S50: Ich bin zu dämlich, eine Zündung einzustellen

  • Hallo zusammen.

    Ich bitte mal um einen Wink oder Schlag mit dem Zaunpfahl. Vorausgeschickt: ich habe schon etliche Zündungen eingestellt - an VAG Motoren. Mir ist also schon klar, was da passiert bzw. gemacht wird. An diesem Ding verzweifle ich allerdings.

    S50B, Unterbrecherzündung, 6V, externe Zündspule. Alle Zündungsteile neu - abgesehen von den Spulen / der Grundplatte. Motor regeneriert, mechanisch top. 16N1-8 Vergaser, noch orginal DDR.

    Ich habe alle drei Markierungen (Gehäuse, Polrad, Grundplatte) in die Flucht gebracht (auch brav seitlich draufgeschaut) Der Unterbrecherkontakt öffnet da, eine 0,4mm Fühlerlehre geht saugend-schmatzend raus. Läuft so wie ein Sack Sülze. Zwischenzeitlich habe ich dann erfahren, daß die Markierung am Gehäuse eigentlich unerheblich ist, weil das wohl eine Grundeinstellmarkierung vom Werk ist. Also habe ich dann durch verstellen der Grundplatte einen Punkt gefunden (ein gutes Stück weit nach links gedreht, bestimmt 3-4cm) wo die Maschine einen wundervollen Leerlauf hat - wie ein Uhrwerk. Man kann sie im Stand auch wunderbar hochdrehen, nimm gut Gas an. Das Ganze mal abgeblitzt, die Markierung auf dem Polrad und der Grundplatte fluchten nicht GANZ. Da wir ja ein Stück VOR OT zünden wollen, sollte das aber passen. Ich bekomme das auch nicht präziser eingestellt, egal, was ich da wo hin verdrehe. So läuft das Ding wie gesagt im Leerlauf top und springt auch beim ersten Tritt direkt an.

    Der Unterbrecher zeigt kein Funkenfeuerwerk mehr. Nachdem ich den Kondensator in Alufolie in die Halterung geprümmelt habe, ist das jetzt auch im Normalbereich. Mir ist aufgefallen, daß das Polrad leicht an der unteren Spule geschliffen hat, bei hohen Drehzahlen dann Funkenschlag und Zündaussetzer. Das erklärt die Beschreibung meines Sohns, daß bei höheren Drehzahlen / Geschwindigkeiten die Zündung kurz wegbleibt. Das habe ich behoben, der Luftstpalt passt nun.

    Kommen wir zum Dilemma. Wenn man im jetzigen Zustand losfahren will, geht das für 100m, dann nimmt sie kein Gas mehr an. In den 2. Gang schalten keine Chance. Halte ich an und tickere sie mit dem Gasgriff leicht auf Drehzahl kann ich sie am Leben erhalten.

    Ich habe dieses Verhalten sowohl mit dem Original-DDR Vergaser als auch mit einem nagelneuen "voreingestellten" - den ich natürlich trotzdem dem Senfglastest unterzogen habe. Die Teillastnadel sitzt nach Vorgabe in der vierten Kerbe von der Stumpfen Seite aus gesehen. Das DIng ist: mein Bengel ist mit dem alten Vergaser bereits 50 km problemlos gefahren, dann gingen die Probleme los. Ich kann mir nicht helfen, ich glaub nicht an was kraftstoffseitiges. Aus dem Tank kommen knapp 200ml / Minute, das passt also auch.

    Irgendwas ist doch da an dieser Kack-Zündung madig. Ich habe keine Meßuhr, die da ins Gewinde passt - muß ich jetzt echt noch so eine kaufen und neue OT Markierungen setzen?

    PS: Ja - da soll irgendwann eine VAPE Zündung rein - jetzt muß sie aber erstmal mit dem vorhandenen Kram laufen.

  • Idealer weiße sollte man eine Messuhr und Stroboskoplampe haben zum Zündung einstellen.

    Mit der Messuhr stellst du den Motor in ZZP, beim M53 Motor 1,5mm vor OT.

    Nun machst du gegenüber der Polradmarkierung, eine Markierung auf dem Motorgehäuse wenn die vorhandene nicht stimmt. was meist der Fall ist wenn mal eine neue Kurbelwelle und/oder ein anderes Polrad verbaut wurde.

    Stellst die Grundplatte so hin, das die Markierung von der GP mit der am Gehäuse überein stimmt.

    Den Unterbrecherabstand wenn er am weiteten geöffnet ist, auf 0,4mm einstellen.

    Motor laufen lassen und mit Stroboskoplampe schauen ob Markierung Polrad und die auf dem Motorgehäuse gegenüber stehen, gegeben falls Grundplatte verdrehen bis es der Fall ist.


    Hast du mal nach der Entlüftung im Tankdeckel geschaut und auch ob genug Sprit in den Vergaser läuft ?

  • Moin, vielen Dank!

    Hab ich - wie gesagt: es kommen ca. 200ml / Minute durch. Mehr als genug.

    Wenn ich die GP mit der am Gehäuse in Flucht stelle - keine Chance.
    So, wie es jetzt steht:

    • Bei OT bzw. minimal davor (mit Schraubendreher erfühlt) ist der Unterbrecher geöffnet. 0.4 mm.
    • Bei 2000 Touren fluchten Markierung auf von Polrad und Grundplatte. Von der Gehäusemarkierung ist aber beides ca. 3cm entgegen Uhrzeigersinn entfernt. Es ist aber anders kein Leerlauf hinzubekommen.

    Ich nehme mal, an, wenn ich eine Meßuhr nehme und eine neue Markierung setze, wird die sehr nah da sein, wo ich's jetzt hingedreht habe.
    Mittlerweile hab ich eine matschige Primärspule in Verdacht - das war immerhin auch die Spule, an der das Polrad fröhlich vor sich hingeschliffen hat.

  • Zeigt denn die Spule Anzeichen von Schleifspuren?

    Du hast den Kondensator auf der Grundplatte getauscht? Sicher, dass dieser ordnungsgemäß funktioniert?

    Ein Wechsel auf den außenliegenden Kondensator wäre auch noch eine Option.

    Der Motor stöhnt, der Kolben schreit, zwei Takte bis in Ewigkeit
    :cheers: :cheers: :cheers: :cheers: :cheers: :cheers:
    S51 mit ZT90N-S3, Mikuni24, VA-LTM(ACE), ZT-5Gang, Kaiser3DDruck Duplex, K66 80/80 1,85/2,15

    ETZ251 mit 300ccm, ORPKopf, 34Mikuni, VAauspuff

  • die Spule selbst nicht, der Metallteil aber schon. Das Polrad selber zeigte auch leichte Schleifspuren.
    Wie gesagt: Sie läuft im Leerlauf wie ein Uhrwerk, sobald Du losfährst, also Last anliegt, geht das Ding in die Knie. Anfahren geht auch nur mit recht hoher Drehzahl.
    Ich hab jetzt keine Idee mehr, an dem Moped ist alles neu bis auf die Grundplatte und die Spulen.

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