Simson S51 geht aus und gar nicht mehr an

  • Moin zusammen,

    ich konnte am Osterwochenende eine Simson S51 B2-4 mit Vape-Zündung ergattern, habe allerdings noch keine/kaum Erfahrung was Simsons angeht. Diese hat laut Verkäufer und laut Rechnung einen überholten Motor und einen neuen Vergaser eingebaut bekommen. Der Verkäufer sagte, wenn sie warm ist springt sie nicht zuverlässig an und laut seiner Werkstatt müsste der Kabelbaum erneuert werden. Das war sein Verkaufsgrund, da er das nicht selber machen wollte und dafür das Geld nicht mehr investieren wollte. Nun habe ich beim Kauf natürlich eine Probefahrt gemacht und sie lief wunderbar und hatte auch gefühlt genug Leistung. Transportiert haben wir sie im Kofferraum auf der rechten Seite liegend.

    Zu Hause angekommen wurde einmal das Getriebeöl kontrolliert, Sprit wieder aufgefüllt und ein Startversuch unternommen. Sie sprang sofort an und lief wunderbar. Habe dann eine kleine Probefahrt gemacht und nach ca 4-5km ging sie beim Anhalten einfach aus und seit dem auch gar nicht mehr an. Nun bin ich etwas ratlos.

    Überprüft habe ich schon folgendes:

    -Kabelbaum --> der gehört revidiert, da die Kabel zur Beleuchtung mal geflickt wurden, aber die Kabel von der VAPE zum Zündmodul und zum Regler sind alle korrekt angeschlossen und ein Zündfunke ist auch vorhanden (Elektrodenabstand habe ich auch kontrolliert (0,4mm), also eigentlich kann es daran erstmal so nicht liegen

    -Vergaser BVF 16n1-11 --> habe ich einmal auseinandergebaut und mir die Düsen angeguckt. Sind soweit alle sauber.


    Nun ist es so, das beim Startversuch sie beim ersten durchdrehen leichte Geräusche von sich gibt, als wenn sie zünden würde und danach aber gar nicht mehr. Die Zündkerze ist beim rausschrauben auch recht feucht. Betätigt man nun mit dem Kickstarter ein paar mal den offenen Motor und schraubt danach wieder die trockene gereinigte Zündkerze ein ergibt sich wieder das gleiche Bild.

    Sie bekommt also meiner Meinung nach zu viel Sprit, aber wie kann das sein. Ich habe ja nichts geändert an den Einstellungen. Oder bin ich da mit dem Sprit auf dem falschen weg?

    Es gibt ja schon viele Threads mit Problemen und ich habe auch schon versucht mir einiges zu erlesen, aber gerade weiß ich nicht so recht weiter.

    Ich würde mich freuen, wenn mir hier jemand ein paar Tipps da lässt.

    Anbei noch ein paar Bilder, der Krümmer ist auch immer recht ölig, das kann ich noch nicht so recht einordnen...


    Schöne Grüße Jan

  • Grüße,

    ich vermute das es am Vergaser liegt.

    Es ist super, dass du ihn schonmal auseinander hattest und dir die Düsen angeschaut hast aber gucken bringt dabei recht wenig.

    Bau den Vergaser komplett auseinander, reinige alles und kontrolliere folgendes:

    - sind die Düsen gemäß 16N1-11 bestückt?

    - Schwimmernadelventil gängig und alle Dichtungen i.O?

    - Schwimmerstand einstellen

    - Teillastnadel in die richtige Kerbe hängen

    - Standard Einstellungen für Leerlaufgemischschraube, komplett rein drehen und ca. 1-2 Umdrehung raus.

    - Sitzt der schwarzer Gummi im Startvergaser fest in der Aufnahme?

    - Bowdenzugspiel auf ca. 2mm eingestellt?

    Zu all den Themen findest du etwas im Buch oder im Internet.

    Wenn dein Moped mal zu viel Sprit bekommt und die Kerze feucht ist, hilft es auch mal, den Benzinhahn und Startvergaser geschlossen zu lassen und einen Startversuch zu unternehmen. Da sollte dein Moped zumindest erstmal starten.

    Viel Spaß :cheers:

  • Die Liste ist fast perfekt. Ich würde nur noch ergänzen, dass du den Schwimmer auf Undichtigkeit prüfst. Dazu am Ohr schütteln. Wenn Benzin drin ist hört man das.

    Zum Kabelumbau: Da hab ich schlimmeres gesehen. Ein Problem hier passt auch nicht zum Fehlerbild.

    "Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart." - Curt Goetz

  • Hast du einfach mal die zündkerze ersetzt?

    Auch wenn diese funkt einfach mal erneuern.

