Umbau Crossrahmen und Schwinge

  • Mahlzeit,

    im Zuge meiner Planungen für einen Rahmen für einen Simsoncross Umbau würde ich hier gern mal um Meinungen bzw. Kritik bitten bevor ich mit dem eigentlichem Bau beginne.

    Vorweg:
    Bei verschiedenen Crossrennen habe ich etwas Erfahrungen sammeln können. Am Ende war ich nie Richtig zufrieden mit meinem Fahrwerk oder den Lösungen, die ich so im Internet oder bei Renngegnern anschauen konnte. Also hab ich mir vorgenommen ein Twinshock Fahrwerk für die Simson zu konstruieren, welches den gängigen Reglements entspricht. Hauptsächlich ging es mir dabei um den Heckrahmen, die Schwinge und die Stoßdämpfer.
    Dabei hab ich neben diesem Forum hier auch einige Bücher gewälzt. Meine Favorit war dabei „Geheimnisse der Motocross Technik“, welchen ich auch viel entnommen hab.

    Weg
    Um das ganze Vorhaben vernünftig auszukonstruieren brauchte ich Daten mit dem ich das ganze Digital darstellen konnte.. das hatte ich mir leichter vorgestellt. Um zum Ziel zu gelangen habe ich Schwinge, Hauptrahmen, Y-Streben und Obergurt vermessen. Dafür hab ich mir eine Box gebaut (siehe Foto) um alles aus 3 Richtungen zu vermessen. Die Maße hab ich zusätzlich händisch abgenommen und alles im 2D CAD interpoliert. Am Ende habe ich noch Vergleichsmaße von anderen Fahrzeuge genommen. Ich denke das die Maße sehr gut brauchbar sind. Die Toleranzen der DDR Herstellung sollte man aber trotzdem nicht außer acht lassen.

    Ziel
    Nachdem ich alle Originalteile gezeichnet hatte ging es ans konstruieren. Das Fahrwerk soll für einen 380mm Stoßdämpfer (Öhlins CC 718) mit 10,5cm Federweg angepasst werden, welcher im 45Grad Winkel eingebaut wird. Somit reden wir von 21cm Realfederweg, was denke ich sehr anständig ist. Die abgewinkelte Form der Schwinge hab ich mir von einer Husqvarna Twinshock abgeschaut und dient der Geometrie. Neben den originalen Anlenkpunkten oben möchte ich um den 45Grad Winkel zu schaffen noch 2 zusätzliche im oberen Drittel der Y-Streben schaffen. Somit kann man sämtlichen Reglements entsprechen. Die neuen Anlenkpunkte werden auf den Anlenkpunkt des Obergurts abgestützt und zusätzlich untereinander verbunden. Auf die Schwinge kommen 5 Anlenkpunkte um zusätzlich flexibel zu sein. Die Zusätzliche Strebe wird ein 25er Rohr, die Schwinge wird 40x30x3. Aufnahme der Hinderradachse, Aufnahme des Schwingenbolzens, Knick der Schwinge und zusätzlicher Anlenkpunkt werden gefräßte Stahlteile (ähnlich der PZ Aluschwinge). Der Herzkasten wird ausgespart und eingebaut, denn wie ein Moped soll es auch noch aussehen [emoji28]

    So.. viel gefasel.. jetzt die Bilder. Ich hoffe man erkennt alles. [Blockierte Grafik: https://uploads.tapatalk-cdn.com/20220115/83b025fc60cdc641e2e37232340f2386.jpg]
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    Das Gewicht der Schwinge wird nicht ohne, da muss ich mir noch was einfallen lassen. Auch müssen noch Detail wie Kettenspanner etc. geklärt werden. Aber in der Form bin ich recht festgefahren.

    Also nun haut mal raus was ihr von dem Strichhaufen haltet bevor ich los fräse und bruzele..

    Vielen Dank! [emoji6]


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  • Sehr schöne Idee und auch gute Umsetzung bis jetzt👍!
    Ich könnte mir auch vorstellen die Schwinge, aufgrund des Gewichts aus Alu anzufertigen.
    Den vordersten Befestigungspunkt des Obergurts könnte man auch noch etwas verstärken (wirkt ja auch etwas Kraft vom Federbein drauf ).

