Entstehung eines neuen 6 Gang Getriebe

  • Zitat von tomz188

    Lieber ein langer, dafür interessanter Thread mit Leidensgeschichte,
    als das 1000. Thema: Welcher 60er ist der brachialste und wieso springt das Ding nicht an... ;)

    Nicht entmutigen lassen! :cheers:

    Ja lange hat es gedauert.
    Aber wir sind doch nun schon fast fertig.
    Wellen stehen, Werkzeuge sind da, Kontakte haben wir.
    Zahnradrohlinge liegen alle exakt im selben Maß was Durchmesser und breite betrifft eingetütet in Öl auf der Werkbank und warten auf das verzahnen. (Insgesamt 24 Zahnräder)
    Schaltwalzen wurde konstruiert verbessert und erneut konstruiert, gedreht und liegt beim Fräsen im WKZ Bau.

    Härterei weiß bescheid, Rundschleifen haben wir uns dagegen entschieden und drehen es Hart mit CBN auf der CNC, Wendeplatten dafür sind heute eingetroffen.

    Also alles unnötiger Stress hier.
    Das Ding wird bald fertig sein und sicherlich, werd ich weiter darüber berichten.

    Gruß

  • Zitat von Hubraumsuchti

    Oh, Falk seine Schwalbe hat ja schon einiges zerrissen. Wenns da hält dann fast überall


    Hab noch ein 195er mit 56mm Hub hier liegen (Ronge + Klappstuhl), der seit 2Jahren auf seinen Zusammenbau wartet.
    30Nm sind angepielt mit V-Force 4 und 35er PWK AS oder 38er PWM.

    Wär doch ein guter Testmotor :thumbup: Obwohl ich ein haltbares 5Gang für den 130er hab, hab ich hierfür ein spezielles 4-Gang liegen (vorsichtshalber).

  • Zitat von Bastis50

    Ich will dir ja nicht zu nahe treten aber wie wäre es denn wenn du erstmal ein Getriebe fertig machst und einbaust, soweie fährst bevor du hier um eine weitere Herstellung durch Firmen wirbst ? MZA bekommt nicht mal ihre eigenen Getriebe so geändert und hergestellt das es ohne murren aus der Kiste funktioniert.

    Kann es sein das du den "Mund" etwas voll genommen hast mit mal (seit über 3 Jahren)schnell ein super perfektes High-End- Getriebe bauen ??? Ist überhaupt schon mal eines irgendwie gelaufen ?Oder fallen dir die vielen Konstruktionsfehler nun langsam auf und der ohne Erfahrung massive Aufwand und das viele Lehrgeld?Es fehlt dir die Erfahrung im Jugendlichen Leichtsinn und dafür gibt es andere erfahrene Leute.

    Sorry wenn ich hier noch mal reingrätsche und einer absolut behinderten Bemerkung nochmal eine Bühne gebe, aber sowas ... sowas macht einen echt sauer. Wenn Leute daher kommen und mal wieder absolut haltlos argumentieren, mit irgendwelcher Sch**** die sie beim saufen am Stammtisch aufgegabelt haben, da muss man sich ernsthaft fragen, ob Solche sich nur hier registrieren um blöden Nonsense zu reden.

    Das du scheinbar keine Ahnung hast, fällt schon beim Thema MZA Getriebe auf, denn scheinbar bist du derart unfähig ein Getriebe einzustellen, dass du auf andere Schimpfen musst. Das MZA Getriebe bekommt sogar ein 3 Jähriger ohne Frust zum Laufen und eingestellt. Nur zwei linke Hände würden hier massiv versagen.

    Anscheinend ist dir auch nicht bewusst, dass sich bisher Einige an der konstruktion eines 6-Gang Getriebes probiert haben und bisher sind auch alle mehr oder weniger gescheitert. Da solltest du mal deine Synapsen ausquetschen und dich fragen warum Vinnie hier alles drei, vier oder gar fünfmal neu anläuft oder prüft. Sei mal froh das sich überhaupt einer ne Platte macht und mit ihm noch viele Andere. Dieses Unterforum ist dafür da um zu zeigen woran man so arbeitet, scheinbar ist dir der Sinn ebenfalls vollkommen entgangen. Gemessen an deiner bewusst provozierenden, abwertenden Art muss man dir wohl einfach Neid oder minderen IQ zusprechen. Ganz egal wie er es anstellt und womit, er macht es halt und das ist gut so, auch wenn es noch 20 Jahre braucht, selbst in der Zeit wird sich keiner weiter daran probieren. Wenn er sagt es lohnt sich für ihn nicht, das ganze auch noch zu vermarkten, dann kann man doch eigentlich froh sein, dass er es in Hände weiter gibt, die etwas davon verstehen. So schafft man maßgeblich Veränderungen und nur so sind kluge Köpfe bisher zu Ruhm gekommen, ob das immer entsprechend entlohnt und gerechtfertig war, hat noch nie interessiert. Vinnies Ehrgeiz und die Hingabe sind bemerkenswert und das steht einfach fest.