    Als nächstes mal sen zzp prüfen, eventuell is das polrad auch nicht korrekt verschraubt?


    Schwimmer auf dichtheit prüfen ist natürlich auch nicht unwichtig. Wenn er beim schütteln irgendwelche Geräusche macht - ersetzen

  • Den Halter auf dem letzten Bild, wo die ganzen Kabel montiert sind, würde ich wieder abbauen. der behindert doch den ganzen Luftstrom

    Ja, nach oben und zum Herzkastendeckel hin quasi zu. Wie soll da die Luft vom Einlass in den Herzkasten zum Luftfilter kommen :/


    Da ist noch eine MZA-Vape A70-5 verbaut laut Polrad, Die ist nicht kompatibel mit Teilen von der gängigen A70-3 (bist auf den Regler)

  • Mir fällt gerade auf, dass der Regler auch komisch aussieht. Hat mit dem Fehler nichts zu tun, aber könnte ein PVL Regler sein.

    Das Blech ist mir auch jetzt mit wacherem Auge wirklich aufgefallen. Das könnte den Ansaug behindern und zum Anfetten des Gemischs führen. Auch der Luftfilter könnte dreckig sein. Mit fettem Gemisch läuft es dann mit kaltem Motor, aber nicht mehr, wenn er warm wird.

    Du solltest das Blech umbauen und den Luftfilter auswaschen, um beides als Fehlerquelle auszuschließen.

    "Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart." - Curt Goetz

  • Moin zusammen, erstmal vielen Dank für die ganzen Hilfestellungen. Damit habe ich nicht so schnell gerechnet.

    Ich habe mich heute weiter mit der Problematik beschäftigt und mir als erstes den Vergaser vorgenommen. Als erstes habe ich die Düsen angeguckt. Die Düsen stimmen mit den Tabellenwerten überein bis auf die Hauptdüse. Da ist eine 67er drin und so wie ich mich informiert habe gehört dort eine 72er herein. Macht das so einen großen Unterschied, zumal sie ja vorher lief. Dann war der eine Dichtring nicht mehr so schön, den habe ich mit Dichtpapier in passender Stärke erneuert. Hier zu sehen:

    Schwimmernadelventil ist leichtgängig, der Schwimmer ist dicht, ich habe ihn minimal nachgebogen, damit er die vorgegebenen Positionen erfüllt.

    So sehen sonst die Teile aus:


    Zur Kerbe der Teillastnadel gibt es verschiedene Angaben. Einmal habe ich eine PDF von BVF gefunden, dort steht dritte Kerbe und einmal die Seite der "Mopedfreunde Oldenburg", dort steht vierte Kerbe. Bei mir war die dritte Kerbe eingestellt, ich habe sie jetzt mal in die vierte Kerbe eingehängt. Hier kann man das erahnen:

    Die Leerlaufschraube habe ich zwei Umdrehungen herausgedreht, die andere etwas mehr, da fehlten mir Vorgaben. Da gabs nur immer Werte, wenn sie läuft.

    Das schwarze Gummi beim Startvergaser sitzt fest in der Aufnahme und geht schön mit hoch und herunter, da habe ich jetzt vergessen ein Bild zu machen.

    Das Bowdenzugspiel habe ich passend eingestellt, bzw der Bowdenzug vom Startvergaser scheint mir etwas kurz zu sein, den habe ich auch mal sicherheitshalber einmal ausgehängt, umzu gucken ob es Unterschiede gibt.

    Ein andere Zündkerze habe ich auch noch einmal ausgetestet.

    Leider hat das ganze den gewünschten Erfolg vermissen lassen. Beim ersten mal kicken hat sie ganz kurz gezündet aber danach wieder gar nicht mehr und die Kerze war nass.

    Zu dem Blech: Das war mir gar nicht so bewusst und das werde ich versuchen zu ändern. Bei den jetzigen Startversuchen habe ich aber die roten seitlichen Bleche weggelassen, dann sollte das doch keine Rolle spielen? Den Luftfilter habe ich auch mal ausgewaschen, das sah jetzt nicht so schlimm aus.

    Zur Kontrolle habe ich nun noch einmal die Kompression gemessen, die liegt bei 7 bar, damit sollte sie doch eigentlich laufen.

    Bei den Zündungsbauteilen gibt es ja anscheinend noch etwas Unstimmigkeiten.

    Wenn ich die kleiner einfüge wird was weggeschnitten. So wie ich das aus euren Beiträgen lesen kann passt das eigentlich nicht zueinander. Wie sollte ich da vorgehen, sie hat ja einen Zündfunken. Dazu habe ich auch mal ein Video gemacht und bei Youtube hochgeladen:

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    Das einzige, was mir nun noch einfällt wäre die Kontrolle des Zündzeitpunktes.