    Wir lieben das, was knallt und stinkt und trotzdem keine Leistung bringt. :thumbup:

  • Eine Alu-Ausführung überschreitet leider meine Fähigkeiten. Vor allen beim Schweißen. Bei nerAusführung in Stahl kann ich den Großteil selbst machen und bin unabhängig. Gewisse Teile an der Schwinge können erst im eingebauten Zustand angeschweißt werden (Kettenführung, Anlenkbleche). Ist ja noch nen Prototyp [emoji28]

    Der Anlenkpunkt am Obergurt muss eh etwas angepasst werden, das mach ich aber „Highlife“. Denke das ich das mit der Hauptrahmenversteifung integrieren kann. Das ist nicht dargestellt.

    Die Frage ist halt ob 40x30x2 es vielleicht auch tut [emoji28]


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  • Erstmal nicht ganz schlecht deine Herangehensweise.
    Aber worin erschließt sich der Sinn der Schwingenform ?
    Oder geht's da nur um die Ansteuerung der ziemlich schrägen Dämpfer?

    85/4 neu eastsideperformance :thumbup:
    [b][size=14]70/2 eastsideperformance :thumbup:
    [b][size=14]85/5M Adler tuning/esp :thumbup:

  • Die Form ist ein Kompromiss aus mehreren Faktoren. Ich will den maximalen Federweg, einen Dämpfer mit 380mm Länge, 45Grad Stellung und eine fahrbare Fahrwerksgeometrie. Am Ende darf ja die Hinterradachse nicht zu weit unter Vorderradachse liegen… bzw. die Radaufstandsflächen wenn sie Komplett ausgefedert ist. Oder sehe ich da was falsch?
    Am Ende kann ich so bis 70/100 auf 19 vorn und 90/100 auf 16 Hinten fahren.

    Wie gesagt, ich hab ne ganze Weile rumgezirkelt bis ich zu dem Ergebniss gekommen bin. Hier unten mal ein Bild von einer Honda CR, das von der Husqvarna finde ich gerade nicht.. bei ner alten Suzuki hab ich das auch gesehen. Alle das selbe Prinzip. In den darauf folgenden Baujahren hatten die Kisten dann ZFB.

    Am Ende werden die aus ähnlichen Gründen zu der Form gelangt sein.


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  • Ganz allgemein sollten die Teile so konstruiert werden, das sie im MX Einsatz ausreichend flexen können und nicht zu steif sind.
    Wie man heutzutage sehen kann hat sich die Schwinge mit dem Knick nicht durchgesetzt, genauso wie die Twinshock Federung.

    Zitat

    Ich will den maximalen Federweg, einen Dämpfer mit 380mm Länge, 45Grad Stellung und eine fahrbare Fahrwerksgeometrie.


    Es macht keinen Sinn die Länge der Federbeine vorher festzulegen. Die Lage des Hecks und die Bodenfreiheit sollten vorab definiert sein, das selbe gilt für den Nachlauf und den Lenkkopfwinkel, die Länge der Federbeine hängt dann von den Befestigungspunkten ab. Der Federweg ergibt sich aus dem Abstand zwischen Reifen und Sitzbank, der Winkelstellung der Federbeine, der Befestigungspunkte und dem maximalen Kolbenhub der Federbeine. Ob die Federbeine am Ende 36cm oder 40cm lang sind ist völlig egal.
    Die Winkelstellung der Federbeine beeinflußt die Progression der Dämpfung, je nach Winkel muß eventuell die Federrate der Federn angepaßt werden.
    Das schöne am CAD ist, das man beliebig Fixpunkte festlegen kann und dann schauen kann wie sich die Veränderung einer Komponente auf den Rest der Geometrie auswirkt.

  • Die Theorie hinter der Dämpfung und dem Fahrwerk ist mir bewusst. Mir gehts ja auch weniger darum was sich bis heute durchgesetzt hat. Ich will ein Funktionierendes Twinshock Fahrwerk.. sonst hätte ich ja gleich ein ZFB einbauen können. Es spielt ja schließlich auch eine Rolle wo der Dämpfer auf die Schwinge trifft und in welchem Winkel. Bei heutigen Fahrwerken erübrigt sich der Knick da das ZFB fast Senkrecht eingebaut ist und fast direkt am Schwingenbolzen sitzt.

