Vorstellung: Seriennaher 50ccm-Alltagszylinder mit breitem Band

  • Mich würde mal interessieren welche Erkenntnisse da nun in die Entwicklung der GEN2 einfließen.

    Konkret geht es bei den nächsten Entwicklungsstufen um gezielte Detailänderungen am bestehenden Basiszylinder. Der Fokus liegt dabei nicht auf mehr Spitzenleistung, sondern auf einer feineren Abstimmung des Zeit- und Strömungsverhaltens im unteren und mittleren Drehzahlbereich.

    Betroffen sind zunächst die Steuerzeiten und Fenster in der Laufbuchse. Diese sollen nur sehr moderat verändert werden, um den nutzbaren Zeitquerschnitt besser zu treffen und das frühe, gleichmäßige Drehmomentband reproduzierbarer auszulegen, ohne die Charakteristik in Richtung Drehzahlmotor zu verschieben.

    Ein weiterer Punkt sind die Überströmfenster. Hier geht es weniger um zusätzliche Fläche, sondern um die Fensterform und die Eintrittsgeometrie. Ziel ist eine gleichmäßigere Zylinderfüllung bei niedrigen und mittleren Drehzahlen statt maximalem Durchsatz.

    Am Zylinderfuß bzw. der Anbindung zum Kurbelraum wurde in der frühen Ausführung sehr offen gearbeitet. In den nächsten Stufen soll dieser Bereich strömungsgeführter und definierter ausgeführt werden, also weniger Volumen „auf gut Glück“ und mehr gezielte Führung in Richtung Überströmer.

    Auch am Auslass sind keine höheren Steuerzeiten vorgesehen, sondern ausschließlich Detailarbeit an Übergängen, Kanten und der effektiven Fensterform, um das Band stabiler und den Lauf thermisch ruhiger zu gestalten.

    Ein wesentlicher Punkt ist zudem wie gesagt die Reproduzierbarkeit. Die angestrebte Charakteristik soll nicht vom Zufall eines gut laufenden Einzelzylinders abhängen, sondern mit vertretbarem Aufwand nachbaubar bleiben – bei seriennaher Peripherie, seriennaher Bedüsung und mit Fokus auf Standfestigkeit und Alltagstauglichkeit.

    billiardgrüne KR51/2L mit Scheibenbremse vorne & hinten (1982)

  • Der Ansatz ist ein anderer:

    Ein bewusst seriennahes 50-ccm-Konzept mit Serien-HD, seriennaher Ansaugung und seriennaher Abgasanlage, das im Alltag sehr früh nutzbares Drehmoment, Schaltarmut und unauffälliges Fahrverhalten bietet.

    So was gibt es bereits schon und ist sogar legal, der TGL50.

    Und da wäre noch der MS50.

  • Was meinst Du denn immer mit "reproduzierbar"? Da müsstest Du schon wenigstens mit ner Portingschablone arbeiten oder gar CNC. Und um die Thermik brauchst Du dir glaube keine Sorgen zu machen. Ist ja schließlich nicht mehr Dampf im Kessel. Oder welche Maßnahmen schweben dir da vor?

  • Nach wie vor finde ich es gut dass Du was selber machst/machen lässt und testest. Aber ich würde davon absehen so ein Gemurkse jemand fremden anzubieten. Das geht nach hinten los. Selbst wenn Du mal ein Produkt zu stande bringst was man anbieten könnte, wirst Du kommerziell nichts reißen. Wenn Du gut bist kannst Du vllt forumsintern/privat was machen. Dann muss aber auch Preis/Leistung attraktiv sein.

  • Ich wäre da auch vorsichtig, nen Kumpel für nen Kasten Bier so ein Ding zurecht schnitzen ist das eine, aber am Markt kann man damit nicht mithalten.