    Über ein paar Rückmeldungen würde ich mich freuen

    Gruß Jan

  • Ich würde an der Stelle den Vergaser als Fehlerquelle ausschließen. Zumindest sollte dein Moped mit den Vergaserkomponenten anspringen. Aber mal noch zwei Anmerkungen dazu:

    - Die Hauptdüse sollte perspektivisch auf 72 gewechselt werden

    - Bei der Teillastnadel ist die Kerbe im oberen Blättchen entscheidend. Ich weiß jetzt nicht ob dein Bild vor oder nach dem Umbau entstanden ist aber dort hängt sie in der 3 Kerbe.

    Den Zündzeitpunkt kannst du auf 1,8 v.oT einstellen und wenn dein Moped mal wieder läuft, empfiehlt es sich die Vape Zündung bei Drehzahl abzublitzen. Aber anspringen tut sie bei 1,8 v.OT definitiv.

    Was auf deinen Fotos fehlt oder nicht ersichtlich ist, ist ob ein Massekabel vom Zündmodul zum Motor gezogen wurde. Das ist bei einer Vape Zündung unabdingbar für ein gutes Start- und Fahrverhalten.

    Bei den Umstimmigkeiten der verbauten Komponenten halte ich mich raus, da haben die anderen mehr Wissen. :)

    Viele Grüße :cheers:

  • Es ist eine 67er HD verbaut, was ist das fürn Vergaser ?

    Im 16N1-12 und im 16N1-5 ist eine 67er.

    Zündung, laut Polrad ist es eine A70-5 und es ist ein Zündmodul von der A70-3 verbaut , passt also nicht zusammen. Jetzt wäre interessant was da für ein Stator verbaut ist.

    Die ganze Elektrik sieht Wild aus, zwei Klemmleisten und dann noch eine Vierer und am Zündschloss sind scheinbar nur paar Kabel dran.

    Ich werfe mal in den Raum, das ein Kurbelwellesimmering raus geflogen sein könnte.

    Einmal editiert, zuletzt von ckich (11. April 2026 um 09:12)

  • Vergaser ist ein 16N1-11, Moped eine S51

    Hauptdüse ändern auf 72. Und das nicht perspektivisch.

    Wenn die Grundplatte die gleiche Bezeichnung hat wie das Polrad benötigst du eine andere Zündspule

    Biete Motorinstandsetzung an.

    Bei Fragen einfach fragen :)

  • Die Elektrik ist wild, aber für das Fehlerbild ist es in meinen Augen nachrangig. In Ordnung bringen muss er es dennoch. Defekter Wellendichtring macht aber immer Probleme und nicht erst nach einer gewissen Fahrzeit. Da würde er auch entweder zu mager laufen, oder Öl ansaugen. Beides passt nicht zum Fehler.

    "Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart." - Curt Goetz

  • Moin zusammen, haben heute weiter gemacht.

    Ein Kumpel hatte noch eine 72 Hauptdüse für mich, die ist da jetzt drin, das hatte aber immer noch keine Verbesserung gebracht. Dann sollte der Zündzeitpunkt noch einmal kontrolliert werden. Also OT ermittelt und dann 1,8 mm vor OT eingestellt. Als ich dann die Markierungen gesucht habe war ich verwundert, dass ich keine sehen konnte, die schaute nämlich nach unten. Sie war also an der ganz falschen Stelle. Also Polrad herunter. Da wurde dann das Problem ersichtlich. Der Keil vom Polrad war abgeschert, da habe ich absolut nicht mit gerechnet. Hier sieht man das hoffentlich:

    Ich denke, das wurde mit dem Schlagschrauber angezogen und da ist die abgeschert. Jetzt wurde das Polrad mittels Filterspannband festgehalten. Da sollte der neue Keil wohl heil geblieben sein.

    Mein Vater hat diesen aus einer Schraube nachgebaut und siehe da, sie springt an und nach einer kurzen Vergasereinstellung konnte auch schon die erste Probefahrt erfolgen. Die lief problemlos. Von der Grundplatte habe ich vergessen ein Bild zu machen, zwecks der Kompatibilität mit der Zündspule. Da sie aber nun läuft, würde ich das erstmal so belassen.

    Heute Abend ist mir noch aufgefallen, dass zwischen Zylinderkopf und Zylinder Abgase herauskommen. Ich wollte die Muttern nachziehen, aber das Gewinde des einen Bolzens ist defekt. Da muss ich mich jetzt mal zu belesen, wie man das am besten löst. Ich habe an ein Helicoil gedacht. Dafür, dass der Vorbesitzer von einer Werkstatt einen überholten Motor bekommen hat, mit Rechnung, ist da wirklich vieles nicht gut montiert, aber na gut...

    Gruß Jan

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