Motor- und Schwinglagerbuchsen

  • Teflon, Miramid, PVC... ist doch alles Kunststoff, das nimmt sich nich soviel, is jedenfalls alles besser als original. Aber Alu? Noch nie gehört dass es Alubuchsen geben soll, zumal die Buchsen vergleichsweise weich sind und sich so optimal anpassen, das wäre bei Alu sicher nicht der Fall.

  • Zitat von PowerTower

    ...
    Aber Alu? Noch nie gehört dass es Alubuchsen geben soll, zumal die Buchsen vergleichsweise weich sind und sich so optimal anpassen, das wäre bei Alu sicher nicht der Fall.

    Herstellen kann man mit geringem Aufwand alles.

    Nur Sinn macht es keinen...
    Alu ist im Vergleich zu Miramid zu hart.
    Es überträgt die Schwingungen des Motors direkt von den Bratzen auf den Bolzen und somit die Hülse im Hauptrahmen.
    Wenn Miramid von der haltbarkeits- und belastungstechnischen Frage her schon nicht optimal ist (dafür ist das Selent, also der Weichgummi perfekt), Alu ist noch schlechter.
    Folge daraus ist, daß spürbare und nicht spürbare Schwingungen v.a. die Schweißnähte am Fahrzeug in einem nicht vorgesehenen Maße belasten.
    Das Resultat kann sich jeder denken und ist an Bsp belegbar.

    Life is complex: It has real and imaginary components.

  • das heist, dass die originalen gummis ihre aufgabe die motorvibrationen vom rahmen fern zu halten am besten erfüllen.

    allerdings gibts genügend beispiel in denen der motor mit der zeit nach rechts wandert...

    "Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart." - Curt Goetz

  • Nein, sind sie (für Tuningmotoren) nicht.
    Für Motoren mit Originalleistung sollten die allerdings ausreichen.
    Die Selentbuchsen sind sogar wartungsfrei ausgelegt, dürften also nicht "andauernd kaputt" gehen.


    Was ich mit "haltbarkeits- und belastungstechnischen Frage" meine, ist die Belastbarkeit des Rahmens und anderer Anbauteile.
    Trotzdem, um Mißverständnissen vorzubeugen, geht bei einem handfesten Aufbau mit einem stärkeren Motor kein Weg an Hartplastikbuchsen vorbei.
    In der Regel passiert dem Rahmen auch mit den Miramidbuchsen gar nix.

    Life is complex: It has real and imaginary components.

  • Naja, wird ja auch nur Straße damit gefahren, also ist die Belastung sowieso eher gering!
    Motor ist ein 77er-Metra, also die originalen tuns da nicht mehr!

  • was ich mich in dem zusammenhang frage...

    das die motorvibrationen vom rahmen fern gehalten werden sollten hab ich kapiert. steht ja auch schon da.

    frage von mir ist nun: wie siehts bei der schwinge aus. währe es dort möglich noch steiferes material zu verwenden? es gibt ja vibrationen durchs rad und so, aber die sollen ja eigentlich die dämpfer egalisieren.

    dazu vieleicht noch der hinweis, dass ich eine hercules-schwinge zu hause habe bei der keine schwingenbuchsen vorgesehen sind! die hat einfach nur zwei löcher durch die der bolzen gesteckt wird.

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  • Zitat von EaSyRideR

    Naja, wird ja auch nur Straße damit gefahren, also ist die Belastung sowieso eher gering!
    ...

    Du hast es nicht verstanden.
    Die schädlichsten Schwingungen kommen vom Motor.

    Zitat von SF

    wie siehts bei der schwinge aus. währe es dort möglich noch steiferes material zu verwenden? es gibt ja vibrationen durchs rad und so, aber die sollen ja eigentlich die dämpfer egalisieren

    Wo willst du steiferes Material verwenden?
    Für die Schwinge selbst?

    Das Belastungsspektrum ist in dem Bereich grundsätzlich anders als bei der Motoraufhängung.
    Bei Simson hängt zwar alles am selben Bolzen, aber das lassen wir ersteinmal außen vor.