    In den 90ern habe ich auch am Kolben gefeilt und Hemden gekürzt, Kanäle bearbeitet usw, am Ende kam nix bei raus, hat halt nur spaß gemacht, würde ich heute nicht mehr machen, da greife ich lieber sicher ins Regal der Tuner und wenn was nicht passt, habe ich 2 Jahre Garantie.

    Und das teils für deutlich unter 250€ in top Qualität.

  • Ich glaube, da sind wir gar nicht so weit auseinander.

    Mir geht es ausdrücklich nicht darum, das Ding jetzt breit zu verkaufen oder am Markt mitzuhalten. Dafür gibt es etablierte Produkte, Garantie, Strukturen und auch schlicht andere Erwartungshaltungen – das sehe ich genauso.

    Der Thread ist aus dem Wunsch entstanden, Erfahrungen zu teilen und ein seriennahes Konzept technisch zu diskutieren, nicht um fremden Leuten etwas anzubieten oder kommerziell Fuß zu fassen. Wenn überhaupt, dann maximal im sehr kleinen, privaten Rahmen mit Leuten, die genau wissen, worauf sie sich einlassen.

    Für mich ist das Ganze in erster Linie ein Lern- und Entwicklungsprojekt: verstehen, vergleichen, verbessern – nicht „Markt erobern“. Dass man mit so etwas wirtschaftlich nichts reißt, ist mir bewusst.

    Insofern danke für die Einordnung – ich nehme das als sachliches Feedback mit, nicht als Gegenwind.

    billiardgrüne KR51/2L mit Scheibenbremse vorne & hinten (1982)

  • Was meinst Du denn immer mit "reproduzierbar"? Da müsstest Du schon wenigstens mit ner Portingschablone arbeiten oder gar CNC. Und um die Thermik brauchst Du dir glaube keine Sorgen zu machen. Ist ja schließlich nicht mehr Dampf im Kessel. Oder welche Maßnahmen schweben dir da vor?

    Zum Thema „reproduzierbar“:

    Damit ist keine Serienfertigung gemeint. Gemeint ist, dass die Charakteristik nicht vom Zufall eines gut streuenden Einzelzylinders abhängt, sondern über definierte Steuerzeiten, Fenstergeometrien und Übergänge bewusst getroffen wird. Die bisherigen Nachbauten wurden anhand einfacher Portingschablonen und identischer Geometrie umgesetzt; der Aufwand ist dabei überschaubar und entspricht klassischem Handporting, nicht industrieller Fertigung.

    Nach wie vor finde ich es gut dass Du was selber machst/machen lässt und testest. Aber ich würde davon absehen so ein Gemurkse jemand fremden anzubieten. Das geht nach hinten los. Selbst wenn Du mal ein Produkt zu stande bringst was man anbieten könnte, wirst Du kommerziell nichts reißen. Wenn Du gut bist kannst Du vllt forumsintern/privat was machen. Dann muss aber auch Preis/Leistung attraktiv sein.

    Der Preis ergibt sich weniger aus „mehr Leistung“, sondern aus der Einzelbearbeitung, dem zusätzlichen Sicherheitsschliff mit neuem Kolben sowie der geringen Stückzahl. Wirtschaftlich kann und soll das kein Konkurrenzprodukt zu einem industriell gefertigten Zylinder sein, sondern eher eine Alternative für einen kleinen Kreis an Interessenten

    billiardgrüne KR51/2L mit Scheibenbremse vorne & hinten (1982)

  • Ich würde diesen wenn überhaupt nicht in Masse anbieten wie bekannte Hersteller...

    Zumal ich das nun nach reiflichlicher Überlegung erstmal wieder auf Eis gesetzt habe diesen irgendwie irgendwo groß zu vermarkten, sondern nun lediglich erstmal darzustellen/präsentieren und zu zeigen wie man soetwas weiter sinnvoll optimiert.