    Einer baut Haus, der andere baut Getriebe aber blöde am Gartenzaun rumstehen und klugscheissen, dass machst du in diesem Falle.

    Lösch dich einfach, danke!

    Back to Topic pls.

  • :thumbup: :thumbup: :thumbup:

    Das trifft den Nagel auf dem Kopf!

    JW 85G+

  • Das spricht mir aus der Seele.
    Das war ja nicht der erste Beitrag unter der Gürtellinie von diesem Schlaumeier.
    Vinni weiter so, ich lese immer sehr interresiert mit. :cheers:

    Alltagshure KR 51/1 mit 63/2 von ZT
    Anhängerzugstar mit SM 63/4M /Rückbau auf Straßenzulassung
    Rennmöp 80 er Breitwand Motor, vorrübergehend Tod duch Klemmer
    S 50 LKR

  • Nun geht es aber schon in beide Richtungen recht scharf. Wie siehts aus. Bekommen wir uns darauf geeinigt, dass die Konstruktion eines Getriebes grundsätzlich Stolpersteine in den Weg legen kann? Dass es vielleicht an manchen Stellen Abkürzungen geben könnte? Dass Rückschläge jemanden persönlich voranbringen können? Dass dieser Thread einer der aktuell spannendsten ist? Dass verschiedene User darauf achten sollten, ihre guten Umgangsformen nicht zu vergessen?
    Und vor Allem dass ich weiteren Offtopic ob der beachtlichen Leistung für die Simsonwelt einfach löschen werde?
    Gruß Sirko
    (der gern auch so ein Getriebe haben würde)

    Gesendet von meinem GT-I9195 mit Tapatalk

    Schlagt mich, wenn ihr könnt!

  • Zitat von totoking

    Nun geht es aber schon in beide Richtungen recht scharf. Wie siehts aus. Bekommen wir uns darauf geeinigt, dass die Konstruktion eines Getriebes grundsätzlich Stolpersteine in den Weg legen kann? Dass es vielleicht an manchen Stellen Abkürzungen geben könnte? Dass Rückschläge jemanden persönlich voranbringen können? Dass dieser Thread einer der aktuell spannendsten ist? Dass verschiedene User darauf achten sollten, ihre guten Umgangsformen nicht zu vergessen?
    Und vor Allem dass ich weiteren Offtopic ob der beachtlichen Leistung für die Simsonwelt einfach löschen werde?
    Gruß Sirko
    (der gern auch so ein Getriebe haben würde)

    Gesendet von meinem GT-I9195 mit Tapatalk

    In der Welt der Foren sind Umgangsformen einfach zu vernachlässigen, besonders wenn ein Mitglied sein Unbehangen ausdrücken will, liegt einfach an der fehlenden Mimik und Gestik aber deine Message ist angekommen. Ich finde hier jedenfalls keine Stolpersteine, sondern nur einen Menschen mit ner Aufgabe über die er wohl vor dem Einschlafen nochmal nachdenkt und dann Dinge abändert, das hat Diesel so gemacht, das hat Benz so gemacht und alle anderen auch. Früher gabs aber noch mehr Erfurcht und Respekt vor der Arbeit anderer als heute. Deswegen alles gut, lass laufen.

  • Ich hab mir heute mal die Verzahnung des ersten Gangs zu Gemüte gezogen. Bei relativ kleiner Zähnezahl kommt es gerne vor, dass es im Zahnfuß zu Kollision mit der Geometrie des Gegenrads kommt. Das hat nichts mit dem Kopfspiel zu tun, sondern rührt daher, dass es irgendwann notwendig wird, den Zahnfuß zu hinterlegen. Sprich einen Unterschnit bzw eine Interferenz mit ins Spiel zu bringen. Oder entsprechend am Gegenrad eine Kopfrücknahme in der Profillinie ins Spiel zu bringen.
    Problem an der Geschicht ist, dass man kein Werkzeug mehr von der Stange nehmen kann, sondern eine spezielle Fräsergeometrie erforderlich wird, um in einer leichten Schrägstellung den Unterschnitt zu erzeugen.

