Dynamischer Zündzeitpunkt 12V Elektronik

  • Hallo.

    Also ich bin zur zeit dabei ein Steuergerät zu bauen, welches erlaubt, bei einer originalen Simson Elektro Zündung einen dynamischen Zündzeitpunkt nachzurüsten.

    Ich sage auch gleich, bevor die ganzen Mießmacher-Beiträge kommen, wie "wird eh nichts" oder "kauf dir gleich ne richtige zündung"...

    Ich habe bereits andere elektronische Projekte zum laufen gebracht bei denen andere sagten dass sie nicht laufen werden und die als unmöglich abgestempelt wurden..

    Um ein Beispiel zu nennen:
    "Vollautomatische Ladedruckregel Anlage für Motoren mit nachgerüstetem Turbolader, in Verbindung mit mehreren sensoren und Multilayer Display"

    Nun zum eigentlichen Thema.

    Das Steuergerät wird am Ende in die Steuerleitung des Induktivgebers geklemmt und zusätzlich mit 12V und Masse versorgt.
    Die ganze andere Peripherie wird optional dazu geschalten. (Sensoren und Geber)

    Die Vorteile die ich mir dadurch erhoffe sind folgende:
    - angenehmerer Drehmomentverlauf
    - höhere möglichere Drehzahlen durch weniger ungwolltes ZZP-Wandern in Richtung spät
    - evtl. Mehrleistung durch flexibleren frühsten ZZP

    Die Umsetzung hierzu werde ich nicht weiter groß erklären, da alles noch in Test-/Entwicklungsphase ist.

    Mich würde es allerdings interessieren was der rest der Simsongemeinde von dieser Sache hält.

    Ausserdem würde ich gern wissen, welche Funktionen ihr euch von einer Zündung wünschen würdet.

    Geplante Funktionen:
    - Warmfahrautomatik durch Drehzahlbegrenzer bis zur Betriebstemperatur
    - Maximal Drehzahl um ein überdrehen zu vermeiden
    - freiprogrammierbare ZZP-Verstellung um diesen auf jedes Setup abzustimmen
    - Schaltlicht um immer den perfekten Schaltpunkt zu erwischen

    Ich sage auch gleich dazu dass die Ausgangsbasis eine originale 12V Elektronik Zündung ist. Dies wird auch bis zum Schluss so bleiben. Die Zündung könnte allerdings zur Batteriezündung werden, d.h. die ladespule für den Zündkondensator wird durch einen Anschluss diesen, an die batterie ersetzt.

    Die ersten Tests waren bereits Erfolgreich und ich konnte eine elektronische ZZP-Verstellung von festen 0.2° erreichen.

    Das erdachte Prinzip muss jetzt nur weiter ausgereift werden und meinen Ansprüchen angepasst werden.


    Ich werde diesen Beitrag ausserdem nutzen um euch über fortschritte auf dem laufenden zu halten.

    Sollte es leute geben, die bereits mit dynamischem ZZP Erfahrungen sammeln konnten, würde ich mich daruber freuen, wenn diese Leute ein, zwei sachen dazu sagen könnten.

    Bei welchen setup sie welche verstellung gewählt haben, da die Planung bis jetzt auf eine lineare Verstellung hinausläuft.

    Vllt ist es aber z.b. besser eine programmierung für die verstellung zu wählen welche eine ungleichmäßige verstellung erlaubt.

    Genug des Faselns.. jetzt seit ihr erstmal am zug.

    Lasst mich eure meine dazu wissen.

    MfG Chris

  • Hallo.

    Ein Kumpel hat das selbe für nen 4 Takter auch schon durch. Ist ja auch nicht sooo schlimm, wenn man Mcs halbwegs kapiert hat. Ist alles in Bascom geschrieben gewesen und mit nem A16 gelaufen. Es wurde drehzahlabhängig auf ein simples Array mit den Zündungswerten zugegriffen.

    Schaden kann deine Arbeit auf keinen Fall....solange die Hardware den rauhen Bedingungen standhält. Damit hatten wir einige Probleme, die wir aber auch gelöst haben.

    Gruß Sven

  • Hallo Stud54,

    Hatte dein kollege bei seiner 4Takter Zündung auch einen Induktivgeber als Signalgeber für den ZZP?

    Wenn ja, wie hat er das problem der immens steigenden spannung gelöst?
    Ich bin gerade dabei ein stabiles und aussagekräftiges signal für den mC zu erstellen.