    Falls dann später mal ein jemand Interesse hat diesen Zylinder auszutesten im Alltag, lässt sich das sicherlich in irgendeiner Art und Weise lösen. 👍🏼

    billiardgrüne KR51/2L mit Scheibenbremse vorne & hinten (1982)

  • das wäre mal ein reglement fürs nächste tunerbattle. welcher 50er hat bei 4000 u/min die höchste leistung und zwischen 2000 und 6000 u/min das beste band. das müsste man nächstes jahr mal machen, um zu sehen, wie sehr solche "Drehmoment"zylinder versagen.


    toni, was du dir da denkst, ist ja ganz löblich. aber das funktioniert nicht. sonst hätten das andere schon längst gebaut. wie oel666 schon gesagt hat, müsstest du da schon das rad neu erfinden. wer hätte ihn nicht gern, den 50er simsonzylinder, der bei 4000 umdrehungen 10-15 NM bringt. DAS wäre dann in der tat der alltagszylinder, der den 60er überflüssig machen würde. aber das ist eben wunschdenken. mir wäre es dann sogar egal, wenn das nicht mehr mit originalen anbauteilen geht und wenn man dafür einen spezielllen zylinder gießen müsste. hauptsache er bringt im serien drehzahlbereich dieses verhältnismäßig gewaltige drehmoment. da macht einem dann aber das funktionsprinzip bzw. die physik/ thermodynamik/ verbrennungslehre und weiß gott was einen strich durch die rechnung. den von dir beworbenen "Drehmoment"zylinder gibt es nicht.

    man kann es sich eben nicht komplett beliebig aussuchen, bei welcher drehzahl ein 2 takt motor mit bestimmtem hubraum zu gehen hat. man muss sich nach der physik richten. die physik richtet sich nicht nach dem motorenbauer. der Reich wollte dem 2 takter vor fast 15 jahren ja auch mal seinen willen aufzwingen mit seinem 23000 u/min "Drehzahl"zylinder. was dabei raus gekommen ist, wissen wir. Die besten 50er Simson motoren haben im Moment? ich sag mal zwischen 15 und 20 ps bei einer drehzahl von etwa? 13000 und dazu eben ein entsprechendes drehmoment. man kann jetzt eben nicht einfach hingehen und sagen "so, dieses drehmoment hat der motor jetzt gefälligst bei 4000 U/min abzugeben und fertg ist mein "Drehmoment"zylinder.

    ich hatte diese "bahnbrechende" idee vor vielen jahren auch schon. wir machen einfach alle kanäle im zylinder so breit, wie es nur geht und lassen die steuerzeiten, wie sie sind. und fertig ist der 50er "drehmomenttraktor". das kann man alles vergessen. wenn das ginge, dann hätten es die ganzen tuner schon längst gebaut.

    was drehen diese flugzeugturbinen? mehrere zig tausend U/min nehme ich an. es hätte sicher viele vorteile, wenn man diese turbinen/ jettriebwerke mit nur 5000 u/min betreiben könnte. aber das geht eben nicht. man kann es sich halt nicht aussuchen.

    Die einzige möglichkeit, die ich sehe, einen wunderdrehmomentzylinder zu entwickeln, ist das Einfließen des Übersetzungsrechners vom Chefkoch bei der Entwicklung.

    4 Mal editiert, zuletzt von smartmicha (15. Januar 2026 um 14:53)

  • das wäre mal ein reglement fürs nächste tunerbattle. welcher 50er hat bei 4000 u/min die höchste leistung und zwischen 2000 und 6000 u/min das beste band. das müsste man nächstes jahr mal machen, um zu sehen, wie sehr solche "Drehmoment"zylinder versagen.

    Naja, das ist wohl wahr...

    So eine Challenge in der ähnlichen Form wäre bestimmt mal interessant, anstatt immer auf diesen PS - Zug aufzuspringen und damit weiterzufahren 😅✌🏼

    billiardgrüne KR51/2L mit Scheibenbremse vorne & hinten (1982)

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