    Hier mal die Berechnung, wie das als Zahlenfriedhof ausschaut (Spalte B ) :


    In Zeile 13 & 15 wurde das Profil entsprechend um 0,3mm verschoben um der Kollision knapp aus dem Weg zu gehen, was sich aber negativ auf die Kopfstärke auswirkt (Zeile 33).
    Somit sollten wir mit nem Standardwerkzeug nah rankommen. Ggf dir der Kopfkreis der Antriebswelle Verzahnung 1(da1) noch etwas zurückgelegt. Dem Kopfkreis ist es nahezu egal, ob er noch 0,1 - 0,2mm kleiner gedreht wird. Zumal durch den fehlenden Unterschnitt der Zahn nicht zusätzlich geschwächt wird.

    Grafisch schaut das ganze folgendermaßen aus. Den Grenzbereich im Fuß kann man in der Grafik schön erkennen (gelber Kringel):


    Warum das so ist, wird im Groben in folgender Lektüre ab Seite 49 angerissen: http://n.ethz.ch/~webemarc/down…radgetriebe.pdf

    Die Lektüre ist wirklich schön erklärt, behandelt im groben aber wirklich nur einen kleinen Bruchteil der Materie. Jedoch schön zum Einlesen.

    Gruß Michel

  • Haha, also bei dem firlefanz den ihr da baut (kann ja wirklich jeder) kommst du jetzt mit so 0815 Berechnungen daher? Kann es sein das ihr euch da unsicher seid oder gar übereifrig?... Nee Spaß bei Seite....

    Das gelb markierte sieht für mich als Laien jetzt aber kritisch aus. Demnach müsste dort die meiste Kraft beim abrollen anliegen und das würde den Zahn ja mit ner ziemlichen Scherkraft belasten. Oder laber ich hier grade Mist? Das selbe träfe dann auf die gegenüberliegende Zahnflanke zu. Ja also weiss nicht, sieht nach herben Scherkräften aus.

  • Haha, und das ist erst Seite 1 von 4 der Berechnung. Die spuckt auch noch Werkzeugauslegung und ne Tragfähigkeit bei gewissen Materialien aus. :D

    Zitat von Mopedschmiede

    Demnach müsste dort die meiste Kraft beim abrollen anliegen und das würde den Zahn ja mit ner ziemlichen Scherkraft belasten. Oder laber ich hier grade Mist? Das selbe träfe dann auf die gegenüberliegende Zahnflanke zu. Ja also weiss nicht, sieht nach herben Scherkräften aus.

    Ja genau!

    Der Zahnkopf vom großen Rad fängt im Fuß des kleinen Rades an zu drücken. Du hast in der Evolvente ja eigentlich nie Reibung sondern eine saubere Abwälzbewegung. Ab einem gewissen Üersetzungsverhältnis, bzw bei kleinen Zähnezahlen geht das Ganze irgendwann los. Deswegen muss man hier zusätzlich hinterlegen. Sonst geht dort die ganze Kraft auf den kleinen Punkt im Fuß und der Zahn bricht aus. Dazu wird der Kopf am Fräser etwas verbreitert, um den Unterschnitt zu erzeugen (Sonderwerkzeug).

    Wir werden den Kopf vom Gegenrad etwas einkürzen und damit sollte es gut sein. Das wird sich später beim Abrollen zeigen, ob es hakelt. Dazu nutzt man später eigentlich ein Zweiflankenwälzprüfgerät wie unten gezeigt, merkste aber auch wenns montiert ist, bzw man kann die Räder auch eintuschieren und gegeneinander abwälzen (Tragbildprüfung).


    Hier wälzt man zwei Räder unter Federbelastung zueinander ab und prüft den Achsabstad mittels einer Meßuhr. Fängt der Zeiger von Zahn zu Zahn an zu springen, weiss man, dass was faul ist.
    Bei den andern Radpaaren wirds weniger Überraschungen geben.

  • Also soll jetzt nicht politisch sein, aber das selbe Problem hatten die Konstrukteure beim Panzerkampfwagen 5 Panther am Differenzial. :D Ist eben keine Kinderkacke mit der man sich da rumschlägt und solch Prüfgeräte hat man auch nicht mal eben zur Hand. Aber hey, das dauert jetzt schon drei Jahre ;) ihr habt euch wohl keinen richtigen Kopf gemacht. :D

  • Also der Kollege, bei dem ich heut ne Maschine besichtig, fertigt seit 27 Jahren Zahnräder für verschiedene Sachen.
    Als ich ihn auf Verzahnungsmessung angesprochen hab, hat er gemeint, so weit ist er noch nicht :D .