  • Zitat von RatStarChris;2856346


    Ich sage auch gleich dazu dass die Ausgangsbasis eine originale 12V Elektronik Zündung ist. Dies wird auch bis zum Schluss so bleiben. Die Zündung könnte allerdings zur Batteriezündung werden, d.h. die ladespule für den Zündkondensator wird durch einen Anschluss diesen, an die batterie ersetzt.

    das wird nicht funktionieren, denke ich, da die parameter an der e-zündung anders sind. (die spannung auf die der kondensator aufgeladen wird ist ziemlich hoch)
    allgemein ist es sehr fraglich an dem anfälligen e-polrad festzuhalten, die vape ist eine deutlich bessere ausgangsbasis. überhaupt, so eine frei programmierebare zündung macht nur an einem scharfen rennmotor sinn, da ist aber eher eine innenrotorzündung sinnvoll, oder eine vape falls man z.b. eine wasserpumpe braucht.

    ansonsten hat es stud54 schon angedeudet, bring das erstmal fehlerfrei zum laufen, auch das "frei programmeiren" wird etwas an zeit fressen eh du dir um konkrete zündungsverläufe gedanken machst.
    es wird wohl auf eine TCI (batterizündung) hinauslaufen und dafür brauchste erstmal die elektrische energie.
    wie schon gesagt, saubere storungsfreie spannungsaufbereitung für deinen controller hinbekommen und die ganzen immensen störungen durch die hochspannung in den griff bekommen.
    du kannst übrigens auch vape rotor und stator nehmen und einfach ne simson zündspule nehmen. braucht etwa 1-2A bei 12v

  • übrigens die hohe spannung ist nicht das problem, die bekommt man einfach mit nem hohem widerstand ind ner z-diode in den griff (ist bereits im eingang eines IC's verbaut)
    das problem ist eher, dass es pro "auslösung" mehrere impulse gibt die der ic alle zählt.
    apropos zählen, die genaue zeitmessung ist nicht ganz so trivial das solltest du definitiv per hardware erledigen.
    falls du einen AVR benutzt, beschäftige die mit dem ICP eingang (das muss natürlich hardwareseitig berücksichtigt werden)
    ansonsten wäre ein sinnvoller weg:
    vorwiderstand, schmitttrigger, debouncer. kann man auch alles in software erledigen wenn man mag.

  • PeterHacke:
    Die Simson Elektronik Zündung zeigte mir bei einigen Versuchen, dass diese den ZZP in höheren Drehzahlen gern auf spät verstellt. Dies ist allerdings ziemlich kontraproduktiv.

    Stud54:
    Der derzeitige Versuchsaufbau besteht aus Spannungsregler, ATmega328, ohne jegliche schutzschaltungen.
    Die Drehzahl lag dadurch begrenzt auf 2000RPM.

    Scrap:
    Wie gesagt, die originale Zündung wird behalten und die steuerung wird inline, in die steuerleitung, kommend vom geber der zündung, eingehangen.
    Ob ein dynamischer ZZP nur in einem scharfen rennmotor sinn macht würde ich widerlegen.
    In meiner ehemaligen Show-Schwalle, hatte ich einen selbstgeporteten 60er, welchen ich liebevoll 2Face genannt habe.
    Je nach ZZP bekam das setup ein total anderes Gesicht. Ich rede hier jetzt nicht von banalen fahreindrücken. Ich rede von extrem abweichenden charakteristiken.

    Gefahren wurde dieses Setup mit Eigenbau BatterieZündung auf Unterbrecher basis.
    Schwungmassendurchmesser: 40mm


    P.s.: die SimsonZündspule wäre das einzige bauteil welches ich am überlegen bin abzuändern.

  • Zitat von RatStarChris;2856369

    PeterHacke:
    Die Simson Elektronik Zündung zeigte mir bei einigen Versuchen, dass diese den ZZP in höheren Drehzahlen gern auf spät verstellt. Dies ist allerdings ziemlich kontraproduktiv.

    Ach man, das wird doch schon wieder Grütze, wenn du noch nichtmal weißt, wie eine Zündkurve beim 2-Takter überhaupt aussehen sollte.

    Das wäre dann Mießmacherbeitrag #1
    Sieh es als Ansporn.

    MfG

  • Zitat von RatStarChris;2856369

    PeterHacke:
    Der derzeitige Versuchsaufbau besteht aus Spannungsregler, ATmega328, ohne jegliche schutzschaltungen.

    und das bringt im "echten" einsatz massive probleme.