    Nachlauf, Lenkopfwinkel und Gabellänge sind mir relativ vorgegeben. Habe im Prinzip alles auf die lange SWH Gabel ausgelegt und mich am Original orientiert. Ebenso die Schwingenlänge, da bin ich bei 550mm angelangt. Möchte wie gesagt so vielen Reglements wie möglich entsprechen.

    Bei den Dämpfern sehe ich das anders als du, klar sollte man das Fahrwerk nicht um den Dämpfer herum bauen, aber eine gewisse Vorgabe sollte man sich setzen. Am Ende muss es ja auch nen Dämpfer geben der den gewünschten Federweg mitmacht.

    So ziemlich alle deine Hinweise hab ich berücksichtigt, bzw. schon bedacht. Da stolpert man zwangsläufig drüber wenn man konkrete Zeichnungen macht.

    Oder gibt es aus deiner Sicht etwas was komplett gegen den Knick spricht? Anders bekomm ich aber Federweg und Radaufstandsflächen bei oben genannten Dimensionen nicht hin (bezogen auf einen waagerechten Obergurt).


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  • Ich sehe keinen Nachteil in der Schwinge mit dem Knick, ich sehe aber auch keine Notwendigkeit dafür. Bei den üblichen Federbeinen ist das begrenzende Element für den Federweg nicht das Federbein sondern der Abstand zwischen dem Kotflügel und dem Hinterrad.
    Die Werte für das Fahrwerk sollte man nicht als Konstruktionsbedingt betrachten sondern nach seinen Vorstellungen festlegen, sicherlich muß man hier und da auch Kompromisse eingehen. Schreibe doch mal welche Werte du für den Nachlauf und den Radstand anstrebst. Die für die Geometrie wirksame Länge der Gabel läßt sich auch noch über die Klemmbrücken einstellen.

    Zitat

    Möchte wie gesagt so vielen Reglements wie möglich entsprechen.

    Das würde bedeuten das Fahrwerk möglichst original zu belassen da es die meisten Einschränkungen am Fahrwerk gibt, z.B. MZ Federbeine, Trommelbremse, 16 Zoll Räder, Simson Hinterradschwinge. Das betrifft vor allem die kleinen Hubraumklassen. Eine Schwalbenschwinge mit Umbau auf Gleitlager dürfte für die meisten Fahrer ausreichend sein.
    Wenn du schon weißt welche Reifen zum Einsatz kommen sollen kannst du den Reifenumfang berechnen und die Räder ins CAD einfügen und mit dem Fahrwerk experimentieren.

    Zitat

    Bei den Dämpfern sehe ich das anders als du


    Das wird sich im laufe des Projekts bestimmt noch ändern :). Schreibe doch mal welche Federbeine du vorgesehen hast und wie viel Kolbenweg die haben. Interessant wäre auch was für eine Gabelbrücke du verwenden willst.

  • Ist die Simsongabel bzw SWH reglementbedingt angedacht?
    Wenn das so ist, würde ich den Aufwand mit der Schwinge usw nicht betreiben.
    Die Gabeln haben einfach nicht das Potential für ein richtiges MX Fahrwerk. Da muss dann meiner Meinung nach was aus einer 85iger MX rein oder so mit über 200mm Federweg.

  • Die Begrenzung des Federwegs ist mir klar. Ich habe 22cm Freiraum beim gewählten Reifenformat, Einbauen möchte ich einen Öhlins CC 718 Stoßdämpfer mit 10,5cm Kolbenhub. Bei 45Grad habe ich so 21cm Federweg (hab ich oben schon erwähnt).

    Der Originalrahmen bleibt im Prinzip so, die Originalanlenkpunkte könnte ich ja auch noch verwenden. 380er MZDämpfer könnten auch rein. Es wäre so also extrem Flexibel.

    Radstand 134cm
    Nachlauf 7cm

    Gabelbrücke würde ich entweder eine umgebaute Originalbrücke (NL 7cm) oder eine Marzocchi Brücke von ner Hercules.


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  • Die Federbeine aus der MZ ETZ ab Baujahr 1991 haben einen Nennhub von 115mm, die Federbeine aus der MZ ES Vorderradgabel sogar 120mm. Für die Baureihe A22 gibt es eine große Auswahl an Federn.
    Der Radstand von 1340mm ist 130mm länger als beim original, das ist schon sehr viel.
    Der Nachlauf ist mit 70mm viel zu wenig, original beträgt er 95mm. Meine Empfehlung wären 120mm.

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