    Eine neue Verzahnungsmessmaschine ist teurer als die Fräse selbst, glaub ne Klingelnberg P26 liegt derzeit bei 320t€. Schnäppsche!
    Zumal es fürs reine Wälzfräsen auch "Mit Kanonen auf Spatzen geschossen" ist. Sowas brauchste dann, wenns in die Mikrogeometrie rein geht (Schleifen, Schaben, Powerhonen).
    Das brauchen wir ja net.

    Interessiert hätte mich jedoch der Flankenwinkel, Rundlauf, Taumel und Teilungssprung.

    Will damit sagen, es muss mit der Zahnweitenmessung und nem guten Bauchgefühl ok sein. Viel kommt aus dem Werkzeug, alles andere ist saubere Einstellung.
    Den ersten Gang wollt ich einfach nochmal nachkalkulieren. Beruhigen tut mich, dass der original 1. Gang auch Unterschnittkritisch ist, aber kein Unterschnitt hat...

    Meine Behauptung: Das hat man im Hause Simson nie gewusst und gehalten hats auch... :rockz:

    So schaut ein Fräser fürn Unterschnitt aus. Hier sieht man wie das Köpfen leicht auseinandergeht.
    Das erzeugt am Zahn einen unterschnitt con ca 110µm. Nach dem Schleifen bleibt ein Ucut von ca 50µm übrig:


    Auch ist bei dem Werkzeug schön das Profil für den Kopfkantenbruch angebracht. Diesen sieht man z.B: beim MZA oder ZT 5Gg, besodnerst stark am 5. Gang.


    Die Profilverschiebung am 1. Gang sieht man hier auch schön. Die Abdachung im Fräserfuß kommt mit dem Bauteil nicht mehr in Berührung.
    Aufgrund der höheren Zähnezahl der Antriebswelle seh ich das beim ZT 5 GG mit langem ersten aber eher als vernachlässigbar.

  • Hey,

    hab mich bis in die Nacht mit Verzahnen beschäftigt.
    Wichtig ist also, das Ich das mit dem Chef abkläre, das am ersten Gang eine Hinterlegung stattfinden soll.
    Inventor selbst legt Automatisch eine rein, also werde Ich auch probieren, das natürlich real nachzuahmen.

    Hinzu kommt, das Ich nun gerade das Getriebe mit den nacher realen Verzahnung zusammen baue und gleich die Bewegungen simuliere.
    hab dazu mal ein Video aufgenommen.

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    Dort kann man das ganz gut erkennen, was Michael meint.

    So schauen die Zahnräder aus, wenn man sie in einer Baugruppe erstellt.


    Gruß Vincent

  • Die Belastung auf die Flanke ist immer punktuell. Nur eben über die Zeit gesehen entlang der Flanke. Der Vorteil bei so einer sauberen evolvente ist eben das (theoretisch) keine Reibung und dadurch keine Schubspannungen auftreten.
    Man sieht in dem Video wunderbar das von Michel beschriebene hinterlegen des zahnfußes damit eben kein Kontakt am zahnfuß entsteht.

    Wirklich tolle Arbeit die ihr zwei und die Leute im Hintergrund hier abliefern. Lasst euch von Rückschlägen nicht entmutigen und zieht euer Ding durch, auch wenn es noch ein bisschen Zeit kostet :)

  • Das Thema 6Gang scheint aktuell mehrere Personen zu reizen.
    Heute habe ich von einer weiteren Konstruktion erfahren. Wir haben viel geschnakt, er wird es aber auch komplett durchziehen, davon bin ich überzeugt. Weil er schon andere fantastische Sachen gebaut hat.
    Anders als eure Lösung, aber auch aufwendig genug.
    Die neu gedrehte und gefräste Schaltwalze hatte ich heute in der Hand, geht also vorwärts.
    Davon sollen dann auch ein paar veräußert werden. Wenn ich weitere Sachen zeigen darf, werde ich berichten.

  • ...ich staune immer wieder ,wie viele kreative Köpfe es gibt .Um so etwas zu stemmen ,egal nun wer ,muß man richtig was auf Tasche haben ...Schön ,das es solche Menschen gibt .

    ...man ist so alt ,wie man sich fühlt ...

  • Fräse wurde heute besichtigt. Baujahr 1944, restauriert und mit zentralschmierung nachgerüstet. Hat mich heut echt überzeugt. Sehr gepflegtes Stück. Damit gefertigte Bauteile konnte ich auch besichtigen. Finanzieller Punkt ist noch in Klärung.

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