    Schwingungen im Motorbereich und dessen Aufhängung sind hochfrequenter, kontinuierlicher und intensiver als die zB an der Hinterachse.
    Von daher funktioniert es auch Schwingen direkt zu lagern, Motoren hingegen müssen gepuffert werden. (Ausnahmen bestätigen die Regel)
    Schläge und Stöße werden von den Dämpfungselementen geschluckt, die Vibrationen der Strasse wage ich zu vernachlässigen.

    Welche Anforderungen muß also das Material gerecht werden?
    Nun, es muß äußerst fest sein und trotzdem einen gewissen Grad Duktilität mitbringen, d.h. Schwingungen selbst widerstehen zu können, ohne daß das Material bricht.
    Wie funktioniert das?
    Es entstehen sogenannte Versetzungen im Material, die schlucken die Energie der mechanischen Einwirkung.
    Kein Material ist versetzungsfrei, Versetzungen sind erwünscht.
    Aber: gibt es zu viele Versetzungen, bricht das Material, da es mit zunehmender Versetzungsdichte fester und somit spröder wird.
    Was schliessen wir daraus?
    Schwingungslagerung ohne Dämpfung kann, wenn es konstruktiv durchdacht ist, funktionieren.

    Für den Motor können wir uns so unsere Wunschlagerung im Kopf auch ganz fix zusammenschustern:
    Wir brauchen einen duktileren Stoff, der permanenten Schwingungen standhalten kann. Und fester als Gummi soll er auch sein.
    Geht das? Klar => z.B. mittels Plastik.

    Um aber wirklich seriös darüber berichten zu wollen, muß man auch andere Aspekte mit betrachten.
    Wo sind die Krafteinflußpunkte? Wo sind Belastungsspitzen? Man muß sogenannte Zustandslinien für Bauteile erstellen und berechnen... und, und, und...
    Pauschal kann man darüber nicht urteilen.

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  • ich hatte von der schwingenlagerung am bolzen gesprochen.
    dort ist ja bei simson serienmäßig auch nur gummi. sollte man dort also als fazit auch lieber bei der plastik bleiben, oder währe auch aluminium oder messing machbar? (nur lagerung von schwinge am bolzen). es gibt soweit ich weis sogar fahrzeuge, die dort nadellagerung haben (bin mir in dem punkt nicht sehr sicher).

    "Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart." - Curt Goetz

  • Zitat von SF

    ich hatte von der schwingenlagerung am bolzen gesprochen.

    Und dann quetsch ich mir hier so einen Beitrag aus dem Hirn? :wink:

    Ja, Nadellagerung gibt es.
    Grund ist die Schmierung und Wartungsfreiheit.
    Problem wird hier die Haltbarkeit des Lagers selbst sein, da muß man schon ein ordentlich dimensioniertes wählen.

    Wie man aus meinem obigen Beitrag schliessen kann, bin ich der Meinung, daß auch Alu oder andere härtere Materialien als Plaste machbar sind.

    Nur warum sollte man das verwenden?
    Verschleissen deine Miramidbuchsen im Schwingenauge?
    Da brennt doch nix an, ordentliches Hartplastik sollte für unsere Anwendung ausreichen.

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  • hab noch die gummis drin... umrüstung ist in arbeit. ich weis von einem der hat messing drin... nun denn wirds wohl plastik. das is billiger.

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  • Eigentlich steht hier ja schon alles ....
    Als Schwingenlagerbuchse geht alles was Notlaufeigenschaften(GG, Phosphorbronze etc) oder von Haus aus eine gute Gleitfähigkeit( Urethane, Teflon etc) besitzt und sich unter Belastung nicht auflöst.
    Alu, Messing und Billigplaste halte ich für eher ungeeignet.
    Bei metallischen Buchsen und Nadelhülsen sollte man unbedingt eine Schmiermöglichkeit vorsehen.
    Nadellager haben das geringste Losbrechmoment und sprechen daher sehr gut an, benötigen aber einen gehärteten Laufring(Platzproblem), auf weichem Untergrund graben sich die Nadeln zu schnell ein.
    Ach ja, ungepufferte Buchsen gleichen leider keine Fertigungstoleranzen aus, ist da also irgendwas grob zusammengeschweißt wirds nix mit engen Lauftoleranzen, da wäre man besser mit entsprechenden Gießharzen bedient.

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