    Zitat von RatStarChris;2856369


    Wie gesagt, die originale Zündung wird behalten und die steuerung wird inline, in die steuerleitung, kommend vom geber der zündung, eingehangen.

    wie das steuerteil willst auch auch behalten? das ist doch quatsch, da müsstest du mit deiner schaltung einen hochspannungsimpuls erzeugen zum auslösen.
    das ist auch alles etwas zeitkritisch! außerdem warum willst du hier auf technik aus den 60er jahren aufbauen?

    Zitat von RatStarChris;2856369


    hatte ich einen selbstgeporteten 60er

    kommst du aus der rollertuning szene?

    Zitat von RatStarChris;2856369


    P.s.: die SimsonZündspule wäre das einzige bauteil welches ich am überlegen bin abzuändern.

    was heist abändern? ersetzen?
    was hier die zündspannung erzeugt ist völlig wurscht, da kannst du jede beliebige zündspule nehmen wenn dort nur der trafo drin ist und keine cdi mit verbaut ist. (wie z.b. in der vape)

    @stud: es funktionirt wirklich. man kann bei nem avr auch z.b einfach 230V über einen großen vorwiderstand direkt auf einen eingang geben, die interne schutzschaltung croppt alles über 5v weg.

    übrigens von jemand mit etwas projekterfahrung:
    alles nacheinander: erstmal ne zündung zum laufen bekommen eh man sich über einen verlauf gedanken macht.
    was du hier beschrieben hast sind schonmal grob geschätzt 30-50 arbeitsstunden.

  • Also ganz am Anfang. Nein. Ich komme nicht aus der scooter szene. Ich hatte allerdings früher viele Kontakte in diese szene, gerade im bereich motorentechnik.
    Merkt man anscheinend an der aussprache :P


    Zum thema hochspannungsimpuls.

    Mach mal den selbst test..
    Tausche die ladespule des Zündkondensators durch eine 12V batterie. Und lege ein kabel von der batterie über einen taster an klemme 2 des Steuerteils. Die zündspule wird dir einen sauberen funken liefern.

    Der grund warum ich auf der originalen technik aufbauen möchte, ist ganz einfach.

    Ich möchte systeme optimieren und nicht austauschen, bzw neu entwickeln.
    Ich war noch nie ein fan von totaler Neuentwicklung.

    "Tuning bedeutet das system zu optimieren, nicht es neu zu entwickeln"

    Die Idee mit der Z-Diode ist im grunde nicht verkehrt, die spannungen die meiner meinung nach, allerdings dabei im unteren drehzahlbereich noch weiter eingekürzt werden sind mir zu gering für diese methode.

    Daher wird hier evtl der LM1815 verwendung finden.

    Bezüglich der schutzschaltungen ist mir das klar, dass dies kein endstadium ist, daher auch der VERSUCHSaufbau. Allein um ersteinmal zu sehen, ob die idee, welche hinter der sache steckt, funktioniert.

    Im Betrieb kommt solch eine schaltung natürlich nicht in frage ohne genügend geschützt zu werden.


    Thema später ZZP.
    Das eine verstellung in Richtung spät förderlich ist, versteht sich von selbst. Allerdings möchte ich keine, vom stg, unkontrollierte verstellung haben, sondern die verstellung einzig und allein über das STG vornehmen.

  • @srap

    Würde ich nicht machen. Da gibts bessere Lösungen. Bauteile gibts doch wohl genügend. Ich würde den Abnehmer und den Mc schaltungstechnisch aiftrennen und den Interruptgeber als Optokoppler ausführen. Beim Abnehmer könnte man auf das Prinzip eines selbstfahrenden Rasenmähers mit Begrenzung über eine frequenzbeaufschlagte Spule verwenden.

  • Zitat von RatStarChris;2856375


    Mach mal den selbst test..
    Tausche die ladespule des Zündkondensators durch eine 12V batterie. Und lege ein kabel von der batterie über einen taster an klemme 2 des Steuerteils. Die zündspule wird dir einen sauberen funken liefern.

    auch mit 150hz?

    Zitat von RatStarChris;2856375


    Daher wird hier evtl der LM1815 verwendung finden.

    kannte ich bisher nicht, klasse teil. klingt passend.
    ich denke aber das du den schonmal verwendet hast ;)

  • Wie sich das ganze bei 150hz verhält habe ich bisher nicht getestet. Allerdings gilt es genau soetwas herauszufinden.

    Wie kommst du zu der annahme, dass ich den LM1815 bereits verwendet habe?

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