschrieben hast. Bei der Meinung zu dem Thema sind wir auch (fast) beinander.
    Genau, das Nadelventil flog raus, weil es nicht mehr richtig geschlossen hat. Und bitte nicht schlagen, aber ich hab den alten Dichtring wieder verwendet. :thumbup:

    Das alte Nadelventil war einfach total durch. Wenn man ein gutes und ein schlechtes nebeneinander gehalten hat, hat man es recht gut gesehen. Sagen wir so, man hat einen Unterschied gesehen. Ob es daran lag, weiß ich aber auch nicht. Ich bin länger (zwei Jahre ca.) damit durch die Gegend gefahren und es hat aus irgendwelchen Gründen funktioniert. Auffällig war nur, dass bei 28mm im geschlossenen Zustand das Kraftstoffniveau so niedrig war, dass der Motor bei längerer Vollgasfahrt ausgegangen ist. Also hab ich den Schwimmerstand noch niedriger gestellt. Hab mir nix weiter dabei gedacht, weil dann alles gut funktioniert hat. Die Kerze war auch schön rehbraun. Irgendwann fing der Vergaser dann an überzulaufen...

    Da wurde es erst offensichtlich, dass was nicht so ganz gepasst hat. Als ich ein gut funktionierendes Nadelventil eingebaut habe, hat die Vergasereinstellung dann hinten und vorne nicht mehr gepasst. Durfte das Ding dann nochmal neu Abstimmen. Die Hauptdüse war zu klein, das Leerlaufgemisch hat nicht mehr gepasst und ich musste die Teillastnadel eine Kerbe tiefer hängen.

    Das hängt wohl alles mit dem Schwimmerstand zusammen. Hatte zuerst nach Falschluft gesucht. :-/
    Ich habe nicht behauptet, ich verändere mit dem Umhängen der Teillastnadel den Schwimmerstand. Momentan bin ich nur auf dem Standpunkt, dass man damit ggf. den selben Effekt erreicht, als wenn man den Schwimmerstand ändert. So lange es nicht unbedingt mehr notwendig sein sollte, werde ich in Zukunft den Schwimmer fest bei 28mm bei geschlossenem Nadelventil lassen. Warum haben wir ja schon beide festgestellt. Man ändert damit gleich mehrere Dinge auf einmal. Bei der Abstimmung eines Zylinderkits kann das ein Stück weit tödlich sein.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!