Polyamid- oder Polyurethan Lagerbuchse

  • Moin zusammen,

    ich stehe gerade vor der Entscheidung, Polyamid- oder Polyurethan Lagerbuchsen (Schwinge / Motorlager) in meiner Simson (115ccm, 30PS) zu verbauen und wollte mal fragen, wer damit schon echte Praxiserfahrung hat.

    Man liest ja oft „PA = maximal steif“ und „PU = etwas komfortabler“, aber mich interessiert vor allem, was sich auf der Straße wirklich bewährt hat, nicht nur theoretisch.


    Danke schon mal für eure Antworten 🙌

  • Polyamid Buchsen sind quasi wie Plastik, ist das schwingenauge etwas größer schmeißt du die Buchsen durch.

    Polyurethan ist noch flexibel, und passt auch bei größeren schwingenaugen.

    Ich persönlich würde nur Polyurethan verbauen, auch wenn sie teurer sind. Gibt es ja in unterschiedlichen Härten 😉

  • Nadel oder Kugellagerung wäre natürlich Premium bei der Schwinge, macht aber teilweise etwas Aufwand.

    Ich nutze immer PU für die Motorlagerung und PA oder ähnliches für die Schwinge.

    Für mich ist eine flexible Buchse in der Schwinge kontraproduktiv.

    Wichtig ist in meinen Augen das die PA Buchsen in der Schwinge nicht völlig mit der Innenhülse verpresst werden. Teilweise gibt es da völlig unnötige Presspassungen. Die Schwinge muss sich ja nun so gut wie möglich bewegen können wenn der Schwingebolzen mal angezogen ist.

    Wenn PA Buchse und Innenhülse halb verpresst werden ist natürlich nicht viel los.

    Ich presse die Buchsen in die Schwingeaugen ein und reibe dann den Innendurchmesser so lang auf bis die Innenhülse saugend stramm rein geht.

    Bei der Cross habe ich auch schon mal direkt Buchsen aus Teflon gedreht zwecks der besseren gleiteigenschaften.

    Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Innenhülsen. Da gibt es große Unterschiede beim Passungsspiel zwischen Schwingebolzen und Hülse

    85/4 neu eastsideperformance :thumbup:
    [b][size=14]70/2 eastsideperformance :thumbup:
    [b][size=14]85/5M Adler tuning/esp :thumbup:

  • ich bevorzuge für Serie oder etwas mehr Leistung PU für die Schwinge und entweder weiches PU oder Gummi für die Motoraufhängung.

    Bei 30PS würde ich wahrscheinlich aber auch die Motorhalterung etwas stabilder ausführen.

  • Ich lagere den Motor unten und hinten immer in PU (härte nach ccm/Anwendung), so dass die Motorlagerung noch arbeiten kann und nicht direkt was reißt. Schwinge in PA. Vielfach bewährt und funktioniert Prima. Bei 30PS würde ich dem Motor die härtestesten PU verpassen.

    Von der Nadellagerung der Schwinge bin ich gar nicht überzeugt. Mit großen Erwartungen an zwei Mopeds getestet. Fazit: schade ums Geld. Kein feststellbarer Mehrwert. Im Gegenteil. Der Einbau ist Sackgang und die popeligen Lager und Dichtringe sind sehr empfindlich hinsichtlich mechanischer Krafteinwirkung und Schmutz. Am Ende beide wieder rausgeschmissen und die gute alte Gleitlagerung rein. Wenn man das alles schön nacharbeitet, so dass es saugt, funktioniert dass wunderbar. Die Nadellagerung könnte was bringen, dazu müssten die Lager insgesamt größer dimensioniert sein und der Schwingbolzen außen starr abgestützt.

  • Gab's hier nicht neulich ein Umbau der Schwinge auf Nadellager? Wäre auch einen Gedanken wert.

    Ich hab den Umbau vor einiger Zeit mal beschrieben, ‚damals’ gab es noch keine fertigen Konzepte. Bis heute fährt das tadellos.

    lime
    8. Mai 2023 um 22:58


    Mittlerweile gibt es ja aber auch fertige Lösungen, z.B. von OstOase.

  • In der Kastenschwinge fahre ich seit 2 Saisons die Nadellagerung von Ostoase. Einmal in der ZT-Schwinge und einmal in der JM-Schwinge. Der Einbau war etwas aufwendiger, aber funktionieren tut es super. Als Motorlager nutze ich PU Buchsen von Buchsenfuchs.

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